Lexikon Kameras

 
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Agfa Box

 
Die Agfa Box ist eine Serie von Boxkameras, meist im Format 6×9 cm² .
Sie wurde zwischen 1930 und 1957 (bzw. 1965, wenn man die Clack dazu zählt)
von der Firma Agfa Gevaert in verschiedenen Varianten produziert.
Agfa Box; Box 600, auch Synchro-Box genannt (1949 bis 1957)
Agfa Box; Box 600, auch Synchro-Box genannt (1949 bis 1957)
Agfa Clack
Agfa Clack

Vorkriegszeit

Die erste Agfa-Box

Im September 1930 kam folgende Ankündigung heraus: „Die Agfa I. G. Farbenindustrie A. G., bringt neuerdings eine Kleinkamera im Kastenformat für das Format 6x9 in den Handel, die zum niedrigen Preise von 13 RM angeboten wird …“. Im weiteren Verlauf war von einem lichtstarken Objektiv (dabei handelte es sich allerdings um eine Übertreibung), einem widerstandsfähigem Aluminiumgehäuse und gefederter Filmandruckplatte die Rede. Von dieser Box gab es sogar eine Spezial-Ausführung, die man am silberfarbenen Zierrahmen auf der Frontplatte erkennen konnte und für nicht einmal 2 RM Aufpreis eine erheblich bessere Ausstattung bot: Musste sich das Standardmodell mit einem einfachen Rotationsverschluss ohne Auslöserrückstellung und Mattscheibensucher begnügen, gab es beim Luxusmodell einen Zweilamellenverschluss und Brilliantsucher, zudem ein lichtstärkeres Objektiv und eine Entfernungseinstellung. Letztere bestand aus einem dreistufigem Hebel mit den Positionen Fern (ab 5 m), Gruppe (2,5 m bis 5 m) und Portrait (1,5 m bis 2,5 m), auf diesen Aufwand verzichteten alle Nachfolger. Schon im Weihnachtsgeschäft verkaufte sich der neue Apparat ausgezeichnet, beide Modelle brachten es noch 1930 auf eine Stückzahl von 44.000.

England-Box

Werbeaktion

Der ersten in Deutschland vorgestellten Agfa-Box ging ein groß angelegter Test auf dem englischen Markt voraus. Dort verteilte die Zeitung Daily Herald eine große Menge von Kameras, dem weitere Tageszeitungen und auch Zigarettenfabrikanten folgten. Die Fotohändler gaben sich über die Aktion zunächst verärgert, erfreuten sich aber kurz darauf am gigantischen Filmverkauf: die passenden Rollfilme waren sehr schnell vergriffen.

Modelle

Bei den verschenkten Apparaten handelte es sich um die ältesten Agfa-Boxen. Vertragsfirmen stellten sie in England her. Für ein Werbegeschenk kam kein teures Aluminium infrage, die Gehäuse bestanden vielmehr aus Stahlblech. Weitere Merkmale waren die beiden recht kleinen Sucher, sie lagen beide an derselben Gehäusekante, und das fehlende Stativgewinde – Sparmaßnahmen, die später die deutschen Aktionen übernahmen. Es kamen drei Ausführungen im Umlauf: Die England-Box 1 besaß schwarzen Schrumpflack und als Version 1a Mattscheibensucher, als Version 1b bereits Brilliantsucher. Die Box 2, ebenfalls mit Brilliantsucher ausgestattet, trug genarbtes Kunstleder.

Schulprämie

Vorgeschichte

Agfa hielt sich mit dem Studienrat Richard Lange schon seit Mitte der 1920er einen „Kulturbeauftragten für die Schularbeit“ und hatte dadurch exzellente Verbindungen zum preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung. Lange verfasste Artikel und hielt zahlreiche Vorträge über die pädagogischen Aspekte der Fotografie. Diese Aktivitäten führten sogar zum Schulfotografie-Erlass vom 9. Juli 1928, der forderte: „Lerne lesen, schreiben und photographieren.“ Es handelte sich um eine Empfehlung an die Lehrer, die Fotografie in den Unterricht mit einzubeziehen. Dies konnte aber mangels Kameras kaum irgendwo verwirklicht werden. Gleiches galt für den Heimatphotographie-Erlass vom 21. Mai 1930, der „… das wertvolle Heimatgut, das die Natur darbietet, in Form von technisch einwandfreien und ästhetisch befriedigenden Aufnahmen zu bergen …“ wollte. Die Bilder sollten 1931 im Rahmen einer Naturschutzausstellung in Berlin ausgestellt werden.

Aktion

Im Januar kündigte Agfa an, Apparate zu verschenken: „Die Kamera wird zweckmäßig solchen Schülern und Schülerinnen zu überreichen sein, die sich auf irgendeinem Gebiet hervorgetan haben.“ Gemeinsam mit dem preußischen Kulturministerium beschloss man, je eine Kamera abzugeben an die 10- bis 14-jährigen Klassenbesten, die 2 besten der letzten Jahrgänge der Mittelschule und den letzten Jahrgang der Volksschule. Da sich die meisten anderen deutschen Länder der Aktion anschlossen, kam eine Zahl von rund 50.000 Kameras zustande. Sie gelangten im Februar 1932 mit den Zeugnissen in die Schülerhände. Die Aktion stieß auf Begeisterung, das Fachmagazin Photo-Woche schrieb darüber: „Es wird ein Lobgesang auf die Kulturfreudigkeit der Agfa angestimmt werden.“ Und es stellte sich heraus, dass den Schülern ausgezeichnete Aufnahmen gelangen.

Kamera

Bei der Schulprämie handelte sich um eine besonders einfache gehaltene Box, an der zahlreiche Sparmaßnahmen die Herstellungskosten senkten. Insbesondere besaß sie kein Blech-, sondern nur ein Pappgehäuse, wie man es bereits von Kodak kannte. Des Weiteren waren nur diese Pappteile (blau) beledert, Front- und Rückwand hingegen bildeten dunkelblau lackierte Bleche. Als Verschluss kam natürlich nur die einfache Variante ohne Auslöserrückstellung infrage, ein Stativgewinde gab es nicht und die kleinen Sucher lagen an einer Kante, also jener für das Hochformat. Im Handgriff war der Schriftzug „Schulprämie“ eingeprägt.

Preisbox

Vorgeschichte

Die Werbeaktionen in England gerieten zwar zu einem großen Erfolg, konnten aber dennoch nicht für den deutschen Markt übernommen werden. Hier achtete jeder Händler darauf, dass branchenfremde Geschäfte seine Produkte nicht anboten. Als beispielsweise die Fotohändler Bildbände und Fotoliteratur in ihr Sortiment aufnahmen, veranstaltete der Reichsverband der Buchhändler einen gewaltigen Aufschrei. Der Agfa-Direktor Bruno Uhl (*1896, † 1990) setzte unter diesen Umständen eine vollkommen neue Kampagne gegen alle Widerstände durch. Hierzu führte er autorisierte Händler ein, die eine Agfa-Strahlkrone über ihrem Eingang mit der Aufschrift „autorisierter Agfa-Verkauf“ anbringen durften.

Aktion

Ab dem 9. Juni 1932 lief jeweils um die Mittagszeit eine Radiowerbung mit der Frage: Kennen Sie die deutschen Markstücke? Brachte man Markstücke mit den Prägungen A - G - F - A zum autorisierten Agfa-Händler, so gab es dafür die Box des Typs 44. Bei den Buchstaben handelte es sich um einen Code für die Prägestelle, A stand für Berlin, G für Karlsruhe und F für Stuttgart. Zu dieser Zeit kostete die billigste Kamera, die Balda Poka 0, 10 RM, so dass 4 RM ausgesprochen günstig erschien; der Händlergewinn lag bei 40 Pfennig. Agfa bevorratete seine Händler mit 100.000 Kameras, die Aktion geriet aber zu einem derart gigantischen Erfolg, dass die Kameras bereits nach zwei Tagen ausverkauft waren. Agfa konnte schließlich nur noch zusichern, allen Kunden irgendwann eine Kamera abzugeben, die bis zum 15. September die Markstücke bei ihrem Händler abgegeben haben. Mitte Oktober gingen dann die letzten Kameras über die Ladentheke, insgesamt waren es rund 900.000.

Balda konnte bei der Aktion nicht tatenlos zusehen und kopierte die Agfa-Kampagne. Allerdings konnte man nicht den Prägestellen-Code verwenden, es stand weder ein B, noch ein L zur Verfügung, so dass man einfach vier Markstücke aus dem Prägejahrgang 1932 verlangte. Dafür gab es eine kaum veränderte Poka 0, also ein Apparat mit Blechgehäuse, der gegenüber der Preisbox als besserer Kauf erschien. Die Balda-Aktivitäten überraschten sehr, stellte dieses Unternehmen doch keine Filme her, die das Kameraprogramm subventionieren konnten. Die Balda ging insbesondere bei nichtautorisierten Agfa-Händlern über den Ladentisch, dabei handelte es sich typischerweise um Optiker und Drogisten, die nebenher Fotogeräte verkauften.

Balda setzte seine Werbeaktion im Oktober 1932 in Österreich fort, woraufhin sich Agfa gezwungen sah, im November mit der Preisbox nachzuziehen. Beide Unternehmen hatten damit aber keinen Erfolg – Boxkameras waren eben mehr etwas für das Sommerhalbjahr. Für die Agfa musste man einen 10 Schilling-Schein zum Händler bringen, dessen Kontrollnummer zwei Vieren enthielt, passend zur Fabrikbezeichnung Box 44.

Kamera

Die Box 44 besaß entsprechend der Schulprämie ein Pappgehäuse, sie war aber gewöhnlich schwarz und wies belederte Blechdeckel auf. Ausführungen in blau oder schwarz mit lackierten Deckeln gab es ebenfalls, aber selten. Der Handgriff trug entsprechend der Schulprämie ebenfalls eine Prägung, sie lautete „Agfa-Box“.

Für die Preisbox erschien einiges Zubehör, sowohl von Agfa selber, wie auch von Fremdfirmen – darunter auch Balda. Dazu gehörte Stativhalter (gab es doch kein Stativgewinde an der Box), Portraitlinse für den Bereich zwischen 1 m und 2 m, Gelbfilter und Selbstauslöser, letzterer war – gemessen an der Kamera – technisch recht aufwendig.

Weitere Werbeaktionen

Die Fotohändler nahm bis zum 3. Juni 1933 eine Preisbox zum vollen Kaufpreis zurück, wenn der Kunde die 26 RM teure Taschenklappkamera Billy Record kaufte. Die zumeist kaum benutzten Apparate verwendete Agfa für eine große Werbeaktion im Sommer 1934: An Nord- und Ostseeständen warfen „Glücksflieger“ mit dem Agfa-Logo bedruckte Bälle ab. Wer einen besonders gekennzeichneten Ball fand, konnte diesen bis zum 31. August 1934 gegen eine Preisbox eintauschen.

An der Küste fuhr auch der „Isochrom-Dampfer“. Er steuerte sehenswerte Ziele an, woraufhin Megaphone den fotografierenden Gästen die geeignete Belichtungseinstellung mitteilten. Dabei kamen auch Box-Besitzer zu guten Bildergebnissen. Die Fahrscheine dazu gab Agfa kostenlos ab.

Isochrom-Box

Zur Einführung des Isochrom-Films kam die Isochrom-Box heraus. Den neuen Film durfte man in sämtliche Kameras einlegen, aber Agfa führte ihn mit einer gigantischen Werbekampagne ein. Die Isochrom-Box besaß eine Alufront mit silberfarbenen Zierleisten, große Mattscheiben-Sucher (links und rechts, also nicht über Eck angeordnet), ein Schutzglas vor dem Auslöser, Scharniere für den hinteren Deckel, eine Auslösesperre und eine Raste für die Umschaltung von Moment- auf Zeitaufnahme. Es gab aber weder Stativgewinde noch Abblendmöglichkeit. Diese Box ging aber zumeist in den Export, auf den deutschen Markt kam ihre 7,50 RM Verkaufspreis nicht gut an.

Pappfamilie

Eigentlich sollte die Preisbox ein einmaliges Sonderangebot bleiben, hieß es doch bei ihrer Ankündigung: „Die Agfa-Peisbox ist eine besonders für diesen Zweck hergestellte Box-Kamera. …. Sie erscheint nicht in der Agfa-Liste und ist regulär als Markenartikel nicht käuflich.“ Schließlich erschien ein Pappgehäuse auch dann recht primitiv, wenn Agfa dafür den Begriff „Sperrpappe“ verwendete. Aber Balda und Eho boten weiterhin preisgünstige Konkurrenzmodelle an und die teure Isochrom-Box verkaufte sich schlecht, so dass Agfa noch bis Ende 1938 Pappmodelle im Programm hielt:

Bei der so genannten Augenbraue-Box verliefen die Zierlinien in Form von Augenbrauen über den beiden Eintrittsöffnungen der Brilliantsucher. Die nachfolgende Box 94 unterschied sich mit einer Front im Art Déco-Design. Sie nannte sich nach der deutschen Bezeichnung für den Rollfilm vom Typ 120 auch B 2, so konnte man sie von der Cadet A 8 unterscheiden, der einzigen Agfa-Box für den kleinen Rollfilm, Typ 127 (entsprechend A 8). Die Ausstattung der beiden Modelle unterschied sich nicht. Auch die Box 04 gehört zu den Pappkonstruktionen, sie ließ sich durch Umlegen zweier Klappen an der Filmbühne für zwei Formate verwenden, entsprechend bestand das Zählwerk aus zwei Sichtfenstern, eins für 6 x 9 und ein weiteres für 4,5 x 6. Alle Pappkonstruktionen verzichteten auf ein Schutzglas vor dem Verschluss.

Trolix-Box

Die zu den Olympischen Spielen 1936 erschienene Box 14 besaß ein Gehäuse aus Trolitan. Dies ist der Handelsname für den braun-schwarzen Kunststoff Bakelit der Dynamit AG in Troisdorf, ein ebenfalls zur I.G. Farben gehörendes Unternehmen. Mit modellierten Vertikalstreifen kam diese Kamera im – allerdings recht strengen – Art-Déco-Design daher. Die beiden Brilliantsucher lagen versenkt, um Spiegelungen zu vermeiden, und es gab einen versenkbaren Metallgriff auf der Oberseite. Das Gehäuse wurde zunächst in einer Form gegossen, dann gehärtet. Der Agfa-Katalog warb mit seiner Widerstandsfähigkeit gegen Wasser, verdünnte Säuren und Laugen, Hitze und Kälte und pries seine gute Haltbarkeit. Tatsächlich zeichnete sich Bakelit durch seine Sprödigkeit aus, was diesen Werkstoff für Kameragehäuse wenig geeignet erscheinen und die große Zeit der Kunststoffgehäuse erst nach dem Krieg beginnen ließ, bei Agfa mit der Clack. Auch führte es zum höheren Gewicht von 540 g. Die Trolix besaß ungeachtet ihres hohen Preises von 9,50 RM ebenfalls nur ein einlinsiges Objektiv, den einfachen Verschluss ohne Rückstellung, keinen Drahtauslöseranschluss und nur ein Stativgewinde für Hochformat. Auch konnte man sie für Langzeitaufnahmen wegen ihres abgerundeten Bodens nicht einfach auf den Tisch stellen. Fortschrittlich hingegen erschienen die vernickelten Drehräder an der Vorderseite, eins für die Verschlusszeit, das andere für die kleinere Blende (f/16) und erstmals auch für einen eingebauten Gelbfilter. Obwohl die Trolix schon zur schwer verkäuflichen Oberklasse gehörte, befand sie sich immerhin vier Jahre, bis weit in die Kriegszeit hinein in Produktion.

Box 45

1938 beendete eine moderne Stahlblech-Box die Pappära, es handelt sich um die erste Stahlblech-Box seit dem ersten Ganzmetall-Modell von 1930. Sie ersetzte das Modell 94 und gab sich auch gegenüber der weiter gebauten Trolix mit dem doppeltwirkenden Verschluss wesentlich fortschrittlicher. Seine Federkraft erzeugte eine Stahlsaite, womit er ausgesprochen sanft ablief. Das Objektiv schützte eine Glasscheibe, die bekannte und 1 RM teure Portraitlinse ließ sich für Nahaufnahmen im Bereich von 1 m bis 2 m wieder aufstecken. In den Strahlengang konnte man einen Gelbfilter und die Blende f/16 einschwenken, was allerdings per Hebel geschah – nicht per Drehrad, wie bei der Trolix. Es gab – entsprechend den erfolgreichen Pappmodellen – eine Zierfront, die übrigen Seitenteile waren aber mit dem Kunststoff Robusit überzogen. Dies führte zu einem ausgesprochen modernen Aussehen. Im Gehäuse befanden sich zwei Stativgewinde. Diese Kamera konnte Agfa noch bis 1941 produzieren.

nach 1945

Box 50

Nach dem Krieg hielt man in Fachkreisen die Einfachkameras für das große Format 6 x 9 für antiquiert, dennoch setzte Agfa weiterhin darauf. Man verkündete dabei: „Bewusst hat die Agfa das große klassische Format 6 x 9 beibehalten, sie weiß, dass der Amateur damit stets das beste Ergebnis erzielen wird.“ Ließ sich das Festhalten am Format noch verstehen, so verwunderte zumindest, dass das bedeutende Unternehmen die letzte Vorkriegsbox technisch weitgehend unverändert wieder auflegte. Äußerlich unterschied sie sich nur durch die Frontplatte im neuem Design und den „englischen“ Stativgewinden (1/4“ anstatt 3/8“). Im Inneren gab es einen kleinen Rückschritt, den Verschluss trieb nun eine Schaubenfeder an, was nicht mehr so sanft wie früher ablief. Dieser Apparat geriet aber ungeachtet des inzwischen urigen Aussehens zum riesigen Erfolg.

Synchro-Box

Kamera

1951 verwandelte sich die sonst unveränderte Box 50 dadurch in die Syncho-Box, dass sie Anschlüsse für ein Blitzgerät erhielt. Auf der Oberseite gab es hierzu zwei Kontakte, auf die ein spezielles Blitzgerät, der Vacu-Blitz aufgesteckt werden konnte. Dieses Gerät kostete 6,50 DM zzg. Batterie. Es verwendete Blitzbirnen, die Batterie sorgte dabei für die Zündspannung. Diese reichte aber für ein zuverlässiges Blitzen nicht aus, weswegen im Frühjahr 1955 der Agfa-Box-Blitzer K herauskam. Er arbeitete mit 22,5 V-Hörgeräte-Batterie und Kondensator, kostete aber mit 9,50 DM plus 3,50 DM für die Batterie nahezu soviel, wie die Kamera selbst.

Die Blitzbirnchen brachten mit ihrer einfachen Handhabung einen erheblichen Komfortgewinn. Auch konnte man bei nicht mehr ausreichenden, aber vorhandenen Umgebungslicht fotografieren; was mit dem Beutelblitz noch nicht funktionierte, da man den Verschluss eine Weile geöffnet halten musste.

Werbeaktion

Auch nach dem Krieg bemühte sich Agfa wieder um vielbeachtete Werbeaktionen, wenngleich man die Preisbox-Kampagnie nicht mehr überbieten konnte. Im Sommer 1952 warb man mit dem Slogan: Hast du keine – Box – leih' dir eine!. Die autorisierten Händler konnten auf eigene Kosten die Synchro-Box bestellen und 14 Tage lang für 1 DM verleihen, natürlich in der Erwartung, dass sie anschließend gekauft wird. Agfa stellte dafür Leihvertrags-Urkunden, Anstecknadeln und farbige Werbeposter zur Verfügung. Der Erfolg fiel unterschiedlich aus und ging ganz vom Engagement des einzelnen Fotohändlers aus. Darüber hinaus gab es den Photowettkampf mit der Box, für den Agfa 5.000 Preise aussetzte und der in Zeitungen und Rundfunk oft Erwähnung fand. Bis zum Einsendeschluss am 30. September 1952 gingen 53.000 Fotos ein.

Clack

 

Die Agfa Clack wurde gewöhnlich als letzte Box angesehen, wenngleich sie mit ihrem Kunststoffgehäuse und dem Durchsichtsucher schon wie eine gewöhnliche Kamera erschien. Auch produziert sie in Normalhaltung quer- anstatt hochformatige Bilder. Allerdings verwendete sie ebenfalls ein einlinsiges Objektiv und das Format 6 x 9. Der Name Clack ergab sich aus dem Auslösegeräusch. Zum Filmeinlegen musste das Gehäuse, der „Cameramantel“, wie es in der Anleitung hieß, nach unten abgezogen werden. Eine Besonderheit war die gebogene Filmebene, welche sich dem Bereich der besten Abbildungsqualität des einfachen Objektivs besonders gut anpasste. Die Linse lag nun vor, anstatt bislang hinter der Blende (siehe Boxkamera), so dass sich ein kleiner Tubus vorn an der Kamera befand. An dessen linker Seite befand sich ein Hebel mit drei Stellungen: f/16, Entfernung ab 3 m f/11, Entfernung ab 3 m f/11 Entfernung 1 bis 3 m durch eingeschwenkte Nahlinse Die späte Ausführung der Clack enthielt einen eingebauten Gelbfilter anstelle der Blende f/16. Mit einem weiteren Hebel, rechts am Tubus, konnte wie gewohnt von Momentaufnahme mit 1/35 s Belichtungszeit auf Zeitaufnahme umgeschaltet werden, der dazu erforderliche Drahtauslöser-Anschluss lag direkt daneben. Oben auf dem Gehäuse befanden sich der gleiche Blitzanschluss, wie von der Synchro-Box bekannt. Agfa bot aber eigens den Clibo-Blitzer für 9,50 DM an. Ihn konnte man dadurch zusammenklappen, dass man seinen Griff in den Reflektor schwenkte. Für die Clack gab es Bereitschaftstaschen aus braunem Leder sowie -weit häufiger anzutreffen- aus Weichkunststoff in den Farben hellbraun, dunkelgrün und rot. Das moderne Gehäuse, beklebt mit schwarzen Lederimitat in einer Narbung, die an Krokodil und Schlange erinnerte, verfehlte seine Wirkung nicht: Obwohl die Clack mit 19,50 DM Verkaufspreis für einen Apparat mit Meniskuslinse schon ausgesprochen teuer war, übertraf ihre Verkaufszahl jene sämtlicher anderer Agfa-Boxen. Es folgte die nochmals erfolgreiche Click, die aber nicht mehr zu den Box-Kameras zählte. Agfa Box heute Auf dem Photografica-Markt machen die Agfa Nachkriegsmodelle, also Box 50, Syncro-Box und Clack etwa die Hälfte des Angebots an Box-Kameras aus. Die Schulprämie ist ungeachtet ihrer nennenswerten Stückzahl sehr selten anzutreffen, von der Trolix sind aufgrund des empfindlichen Gehäuses praktisch keine einwandfreien Exemplare mehr zu bekommen. Die Blitzgeräte sind, wie auch bei anderen Kameraherstellern ausgesprochen rar. Sie wurden seinerzeit aufgrund der hohen Preise (auch für die erforderlichen Blitzbirnchen) kaum gekauft. Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Agfa Box " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar. nach oben   Agfa Optima Bei der Agfa Optima handelt es sich um eine 1959 eingeführte Kamera mit Programmautomatik, wobei es sich um die erste Kamera überhaupt mit einer solchen Automatik handelte. Sie wurde 1968 und noch einmal 1976 von einer neuen Generation abgelöst und blieb bis zum Ende der Agfa-Kameraproduktion im Programm. Agfa bezeichnete auch einige weitere Kameras mit dem Namenszusatz Optima, diese besaßen ebenfalls eine Programmautomatik. Nachdem Agfa keine Kameras mehr produzierte, verwendete man die Bezeichnung Optima für einen Farbfilm. Optima-Modelle mit Auslösehebel Vorgeschichte Agfa bemühte sich besonders, einfach zu bedienende Kameras anzubieten, um auch technisch Unkundige zum Fotografieren zu bewegen und somit den Filmabsatz zu steigern. Die Schwierigkeiten lagen im Filmeinlegen, Fokussieren und Einstellen der Belichtung. Das Filmeinlegen war am unproblematischten, da es der Fotohändler beim Filmkauf übernehmen konnte. Blieben noch die Einstellungen vor der Aufnahme übrig. Die Entfernungseinstellung konnte man mit einen Fixfokus-Objektiv entfallen lassen, was allerdings eine geringe Lichtstärke voraussetzte. Im Falle eines nicht allzu lichtstarken Objektivs reichte eine ungefähre Einstellung, weswegen auch dieser Punkt nicht sonderlich problematisch war, zumal man den Vorgang leicht vermitteln konnte – auch der Laie vermochte schließlich den Abstand von der Kamera zum Motiv abzuschätzen und auf einer Skala einzustellen. So blieb noch die Belichtungseinstellung übrig. Die Bedeutung von Verschlusszeit und Blendenwert ließ sich praktisch nicht vermitteln, weswegen bereits in den 1930er Jahren auch wohlhabende Personen eine Boxkamera benutzten, um die komplizierte Bedienung zu umgehen. Alle einfachen Kameras benutzen aber nur eine oder zwei Belichtungseinstellungen, die lediglich ungefähr zu den gegebenen Lichtverhältnissen passten. Dabei führte Schwarzweißfilm mit seinem großen Belichtungsspielraum von mehreren Blendenstufen leicht zu guten Ergebnissen, Farbfilm schon weniger, die Verwendung von Farbdiafilm konnte nicht empfohlen werden, da dieses Material generell korrekt belichtet werden musste.   Agfa Optima Optimale Entfernung für ein Porträt-Foto: „Max und Moritz“ Agfa Optima-I Agfa Optima 500 sensor Agfa Optima 1535 Die Technik war Ende der 1950er Jahre soweit fortgeschritten, um an dieser Stelle mit einer automatischen Steuerung den Fotografen zu entlasten. Um alle Situationen zu erfassen, die mit freier Hand aufgenommen werden konnten, reichte es dabei nicht aus, nur die Blende bei feststehender Verschlusszeit zu verstellen, vielmehr mussten beide Werte beeinflusst werden. Deswegen erfand man im Camerawerk München von Agfa die Programmautomatik: Die Verschluss begann mit zunehmender Helligkeit die Verschlusszeit von 1/30 s bis zu 1/250 s zu verringern, wobei die Blende maximal geöffnet blieb, um mit möglichst kurzen Zeiten dem Verwackeln entgegenzuwirken. Bei 1/250 s angekommen schloss dann mit weiter Helligkeitssteigerung die Blende bis zum Maximalwert f/22, was auch für sehr sonniges Wetter ausreichte. 1959 konnte Agfa die erste Kamera mit diesem System vorstellen. Der Optima ging die Mittelformatkamera Automatik 66 voraus, ein Vollautomat, bei der sich die Belichtungszeit zu einem eingestellten Blendenwert selbsttätig anpasste. Im Gegensatz zu dieser verkaufte sich die neue Technik derart ausgezeichnet, dass die Produktionszahl bereits nach drei Jahren 1 Mio Kameras überstieg. Die erste Optima Um die Wirkung der Programmautomatik zu unterstreichen, erhielt die erste Kamera damit den Namen Optima. Sie besaß einen − enorm werbewirksam − magische Taste genannten Hebel links neben dem Objektiv, dessen Drücken der Zeiger eines Messwerks im Inneren der Kamera arrietierte, so dass er als Anschlag für jene Mechanik dienen konnte, welche die Belichtung einstellte. Im Sucher konnte man bei gedrückter Taste erkennen, ob die Helligkeit ausreichte - es erschien eine grüne, sonst eine rote Markierung. Bei Verwenden eines Blitzgerätes musste man Rad rechts unten am Objektiv auf das Blitzsysmbol stellen, dann arbeitete der Verschluss mit 1/30 s und die Blende ließ sich wie gewohnt einstellen. Dies galt auch für die Langzeitbelichtung, welches sich an dem Rad ebenfalls einstellen ließ. In Zeitungsannoncen warb Agfa für die Optima mit folgenden Worten: „Die magische Taste dieser wirklich vollautomatischen Kleinbildcamera ist über Nacht bei allen Photofreunden zur Sensation geworden. Die bisher üblichen Zahlen, Zeiger und Skalen sind verschwunden - und alles Ablesen, alles Rechnen entfällt. Nur ein Druck auf die Taste: Genauso wie Ihr Auge auf stärkeres oder schwächeres Licht reagiert, werden jetzt Blenden und Belichtungszeiten vollautomatisch stufenlos gesteuert. Die vollautomatische Agfa Optima meistert jedes Motiv, ganz gleich, mit welcher Filmsorte. Sie photographieren. Informieren Sie sich bald bei Ihrem Photohändler über die Agfa Optima mit der magischen Taste.“ Die Entfernungseinstellung – an dieser Stelle erlaubte der Stand der Technik noch für einige Zeit keine Automatisierung – ging bei der Optima und allen ihren Nachfolgern mit drei rastenden Symbolen vonstatten, nämlich Portrait (1,5 m), Gruppenaufnahme (4 m) und Landschaft (unendlich). An der Unterseite des Objektivs befand sich eine Entfernungsskala für eine genauere Einstellung. Bei der ersten Optima bildeten Lausbubenköpfe von Max und Moritz von Wilhelm Busch das erste Symbol. Die Optima besaß ein dreilinsiges Objektiv Apotar S 3,9 und kostete angemessene 238 DM. Sie benutzte - wie damals allgemein üblich - eine Selenzelle für die Lichtmessung und kam dadurch ohne Batterien aus. Optima I, II und III und 500 S Es lag nahe, die Funktion der magischen Taste mit der Auslösefunktion zu kombinieren und auf die rechte Gehäusevorderseite zu verlegen, was bereits 1960 mit der Optima I geschah. Dabei handelte es sich um ein mit 189 DM kostengünstigeres Modell, welches dafür nur das einfachere, aber ebenfalls dreilinsige Agnar anstatt ein Apotar besaß, mit f/2,8 und 45 mm Brennweite. Ihr Prontor-Lux-Verschluss arbeitete ebenfalls zwischen 1/30 s und 1/250 s. Die Optima II kostete mit einem Color-Apotar f/2,8, 45 mm sowie einem Prontomator-Verschluss 258 DM, die Optima III mit dem gleichen Objektiv, aber einem Compur-Verschluss, der bis zu 1/500 s reichte, 298 DM. Beide Modelle gab es auch mit einem gekoppelten Entfernungsmesser, nämlich als II S und III S, letztere lag dann aber bereits bei 358 DM, was für eine Kamera mit einem Dreilinser teuer erschien. Nachdem die III S auf den Exportmodellen schon immer passend zu ihrer kürzesten Verschlusszeit als 500 verkauft wurde, verwandelte sie sich 1963 generell in die 500 S, indem sie mit dem Solinar f/2,8, 45 mm endlich ein angemessenes, nämlich vierlinsiges Objektiv erhielt. Optima Reflex Die ungewöhnlichste Optima kam bereits 1960 heraus, handelte es sich bei ihr doch um eine zweiäugige Spiegelreflexkamera. Sie entsprach der Flexilette, es gab also Apotar f/2,8 mit 45 mm Brennweite als Aufnahmeobjektiv, besaß aber anstatt des Lichtschacht- einen Prismensucher und natürlich eine Selenzelle für die Steuerung der Programmautomatik. Sie kostete allerdings mit 398 DM doppelt so viel wie die Flexilette, ein Preis, der eigentlich ein Vierlinser erwarten ließ. Optima Ia Die Optima Ia stellte erneut eine richtungsweisende Konstruktion dar, was sich zwar nicht auf dem ersten Blick erkennen ließ, wohl aber, wenn man sie in die Hand nahm. Wog die ursprüngliche Optima 720 g, so lag die Ia nur bei auffallend leichten 400 g. Bei ihr bestanden nämlich das Gehäuse und die Filmführung aus Kunststoff. Dabei konnte man die Rückwand nach Öffnen einer Verriegelung an der Bodenplatte nach unten abziehen, um einen Film einzulegen. Der wesentliche Vorteil gegenüber einem Aluminium-Druckgussgehäuse bestand in der kostengünstigen Fertigung, musste der Kunststoff doch kaum nachbearbeitet werden. Zusammen mit einer perfektionierten Mechanik ergaben sich aber auch kleinere Abmaße. Agfa hatte einen Kunststoff gefunden, in dem sich Schrauben zuverlässig eindrehen ließen und der selbstverständlich schlagfest war. Der Preis der neuen Kamera entsprach mit 189 DM ebenso jener der Optima I, wie das Color-Agnar. Optima 500 SN Die Optima 500 SN von 1966 kostete 338 DM und besaß das vierlinsige Solinar f/2,8, 45 mm, aber keinen Entfernungsmesser. Sie besaß das Kunststoffgehäuse der Ia, wobei die neue hochglanzverchromte Kappe im Design der Parat gehalten war. Eine einfachere Optima gab es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, da man in der unteren Preisklasse auf den Rapid-Film setzte. Dies änderte sich erst 1968 wieder mit der Optima 200 Sensor Optima Sensor Optima 200 Sensor Als erste Kamera erschien 1968 die Optima 200 Sensor mit dem Sensorauslöser. Sie funktionierte im Wesentlichen wie die ursprüngliche Optima, auch besaß sie mit dem Apotar f/2,8 mit 42 mm Brennweite ein dreilinsiges Objektiv. Ihr Verschluss reichte aber nur bis zu 1/200 s, wovon sich die Modellbezeichnung ableitet, dafür brauchte man aber keine Messtaste mehr drücken. Bei gespanntem Verschluss gab es entweder eine gelb/grüne oder ein rote Markierung im Sucher zu sehen, mit dem Auslösen lief die Belichtungsautomatik dann von alleine ab. Überdies war das Blitzen vereinfacht worden, am Blitzschuh befand sich ein kleiner Hebel, welcher die Kamera in den Blitzmodus versetzte. Dann veränderte sich die Blende mit der Entfernungseinstellung. Hierzu musste die Leitzahl des Blitzgeräts an der Unterseite des Objektivs eingestellt werden. Eine Besonderheit bestand im Filmtransport: Der Film fädelte sich automatisch ein, wobei die Aufwickelspule unzugänglich unter einer Kunststoffplatte lag, damit beim versehentlichen Öffnen der Rückwand die bereits belichteten Fotos erhalten blieben. Außerdem die Filmpatrone rechts, musste also auf dem Kopf stehend eingelegt werden, und ging das Rückspulen nicht mit einer Kurbel vonstatten, sondern nach Umschalten des Filmtransports mit dem Schnellschalthebel. Hierzu musste ein kleiner Hebel rechts unten am Objektiv in Richtung Kameramitte und dann nach oben geschoben werden, anschließend sprang ein Metallstift heraus, der ihn in dieser Position hielt. Das sachlich gehaltene Kameradesign, welches sich von der Vorgängerbaureihe deutlich abhob, stammte von Schlagheck Schultes Design. Die Optima 200 Sensor kostete ca. 190 DM. Optima 500 Sensor Die Optima 500 Sensor von 1969 kam im gleichen Gehäuse daher, arbeitete aber ihrem Namen entsprechend mit Verschlusszeiten bis zu 1/500 s. Der entscheidende Unterschied bestand jedoch in der Belichtungsmessung mit Cds-Zelle. Solche Cadmiumsulfid-Fotozellen reagierten schneller auf Lichtänderungen, benötigten aber eine Batterie, welche in einem Fach an der rechten Seite des Gehäusedeckels ihren Platz fand. Die Mechanik für die Belichtungssteuerung blieb allerdings unverändert, ein elektronischen Verschluss gab es erst bei der Agfa Selectronic und dann bei der nachfolgenden Baureihe. Außerdem verzichtete die 500 Sensor sie auf die Blitzautomatik, im Hinblick auf die – allerdings noch teuren – sogenannten Computerblitze konnte man eine Blende am Objektiv einstellen, welche mit Aufschieben des Blitzgerätes aktiviert wurde. Diese Kamera kostete 249 DM, gegen Aufpreis gab es sie auch mit schwarzen Gehäusedeckeln. Stets besaß sie aber das gleiche Objektiv wie die 200 Sensor. Abgeleitete Modelle Von beiden Modellen existierten auch Versionen ohne Programmautomatik, die sich an Fotoamateure wandten. Sie fanden zwar nur wenige Käufer, Agfa konnte sie aber mit geringen Aufwand realisieren: Die Silette LK Sensor entsprach weitreichend der Optima 200 Sensor, war aber nur eine halbautomatische Kamera. Das Pendant zur Optima 500 Sensor hieß Selectronic Sensor. Optima Sensor electronic Allen Kameras dieser Serie ist gemeinsam: Agfa roter, großer, runder, zweistufiger Sensor-Auslöser großer Sucher mit mindestens einer roten LED zur Anzeige der Verwacklungsgefahr (ab 1/30 Sekunde) und als Batteriekontrolle auf der Unterseite ausklappbarer Patronenhalter für leichtes Filmeinlegen der belichtete Film landet in einer lichtdichten Kammer, so dass beim unbeabsichtigten Öffnen der Rückwand nur wenige Bilder zerstört wurden ein kleines Loch im Patronenraum durch das man beim Auslösen den Draht einer Büroklammer fallen lassen kann. Dann bleibt der Verschluss offen. Danach können beispielsweise die Belichtung oder das Objektiv zur Focussierung auf Unendlich (zur Filmlage) justiert werden. Filmrücktransport in die Filmspule mit dem Schnellspannhebel, nachdem über ein Druckdrehrad auf der Kameraoberseite der Rückwärtsgang eingelegt wurde Stativgewinde, normalerweise durch die Tragekordel benutzt Drahtauslöseranschluss für Drahtauslöser oder z. B. mechanischen Selbstauslöser Blitsschuh (außer flash, bei COMPACT Winkelschiene), der auf eine feste Zeit umstellt und wonach dann gemäß Blitzgerät manuell die Blende am Objektivtubus eingestellt werden muss komplette Elektronik auf einem Klebefilmstreifen, der auf eine Platine im Objektivtubus geklebt ist. Messzellen für die Belichtung im Objektivtubus, so dass eventuell aufgesteckte Filter in die Messung mit einbezogen werden. Filmempfindlichkeitseinstellung über eine mit zunehmender Tönung drehbaren Plastikscheibe über den Messzellen Filmempfindlichkeit von 15-28DIN (25-500ASA) (COMPACT 15-27DIN/ 25-400ASA) Paratronic Verschluss mit zwei Metallfolienpaaren bei den schwarzen Modellen gibt die Nummer im Batteriefachdeckel Rückschlüsse auf das Produktionsdatum, bei der Compact die Seriennummer Für die ersten Modelle gab es noch eine Ledertasche mit eingearbeitetem „Lederbecher“ für den Objektivtubus. Später gab es nur noch einen schwarzen Kunstlederbeutel. Während die Pocketkameras eine silberne Metallgliederkette hatten, gab es bei diesen Optimas nur eine silberne Rändelschraube mit schwarzem, geflochtenem Nylonband und einer Schulterauflage aus Gummi. Bei den ersten Gehäusen war die Scheibe, die auf der Unterseite den Filmtransport anzeigt, nicht geriffelt und vernickelt, sondern eben und abwechselnd rot und schwarz bemalt. Außerdem war das seitliche Stativgewinde, in das normalerweise der Tragegurt geschraubt wurde, noch aus Kunststoff. Weil aber von einigen Besitzern Stative mit zu langen Schrauben verwendet wurden, durchbrachen die Schrauben das Gehäuse und landeten in der Kammer mit dem belichteten Film, d.h. die Kamera war hin. Bei den ersten Objektiven war zur Vermeidung von Falschlicht und zur Kontrasterhöhung die nach außen zeigenden Ränder der verbauten Linsen geschwärzt. Optima 535 Sensor und 1035 Sensor Als letzte Generation setzten 1976 Optima 535 Sensor und 1035 Sensor die 1959 begonnene Linie fort. Ihre Formgestaltung stammte erneut von Schlagheck Schultes Design. Diese Modelle unterschieden sich vor allem mit ihrem moderneren Aussehen, wirkte doch die Vorgänger-Baureihe mittlerweile antiquiert, da die Kunststofftechnik inzwischen komplexere Gehäuseformen erlaubte. Außerdem konnte man die Kamera erheblich kleiner gestalten, da nun sämtliche Modelle den Paratronic-Verschluss mit seiner platzsparenden elektronischen Steuerung ausgerüstet werden konnten, den es zuvor nur bei der Selectronic gab. Auffällig war außerdem der ungewöhnlich große Sucher, welcher die Benutzung besonders leicht machte. Die Helligkeitssteuerung beim Blitzen ging entsprechend der Optima 500 Sensor vonstatten, da die sogenannten Computerblitze jetzt zum Standard zählten. Filmeinlegen und -transport funktionieren unverändert, lediglich befand sich der Schnellschalthebel nunmehr oben auf der Kamera. Die Optima 535 Sensor hatte als Objektiv ein Solitar 1:2,8/40 (4 Linsen, einfach vergütet) und der Paratronic Verschluss schaffte den Bereich von 1/30-1/500 Sekunde. Ihr empfohlener Preis lag bei 259 DM. Die Optima 1035 hatte prinzipiell das gleiche Objektiv nur in hochwertiger Ausführung (Solitar S 1:2,8/40 (4 Linsen, Mehrschichtvergütung)) und der Paratronic Verschluss mit 15-1/1000 Sekunden (LED grün für 1/30-1/1000; LED Rot 15s-1/30). Der Verschluss konnte bedeutend länger als 15 Sekunden (ca. 3 Minuten) wobei er sich dann unter lautem Gejaule schloss; die Bilder waren aber einwandfrei belichtet. Der eingebaute mechanischer Selbstauslöser ist das Ergebnis des Kampfes zwischen der „mechanischen“ Agfa Gruppe und der „elektronischen“ Agfa Gruppe; so fühlten sich beide ausreichend vertreten. Als Besonderheit wird bei der 1035 die eingestellte Entfernungsvorgabe durch Symbole und einen mit dem Objektiv gekoppelten roten Pfeil im Sucher angezeigt. Optima 335 Sensor und 1535 Sensor 1978 folgte die preiswerte Optima 335 Sensor mit Objektiv Agnatar 1:3,5/40 (3 Linsen, einfach vergütet)) und einer Belichtungszeit 1/30 bis zu 1/300 Sekunden. 1979 kam das Topmodell Optima 1535 Sensor mit Paratronic Verschluss 15s-1/1000, hochwertigem Objektv (Solitar S 1:2,8/40 (4 Linsen, Mehrschichtvergütung)) und einem eingebauten Mischbildentfernungsmesser zur punktgenauen Scharfstellung des Objektives. Sie wurde für etwa 300 DM verkauft. Außerdem gab es nun das im Design angepasste würfelförmige schwarze Optima Lux Blitzgerät (Leitzahl 12?), das eine eigene Messzelle besaß und von zwei separaten AAA Zellen versorgt wurde. Optima Sensor electronic und flash Aus Kostengründen verlegte Agfa die Produktion nach Portugal/ Coimbra in das sogenannte Reflecta Werk. Hier wurden nun nicht nur die Projektoren (Diamator und Diamator AF), sondern auch die Optima Sensor electronic (baugleich mit der Optima 535 Sensor) und die dem Trend der Zeit entsprechend mit eingebautem, d.h. in diesem Falle aufklappbarem Blitz ausgestattete Kamera flash hergestellt. Die flash wirkte wegen dieses unplanmäßigen Einbaus etwas klobig und schwer, bot aber zufriedenstellende Funktionlität. Optima 935/ COMPACT Die sssssit Kamera (Agfa Werbung) von 1981 hatte in der Aufwickelspule einen winzigen „Gummimetall“ Motor, der bei Betätigung des Schutzschiebers vor dem Sucher den Objektivdeckel verschob und das Objektiv elektrisch ein- bzw. ausfuhr. Dieses Prinzip wird bis heute bei Digitalkameras angewandt. Weitere Besonderheiten neben der fast olivgrünen Farbe war der 1/45 bis zu 1/1250 Sekunden schnelle Verschluss. Das versenkbare Objektiv war ein sehr scharf zeichnendes mehrschichtenvergütetes vierlinsiges 1:2,8 39mm Solinar. Zum Lieferumfang gehörten ein Metallwinkel und ein Kabel zum Anschluss eines normalen Blitzgerätes, falls man das separat käufliche seitlich anschließbare Blitzgerät nicht kaufen wollte oder dessen Leistung zu gering war. Die Compact war die letzte in München hergestellte Kamera. Die Bezeichnung Optima bei anderen Baureihen Die Programmautomatik baute Agfa auch in Kameras anderer Baureihen ein, die dann eine Zeit lang den Namenszusatz Optima erhielten. So kam es zu den Modellen Rapid Optima und Rapid Parat. 1974 erschienen dann noch die Pocketkameras 5000 Optima Pocket Sensor und 6000 Optima Pocket Sensor mit elektronischer Verschlusssteuerung. Mit dem Übergang zur Agfamatic 5008 Makro Pocket Sensor und 6008 Makro Pocket Sensor entfiel der Namenszusatz schließlich, obwohl diese beiden Kameras die Programmautomatik unverändert beibehielten. Schließlich existierte noch die Agfa Compact unter der alternativen Bezeichnung Optima 935. Die Compact konnte man allerdings auch als eine neue Generation der Optima-Serie sehen. Alle mit Optima bezeichneten Kameras besaßen auch eine Entfernungseinstellung mit drei einrastenden Symbolen. Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Agfa Optima " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar. nach oben Bessamatic Bei der Voigtländer Bessamatic handelte es sich um eine mechanische 35 mm Spiegelreflexkamera deutscher Nachkriegsproduktion. Aufgrund ihrer technischen Ausstattung kann sie mit zu den besseren Erzeugnissen der damaligen Phototechnik gezählt werden.   Gehäuse Metallgehäuse mit üblichem Prismenbuckel und Blitzschuh (ohne Kontakt). Schnellspannhebel mit Umkehr durch Rückspulhebel. Film ist beim Einlegen in die Achse und den Traktor am Ende zu knicken. Mechanische Einstellung von Filmtyp (SW, Farbe,Kunstlicht), Filmempfindlichkeit (DIN und ASA) sowie Filterkorrekturfaktor. Selbstauslöser und Fernauslöser (Kabel), verschiedene Blitzsynchronisationen (Anschluss über externes Kabel) zur Wahl, automatisch rückstellender Filmzähler und durch Zweifingerverschluss gesicherte Klappe. Neben üblichem Stativgewinde am Gehäuse angebauter kleine Dreipunktauflage für stabilen und balancierten Stand auf flacher Oberfläche Bessamatic Verschluss und Wechselobjektive Zentralverschluss (1-1/500 s., Bulb) im Gehäuse integriert, Blende jeweils im Objektiv. Mechanische Kupplung zwischen Gehäuse und Blende durch den Bajonettverschluss der Wechselobjektive. Kleinste Brennweite 35 mm, verschiedene Wechselobjektive bis hin zur frühen "Gummilinse" (Zoom) erhältlich. Objektive ebenso wie Kamera aus Metall. Belichtungssteuerung Im Vergleich zu heutigen, weitgehend automatisierten Spiegelreflexkameras erfordert die Bessamatic eine gewisse, allerdings weitestgehend durch die Kamera unterstützte, Einstellarbeit durch den Photographen. Die Bedienung ist durch den durchdachten Aufbau und die technischen Hilfen schon bald intuitiv möglich. Anzeige, manuelle Nachführung und damit Abgleich der eingestellten Belichtung und des Belichtungsmesswertes im Sucher. Ein Zeiger für Zeit und Blende gekuppelt, eine Zeigernadel für den Messwert. Belichtungsmessung mittels alternder Selenzelle auf der Gehäusevorderseite. Einstellung der Blende am Gehäuseknopf, Einstellung der Zeit am Verschluss mit gegenläufiger, gekuppelter Blende. Genaue Anzeige der jeweiligen Schärfentiefe über zwei Zeiger am Bajonettverschluss/Objektiv. Ablesbarkeit der jeweiligen Blende und Zeit am Verschluss. Scharfstellung am Objektiv mit Korrektur über den optischen Entfernungsmesser im Sucher (Prismenring und Schnittkantenlinie). Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Bessamatic " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar. nach oben Boxkamera Als Boxkamera, auch Box-Camera bezeichnet man eine besonders einfache Kamera für Rollfilm, diesen Kameratyp gab es von 1900 bis etwa 1970 zu kaufen, populär war er bis Mitte der 1950er Jahre. Entstehung Kodak Nr. 1 und Nr. 2 Kodak brachte 1888 mit der Kodak Nr. 1 eigens eine Kamera heraus, um seinen Rollfilm verkaufen zu können. Diese Kamera war von einfacher Konstruktion, um auch technisch unbegabte Interessenten ansprechen zu können. So musste man weder die Kamera auseinander klappen, noch viel daran einstellen.   Agfa Box Zeiss Ikon Baldur Bilora Boy Dies galt noch viel mehr für den Nachfolger Nr. 2 von 1901. Belichtete die Nr. 1 noch kreisrunde Bilder, so gab es nun rechteckige Negative im Format 21/4“ x 31/4“, was 6 cm x 9 cm entsprach. Neu an der Nr. 2 war auch das Gehäusematerial, Karton kam bislang noch nicht im Kamerabau vor. Damit konnte dieser Apparat im Gegensatz zur teuren Nr. 1 ungewöhnlich preisgünstig angeboten werden und damit zum gigantischen Erfolg werden. Nach 20 Jahren, er befand sich zu diesem Zeitpunkt immer noch in Produktion, waren bereits 2,5 Mio. Stück verkauft. Die sofortige Einsatzbereitschaft der Kamera drückte auch der Werbespruch aus: You press the button, then do the rest!, also frei übersetzt: Drücken sie erst einmal ab und erledigen sie dann alles weitere. Bei der Nr. 1 hieß es noch: You press the button, we do the rest!, dieses Modell gab man nämlich noch beim Fotohändler ab und bekam es später mitsamt neu eingelegten Film, Negativen und Abzügen zurück. Der Begriff „Box“ In den USA Kodak erwähnte anfänglich das Wort „Box“ überhaupt nicht, sondern gab den Modellen Namen wie Brownie. Man vermied sogar jeden Anschein, es könnte sich um ein Billigprodukt handeln, was beispielsweise im Slogan Not a toy, but a camera! zum Ausdruck kam. Der Volksmund sprach dann aber sehr bald von einer „Box-Camera“, so dass sich dieser Begriff dann auch durchsetzte. In Deutschland In Deutschland wäre der korrekte Begriff „Rollfilm-Kastenkamera“ gewesen. Kastenkameras gab es bereits zu Beginn der Fotografie, es handelte sich um das einfache Pendant der aufwändigen Balgkameras. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts sprachen die Fotokataloge auch häufig von Schülerkameras. Diese Apparate verwendeten noch Glasplatten, welche separat mitzuführen und vor der Aufnahme aufwendig einzusetzen waren. Im Falle der neuartigen Rollfilmmodelle übernahm man aber sofort den Begriff „Box“ aus Übersee. Technik Gehäuse Da das Gehäuse einfach und ohne teure Werkzeuge zu fertigen sein musste, bestand es vorzugsweise aus Stahlblech, bei teuren Kameras auch schon einmal aus leichtem Aluminiumblech, bei billigen aus Pappe. Kunststoffgehäuse waren selten, da die große Zeit dieses Werkstoffs erst mit Ende der Box-Ära begann. Der typische Aufbau sah wie folgt aus: Es gab eine Frontplatte, an der das Objektiv, der Sucher und der Verschluss befestigt waren. Bei manchen Kameras war diese Platte fest mit den Seitenteilen verbunden und man konnte die rückwärtige Wand entweder aufklappen oder abnehmen. Dann ließ sich die Einheit für Filmführung und Spulenhalter herausnehmen, wozu man Filmtransportrad oder -knebel leicht herausziehen musste. In die ausgebaute Einheit ließ sich dann ein Film einspannen. So waren insbesondere die Agfa-Box-Kameras aufgebaut. Bei einer anderen Variante ließ sich die Frontplatte vom Gehäuse abziehen. In diesem Fall saß die Filmführung an der Frontplatte, wurde also aus dem Gehäuse mit herausgezogen. Objektiv Das Objektiv einer Box-Kamera bestand aus Kostengründen aus nicht mehr als zwei Linsen, in den allermeisten Fällen nur aus einer Linse. Meniskus Im Falle einer Linse kam ein Meniskus, auch Monokel genannt, zum Einsatz; also eine konvex-konkav geformte Sammellinse. Diese Linse konnte man vor oder aber – dann um 180° gedreht – hinter der Blende anordnen. Im letzteren Fall befand sich zumeist ein Schutzglas vor Blende und Verschluss. Auf die Abbildungsqualität hatte die Linsenposition keinen Einfluss, wohl aber auf die Verzeichnung. Vor der Blende angebracht erzeugte sie eine kissenförmige, dahinter eine tonnenförmige Verzeichnung. Letzteres bedeutete einen Tubus, der in die Kamera hineinragte. Dies führte zum vollkommen eckigen, aber auch sehr großen Gehäuse. Eine akzeptable Abbildungsqualität ließ sich nur mit einem kleinen Öffnungsverhältnis erreichen. Beim Filmformat 6 x 9 liegt die Grenze bei 1 : 11, der dann auch häufig anzutreffen war. Weil die Abbildungsqualität eines Meniskus zum Bildrand hin rapide abfiel und dieser beim quadratischen Format 6 x 6 weniger weit weg lag, konnte man dabei die Öffnung auf 1 : 9 vergrößern. Periskop Die Verzeichnung eines Meniskus ließ sich durch den Einsatz von zwei solcher Linsen ausgleichen, die symmetrisch um die Blende herum angeordnet waren. Wegen der höheren Kosten kam dies aber selten zum Einsatz. Achromat Bei ganz wenigen Box-Kameras kam ein Achromat zum Einsatz, also zwei verkittete Linsen, deren Farbfehler sich ausgleichen. Dieser Aufwand ließ sich aber nur in der wenig nachgefragten oberen Preisklasse realisieren. Entfernungseinstellung Zumeist besaßen Box-Kameras keine Entfernungseinstellung, also ein Fixfokus-Objektiv. Bei 6 x 9 wurde dann alles ab etwa 3 m bis 4 m scharf abgebildet. Für den Bereich von 1 m bis 2 m gab es so genannte Portraitlinsen. An wenigen Kameras ließ sich auch eine Entfernung in zwei oder drei Stufen einstellen. Ein verschiebbares Objektiv bedeutete allerdings schon einen erheblichen Aufwand, der für die Billigmodelle nicht infrage kam. Außerdem bestand die Gefahr, dass unerfahrene Benutzer dann schon einmal mit der falschen Einstellung unscharfe Bilder erzeugen. Blende So gut wie alle Kameras ließen sich abblenden, was gewöhnlich durch ein in den Strahlengang einschwenkbares Lochblech geschah. Zumeist standen die Blenden 11 und 16 zur Auswahl, manchmal auch bis zu 3 Blendenwerte. Die Werte selbst waren allerdings, wie die Verschlusszeiten, oft nicht eigens angegeben. Das Abblenden brachte bei einer Meniskuslinse einen erheblich größere (und beim Mittelformat akzeptable) Abbildungsqualität mit sich. Die damit erzielte größere Schärfentiefe war ein Nebenprodukt, teils diente die Blende, zusammen mit den einfachen Verschlusszeiten, einfach der Belichtungsregelung. Bei manchen Boxen war zusätzlich eine Nahlinse oder ein Gelbfilter auf dem Blendenschieber angebracht und konnte so einfach ausgewählt werden. Verschluss Da der Verschluss generell zu den teuren Teilen einer Kamera gehört, beschränkten sich dieser bei den Box-Kameras ebenfalls auf das notwendigste. Praktisch alle Boxmodelle besaßen lediglich eine einzige Verschlusszeit, die im Bereich von 1/25 s bis 1/40 s lag und häufig, wie die Blende, nicht einmal vom Hersteller angegeben wurde. Zum Standard gehörte allerdings auch die Umschaltung auf Langzeitbelichtung, der zugehörige Hebel besaß die Positionen M (für die Momentaufnahme 1/30 sek.) und Z (für die Zeitaufnahme). Der Verschluss bleibt hierbei offen solange der Auslöser gedrückt bleibt. Dies konnte technisch mit geringem Aufwand realisiert werden, ebenso wie der dazu eigentlich unumgängliche Drahtauslöseranschluss. Die eckige Bauweise der Kamera sorgte für die notwendige gute Auflagefläche, teils waren auch Stativgewinde vorhanden. Aufgrund der anfangs geringen Filmempfindlichkeiten wurde mit dem offenen Verschluss so ein Photographieren auch bei bedecktem Himmel oder in Räumen möglich, auch das Blitzen war (unsynchronisiert) mit (pyrotechnischem) Blitzlichtpulver, Beutel- oder später sogar mit den saubereren, elektrisch gezündeten Kapselblitzen (Einweg-Birnen) möglich. Die Hersteller lieferten für das Abschätzen der Belichtungszeit bzw. Blitzentfernung jeweils Anleitungen mit. Der Verschluss war, auch wegen seiner Einfachheit, selbstspannend, brauchte daher nicht, wie bei besseren Kameras, vor dem Auslösen in einem getrennten Schritt gespannt zu werden. Der Filmtransport war getrennt vom Auslöser und geschah durch einen zu drehenden Knebel oder ein Rädchen, über ein rotes Fenster auf Kamerarückseite musste dabei die richtige Stellung des Rollfilms beobachtet werden. Rotationsverschluss Bei den billigen Kameras bewegte sich beim Verschluss eine Scheibe in eine Richtung, wobei ein Langloch den Strahlengang kurzzeitig freigab. In der Endposition blieb sie stehen und drehte sich beim nächsten Auslösen in die andere Richtung. Der Auslösehebel stand entsprechend mal in der unteren, mal in der oberen Position, musste also abwechselnd in die eine und andere Richtung gedrückt werden. In Deutschland gab es dieses primitive System nur an frühen Eho-, Beier- und Agfa-Boxen. Einen solchen Verschluss besaß bereits die Kodak Nr. 1 (Eastmann Rotory Shutter). Häufiger bewegte sich die Scheibe des Verschlusses und Auslösehebel nach dem Belichten in die ursprüngliche Position zurück. Während dieses Vorgangs senkte sich ein Löffel- oder Deckelschieber so in den Strahlengang, dass lediglich während des Herunterdrückens belichtet wurde. Blitzsynchronisation Mit dem Zeitverschluss war mit jeder Box ein (unsynchronisiertes) Blitzen bei offenem Verschluss möglich. In den USA waren bereits Ende der 1940er Jahre Flash Blubs enorm populär. Philips und Osram stellten diese Blitzbirnen dann im Frühjahr 1950 auf der Photokina vor, woraufhin bereits zum folgenden Weihnachtsgeschäft die ersten synchronisierten Boxmodelle mit einem (bald auch genormten) Anschluss für die noch klobigen Blitzgeräte dafür herauskamen, noch bevor so etwas für die teuren Kameras, etwa die Leica, angeboten werden konnte. Am Anfang der Einführung war die Blitzsynchronisation manchmal unzuverlässig. Blitzbirnen enthalten Leichtmetall-Drahtwolle oder -folie, die in dem mit Sauerstoff gefüllten Glaskolben verbrennt und dabei etwa eine 1/25 - 1/30 sek. lang leuchtet, was wiederum etwa der Verschlusszeit der Kamera entspricht. Aufgrund der für die Zündung notwendigen Zeit wird die Birne bei der Synchronisation etwa 1/50 Sek. vor Verschlussöffnung gezündet, was zunächst manchen Herstellern Probleme bereitete. Die genaue Zeit war bei manchen Kameras etwa vom Druck auf den Auslösehebel abhängig. Bei anderen Kameras, etwa der Tengor-Box von Zeiss Ikon, arbeitete dies aber von Beginn an einwandfrei. Ein weiteres Problem bereitete die für die Birnen eher geringe Zündspannung, einhergehend mit einem hohen Batterieverbrauch. Oft hatten die Blitzgeräte lediglich eine 1,5 V-Batterie, später wurden 22,5 V-Hörgeräte-Batterie (oder stärkeres) eingebaut. Mit der Konstruktion der batterieschonenden Kondensator-Schaltungen als Spannungswandler hatte sich das Problem bald erledigt. Zählwerk Alle Box-Kameras verwendeten auf dem Papierträger des Rollfilms aufgedruckten Zahlen als Zählwerk, analog etwa den späteren Filmkassetten. Die Zahlen (und Pfeile) wurden durch ein rotes Fenster beobachtet, der Film nach dem Belichten bis zur nächsten Zahl weitertransportiert. Kameras, die mit Masken auf verschiedene Bildformate umbaubar waren besaßen entsprechend mehrere Fenster, was aber auch zu Verwechselungen führen konnte. Mit Erscheinen der empfindlicheren Isochrom-Filme Mitte der 1930er Jahre und mit der (teils üblichen) Verwendung von Rollfilmformaten ohne Papierträger bekamen das rote Fenster einen Schieber, um es bei Bedarf lichtdicht verschließen zu können. Sucher Rahmensucher An frühen Boxkameras ließ sich häufig ein einfacher Rahmen ausklappen, der als Sucher diente. Die Kamera wurde dazu in Augenhöhe gehalten. Dies entsprach selbst in den 1930er Jahren aber längst nicht mehr dem Stand der Technik und kam später nicht einmal mehr bei den primitivsten Kameras vor. Brillant-Sucher (und Mattscheibensucher) Fortschrittlicher als der Rahmensucher war der häufige Brillantsucher, was in der Werbung für gehobenere Modelle gerne hervorgehoben wurde. Eine rechteckig geschliffene Sammellinse zeigte über einen Spiegel ein seitenverkehrtes, vergleichsweise helles Bild. Ein Nachteil bestand in der etwas unpräzisen Begrenzung. Die Brillantsucher waren in der Regel doppelt vorhanden, für Hoch- und Querformataufnahmen. Der Lichteintritt war an der Frontplatte der Kamera, der Einblick war an der jeweiligen Gehäuseseite. Gezeigt wurde, wie beim späteren Schachtsucher zweiäugiger Kameras, ein seitenverkehrtes, allerdings kleines Bild. Kameras mit Brillantsucher wurden meist bzw. normalerweise in Bauchhöhe gehalten und ausgelöst. Beim Mattscheibensucher handelt es sich um den lichtschwächeren, sonst weitgehend ähnlichen Vorläufer des Brillantsuchers. Er sollte nicht mit der Mattscheibe der Großformatkameras oder Spiegelreflexkameras verwechselt werden. Durchsichtsucher Der bei den Sucherkameras übliche Durchsichtsucher (in den verschiedenen Bauarten) ließ sich am rechteckigen Box-Gehäuse nicht praktikabel anbringen, er war erst bei späteren Kunststoff-Bauarten der Box üblich. Zu nennen ist hier die Agfa Clack, eine der ersten Kameras mit entsprechendem Gehäuse. Die Clack kann technisch zwar noch zu den Box-Kamera gezählt werden, konnte aufgrund des formschönen, recht modernen Kunststoffgehäuses (und des Preises) gut mit anderen, zeitgleichen Kameramodellen mithalten. Verbreitung Vor dem ersten Weltkrieg Zu Beginn des Rollfilms besaß Kodak einen großen technischen Vorsprung. Keinem anderen Hersteller gelang es, einen flexiblen Filmträger zu entwickeln, Agfa gab seine Bemühungen 1905 sogar vorübergehend auf. So stand Kodak mit seinen Box-Kameras konkurrenzlos dar. Den deutschen Markt eroberte man daraufhin mit einer bislang unbekannten Intensität. Sehr zum Ärger des Fotohandels begann man 1911 auch noch, ein eigenes Verkaufsnetz aufzubauen. Mit Kriegsbeginn verschwanden US-Produkte für die nächsten zehn Jahre vom Markt, erst nach der großen Inflation konnten sie wieder angeboten werden. Situation um 1925 Die Ankündigung Kodaks, wieder auf dem deutschen Markt aktiv zu werden, stieß zwar auf wenig Begeisterung, inzwischen glaubte die deutsche Industrie aber mithalten zu können. So sagte der Vorsitzende des Photo- und Kinohändler-Bundes, Franz Herder im Fachmagazin Die Photographische Industrie: „Sollte die Kodak A. G. ... geglaubt haben, dass die deutschen Händler wie in früheren Jahren sich ausschließlich mit dem Verkauf der Kodak-Erzeugnisse in den Hintergrund stellen würden, dann hat sie sich geirrt. Wir können ohne Übertreibung sagen, dass Apparate, Filme und Papiere heute in Deutschland in erstklassigen Qualitäten hergestellt werden.“ Tatsächlich produzierte AGFA seit 1915 Rollfilme und kam 1916 mit den Modellen Film-K von Ernemann aus Dresden die ersten Kameras dafür heraus. Diese Kastenkameras in Holzbauweise mit angesetztem Verschluss konnten zwar eine Kodak noch nicht in den Schatten stellen, stellte aber schon einmal ein Anfang dar. So vermochte Kodak 1925 nicht mehr konkurrenzlos allein auf dem deutschen Markt agieren. Schon im Frühjahr 1924 erschien die erste deutsche Box-Kamera, die mangels Werbung und technischer Perfektion aber kaum Käufer fand. Volkskamera Um 1928 war unter den Fotoverkäufern der Begriff „Volkskamera“ populär, noch bevor von Volkswagen und Volksempfänger gesprochen wurde. Darüber, wie solch eine ebenso leicht zu bedienende, wie preisgünstige Kamera aussehen sollte, bestand aber noch Uneinigkeit. Manche forderten zunächst einen Apparat für die Fotoplatten im Format 9 x 12, darunter der schon sehr bekannte Fotoversender Hanns Porst. Technisch hielt man ein kleineres Format anfangs für qualitativ unzulänglich, hier und da spielte auch die Abneigung gegen den „amerikanischen“ Rollfilm eine Rolle. Ganz fortschrittliche Stimmen dachten an den Kleinbildfilm, der Stand der Technik gestattete es allerdings noch nicht, hierfür wirklich preisgünstige Kameras herzustellen. Mit kleinen Formaten konnte man keine genügend großen Kontaktabzüge anfertigen, also mit minimalem Aufwand Papierbilder erzeugen. Vergrößerungen waren so vergleichsweise teurer, da auch technisch aufwendiger. Die Fabrikanten machten dann mit neuen Rollfilmkameras den ersten Schritt, insbesondere wies Zeiss-Ikon mit der Box Tengor den Weg. Der Durchbruch Im Oktober 1930 stellte Emil Hefert (Firma Eho) aus Dresden sein Modell mit den Worten vor: „Eho, die Volkskamera im wahren Sinn des Wortes.“ Max Baldeweg (Firma Balda) präsentierte ebenfalls eine interessante Box, und vor allem verhalf die mächtige Agfa der Box zum gigantischen Erfolg, woran richtungweisende Werbekampagnen ihren Anteil hatten (siehe Agfa-Box). Motor für diese Aktivitäten war vor allem die miserable Wirtschaftslage, der Umsatz der Fotohändler fiel 1930 ganz besonders übel aus, der die Händler im Sommer dieses Jahres zur gemeinsamen Werbeaktion bewog, mit dem Slogan „Wer photographiert, hat mehr vom Leben“, der sich in allen Schaufenstern fand. Resonanz der Fotohändler Die Fotohändler begeisterten sich nur wenig für den Boom der neuen Einfachkameras. Zwar begrüßten sie den neuen Kundenkreis, darunter insbesondere die Schüler, aber dass sogar „prestigebewusste Mercedes-Fahrer“ sich mit den „Idiotenkameras“, wie sie diese Apparate gerne nannten, begnügten, ging erheblich zu weit. Viel lieber verdienten sie 100 RM am Verkauf einer Leica, als die gleiche Summe mühsam mit zahlreichen 6 x 9-Abzügen. Der Münchner Fotohändler Fisius beschrieb hierzu im Fachblatt Die Photographische Industrie seine Eindrücke beim Nachmittagskaffee eines noblen Heidelberger Ausflugsrestaurant im Juli 1934: „Innerhalb einer Stunde zählte ich zwei Leicas, eine Contax, eine Rolleiflex, zwei oder drei Rollfilm-Apparate in der Art der Bessa oder Ikonta und 18 Boxkameras!“ Dabei befand er: „All diese Leute, die ich mit einer Box sah, und zwar meistens mit der billigen Vier-Mark-Box, hätten sich einen besseren Apparat leisten können.“ Und seine Erregung ging dabei so weit, dass er vorschlug die Box „... alle denen zu verekeln, die sich sehr wohl einen besseren Apparat leisten können.“ Es sollte so sein, „... dass man, wenn man etwas auf sich hält, nicht auf der Promenade, auf der Reise und im vornehmen Seebad eine Boxkamera spazieren tragen darf. Es muß mindestens eine zusammenklappbare Rollfilmkamera sein!“ Diese Gedanken blieben allerdings nur ein Wunsch, aufhalten konnten sie die Box nicht. In der Nachkriegszeit Nach 1945 ließen neue Einfach-Kameras auf sich warten. Zunächst begann die Produktion der teuren Modelle, etwa bei Rollei und Leitz. Erst nach der Währungsreform erschienen wieder Box-Kameras, 1949 beinahe wöchentlich neue Modelle. Dabei verwunderte das mittlerweile antiquierte Design schon ein wenig, insbesondere, dass Agfa nur ein technisch unverändertes Vorkriegsmodell herausbrachte. Dennoch verkauften sich diese Kameras besser als je zuvor. Noch 1954 fanden sie reißenden Absatz, Anfang 1955 änderte sich die Situation aber sehr plötzlich. Insbesondere die modern geformte Agfa Clack ließ die bisherigen Blechkästen so alt erscheinen, dass sie nun kaum noch jemand haben wollte. Fotografieren mit einer Box Bildqualität Die eingeschränkte Qualität der einlinsigen Objektive produzierte ausgesprochen flaue Bilder, weswegen es sich unbedingt empfahl, dem mit viel Sonnenschein entgegenzuwirken. Allerdings waren die meisten Box-Kameras ohnehin im Sommerhalbjahr, insbesondere in der Ferienzeit im Einsatz. Bewegte Motive Neben der Kontrastarmut ließen sich Bilder der Box-Kameras auch an der Bewegungsunschärfe erkennen. Die lange Verschlusszeit verlangte nach möglichst unbewegten Motiven, laufende Menschen erschienen schon ziemlich unerkenntlich, von Aufnahmen von fahrenden Automobilen oder Zügen musste man absehen. Farbfilme und hochempfindliche Filme Alle Berichte sprachen einstimmig davon, dass sich mit Box-Kameras problemlos Farbfilme belichten ließen, obwohl die Objektive dafür nicht besonders korrigiert waren. Allerdings hatte dies nur theoretische Bedeutung, zwar nahmen die autorisierten Agfa-Händler ab Januar 1950 Farbfilme zur Entwicklung an, so gut wie niemand legte jedoch einen solchen Film in eine Box ein, war dies doch, wie zu anfangs jeder Farbfilm, immens teuer. Dies betraf nicht nur die Filme, sondern auch die Abzüge davon, kostete doch ein Abzug im Format 9 x 12 mit etwa 2 DM vier- bis fünfmal soviel wie in schwarzweiß. Beim Verwenden von hochempfindlichen Filmen über ISO 100/21°, und bei Filmen mit breiter Empfindlichkeit über das ganze Farbfrequenzspektrum (sog. PAN-Filmen), wie sie in den 1950er Jahren zunehmend erschienen, war mitunter Vorsicht geboten. Insbesondere bei Verwendung von Filmen ohne Papierrückenteil. Die mögliche Fehlerquelle war dieselbe. Das rote Fenster des Bildzählwerks hielt dafür nicht genügend Licht vom Film fern, so dass sich mitunter ein weißer Fleck mit der Bildzahl in der Mitte auf dem fertigen Abzug befand. Natürlich war hier unter Umständen auch die feste Verschlusszeit der Box im Weg. War es beim Vergrößern von Schwarz-Weiß-Material noch möglich, im Labor die Belichtung nachträglich zu korrigieren, lieferte diese Praxis beim Farbmaterial mit seinem geringeren Belichtungsspielraum mitunter schlechtere Ergebnisse. Die weitergehende Entwicklung der Kamera- und Filmentwicklung lieferte aber bald Lösungen hierfür. Blitzen - Beutelblitz und Blitzlichtbirnen Vor dem Krieg lief das Blitzen generell mit speziellem Blitzlichtpulver ab. Gewöhnlich mischte man Magnesium und Kaliumchlorat im bestimmten Verhältnis und entzündete es mit einem mechanischen Gerät, welches mit einem Reibstein Funken erzeugte. Diese Prozedur ließ sich mit dem Beutelblitz vereinfachen. Diese ähnelten einem Teebeutel, sie enthielten Blitzpulver und besaßen eine Schnur zum Aufhängen an ihrer Oberseite und eine Zündschnur an der Unterseite. Diesen Beutel hing man beispielsweise an einen Besenstiel auf und stellte tunlichst eine Auffangschüssel darunter. Bei verdunkeltem Raum öffnete man den Kameraverschluss und hielt ein Streichholz an die Zündschnur. Die Verbrennung erzeugte allerdings Rauch, Dreck und Staub. Zudem bestand Feuergefahr, auf brennbares Material in der Umgebung musste sehr geachtet werden. Kolbenblitzgeräte (Kapselblitze, Blitzlichtbirnen, Flash Bulbs) stellten daher einen wesentlichen Fortschritt dar. Das Blitzen mit den neuen Blitzgeräten für Blitzlichtbirnen war zunächst ausgesprochen teuer. Schon die Geräte selber kosteten nahezu soviel wie die (einfache) Kamera selber, hinzu kamen Batterien und die Birnen zu anfänglich 80 Pf, später fiel ihr Preis auf immer noch teure 40 Pf. Schließlich kostete ein Schwarzweißfilm damals gerade einmal 1,50 DM! Aus diesem Grund kaufte kaum jemand diese Geräte für eine Boxkamera. Für Berufs- und Pressephotographen stellten sie aber eine brauchbare Weiterentwicklung dar, der später Kondensatorblitze und Elektro- bzw. Elektronikblitze folgten. Bekannte Hersteller In Deutschland Die in Deutschland am weitesten verbreitete Boxkamera ist die preiswerte Agfa Box in ihren verschiedenen Ausführungen. Zu den weiteren Herstellern von Boxkameras gehören u.a. die deutschen Firmen Woldemar Beier (Freitaler Kameraindustrie Beier & Co.), Carl Braun, Certo-Camera-Werk, Colibri-Kamerabau, Dangelmaier, EHO, Zeiss Ikon (Tengor-Boxen), Ernemann, Camera-Werk Adolf Gerlach, ICA, Eduard Liesegang, Friedrich Linden, Steinheil und Münster Kamerabau, Pouva (Marke Pouva Start), Kürbi & Niggeloh Radevormwald (Markenname Bilora), Vredeborch aus Nordenham (Marke Aleata, z.Bsp. Baby Box, Optomax-Syncrona). Im Ausland In Frankreich wurden Boxkameras von Luminor, Lumiere & Cie. und Boyer hergestellt; auch in Großbritannien (R. & J. Beck, APM, Houghton-Butcher, Newman & Guardia), den USA (Argus, Herbert George Co., Herco, Shaw-Harrison Corp.) sowie in Italien (Fiamma), Ungarn (MOM) und Australien (Sigma) gab es Boxkamera-Fabriken. Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Boxkamera " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar. nach oben Canon A-1 Die Canon A-1 ist eine professionelle KB -Spiegelreflexkamera und war das Topmodell der A-Serie. Die A-1 wurde von 1978 bis 1985 gebaut und verwendet Canons FD-Bajonett , das abwärtskompatibel zum Vorgänger FL-Bajonett ist. Besondere Bedeutung erlangte die A-1 dadurch, dass sie als erste über eine Vollautomatik – von Canon Programmautomatik genannt – verfügte, bei der Blendenwert und Verschlusszeit automatisch vom Mikroprozessor der Kamera bestimmt werden. Des Weiteren war sie die erste Kamera, bei der Verschlusszeit und Blendenwert mittels 7-Segment-LEDs im Sucherbereich angezeigt werden. Sie kam zwei Jahre nach der Canon AE-1 – der ersten Kamera, die durch einen zentralen Mikroprozessor gesteuert wurde – auf den Markt.   Merkmale und Ausstattung Die Kamera verfügt über einen Tuch- Schlitzverschluss mit vier Achsen. Die Verschlusszeit ist von 30 s bis 1/1000 s und auf B ( Bulb , für Langzeitbelichtungen) einstellbar. Sie bietet neben der Programmautomatik (P) eine Blendenautomatik (Tv), eine Zeitautomatik (Av), eine Blitzautomatik und eine Zeitautomatik mit Arbeitsblende sowie eine Einstellung für manuelle Belichtung (M). Bei der Zeitautomatik mit Arbeitsblende wird die Lichtmessung anstatt mit Offenblende mit der eingestellten Blende durchgeführt. Um die Automatiken beeinflussen zu können, steht eine Belichtungskorrektur über zwölf Stufen zur Verfügung. Die Filmempfindlichkeit läßt sich in einem Bereich von 6 bis 12800 ASA (9 bis 42 DIN) einstellen. Des Weiteren bietet die Kamera eine Messwertspeicherung, eine Mehrfachbelichtungseinrichtung und einen elektronisch gesteuerten Selbstauslöser. Zubehör Motorische Antriebe Für die A-1 waren zwei motorische Schnellaufzüge (Winder A und A2) sowie ein Motorsystem (MA) für den Filmtransport verfügbar. Die beiden Winder wurden mit vier AA-Batterien betrieben und erreichten eine Geschwindigkeit von zwei Bildern pro Sekunde. Das Motorsystem konnte mit einem Akkupack oder mit einem Batteriepack mit zwölf AA-Batterien betrieben werden und erreichte eine Geschwindigkeit von bis zu fünf Bildern pro Sekunde. Im Gegensatz zu den beiden Windern, verfügte der Motorantrieb über zwei eingebaute Auslöser – einer davon für Hochformataufnahmen. Bei allen drei Antriebssystemen war kein automatischer Filmrücktransport möglich. Datierrückteil Das sogenannte Databack A ermöglichte mittels eines Miniblitzes eine Einbelichtung von Zahlen und Buchstaben in das Negativ. Es konnte gegen das Standardrückteil der A-1 vom Benutzer ausgetauscht werden. Über drei Einstellrädchen konnten die folgenden Zeichen ausgewählt werden: Rad eins: Zahlen von 0 bis 31 oder kein Zeichen Rad zwei: Zahlen von 0 bis 31, Buchstaben von A bis G oder kein Zeichen Rad drei: Zahlen von 0 bis 9, von 77 bis 88, römische Ziffern von I bis X, Buchstaben von a bis g oder kein Zeichen Canon A-1 Typ:SLRProduktionszeitraum:1978 bis 1985Objektivanschluss:FD-BajonettFilmformat:35 mm (Kleinbild)Aufnahmeformat:24 mm × 36 mmFilmtransport:manuellVerschluss:Schlitzvorhang Canon Winder A2 Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Canon A-1 " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar. nach oben Canon EOS 5D   Die Canon EOS 5D ist eine digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) der Marke Canon . Sie verfügt über einen Vollformat- CMOS -Sensor mit 12,8 Megapixeln, einen 9-Punkt- Autofokus und einen hoch auflösenden 2,5-Zoll-LC-Bildschirm. Die 5D ist kompatibel zu allen Objektiven mit Canon EF -Bajonettverschluss und wiegt ohne Objektiv 810 g. Markteinführung war im September 2005. Erst im Juli 2008 erhielt sie durch die Nikon D700 Konkurrenz in der Klasse der semiprofessionellen Vollformat-DSLR. Eigenschaften Vollformat-CMOS-Sensor mit ca. 12,8 Megapixeln Reihenaufnahmen mit bis zu 3 Bildern pro Sekunde, Pufferspeicher für bis zu 60 Large-JPEG-komprimierte Bilder Neun AF-Messfelder und sechs AF-Hilfsfelder 2,5-Zoll-LCD-Bildschirm Picture Style-Bildverarbeitung DIGIC-II-Prozessor Simultanspeicherung von RAW- und JPEG-Bildern Digital Photo Professional Software Kompaktgehäuse aus einer Magnesiumlegierung ohne integrierten Blitz Kompatibel zu allen EF- (jedoch nicht EF-S )-Objektiven Canon EOS 5D Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Canon EOS 5D " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar. nach oben Contax 645 Die Contax 645 war eine von Kyocera ab 1998 angebotene Mittelformat-Spiegelreflexkamera mit Autofokus im Format 6 x 4,5 cm, die als Kamerasystem mit Wechselsuchern, Wechsel-Einstellscheiben, Zeiss-Objektiven und Filmagazinen ausgerüstet werden konnte. Die Kamera verfügte über einen Schlitzverschluss mit 32 s bis 1/4000 s Belichtungszeiten, Spiegelvorauslösung, motorischen Transport und Okularverschluss. Eine Besonderheit war eine keramische Filmandruckplatte in einem Vakuum-Filmeinsatz mit Öffnungen, durch die der Film an diese Platte angesaugt werden konnte, um die Planlage zu verbessern. Die Produktion der Contax 645 wurde von Kyocera zusammen mit der gesamten Kameraherstellung im Jahre 2005 eingestellt. Zubehör Objektive und Objektivzubehör Distagon 3,5/35 mm Distagon 2,8/45 mm Distagon 3,5/55 mm Planar 2/80 mm Apo-Makro-Planar 4/120 mm Sonnar 2,8/140 mm Sonnar 4/210 mm Tele-Apotessar 4/350 mm Vario-Sonnar 4,5/45 - 90 mm Telekonverter Mutar 1,4 x Auto-Balgen Zwischenringe 13, 26, 52 mm Adapter NAM-1 zur Adaptierung von Contax-645-Objektiven an Kameras des Contax-N-Systems Sonstiges Zubehör Einstellscheiben MFS 1-3 AE-Prismensucher MF-1 Augenmuschel F-6 Lichtschachtsucher MF-2 Kabelauslöser LA-50 Batterieadapter MP-1 Blitzschiene MSB-1 Stativschnellkupplung AT-1 Filmagazin MFB-1 Filmeinsatz MFB 1-A für 120/220-Film Vakkumeinsatz MFB 1-b für 220-Film Polaroidrückteil MFB-2 Magazinrückwand MK-FB Contax Blitzsystem Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Contax 645 " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar. nach oben Contax-G-System Das Contax G-System ist ein Kamerasystem der Firma Kyocera, dessen Kameras G1 (eingeführt 1994) und G2 (eingeführt 1996 ) Kleinbild-Messsucherkameras mit Autofokus waren, die zusammen mit der gesamten Kameraproduktion von Kyocera 2005 eingestellt wurden. Die G2 stellte eine Weiterentwicklung der G1 dar und wies erweiterte Bedienmöglichkeiten und technische Merkmale auf. Die Kameras genossen einen guten Ruf und waren der erste Versuch seit Jahrzehnten, den Bereich der Sucherkameras mit austauschbaren Objektiven, den zuvor nur noch die Leica M-Reihe (und eine russische Kamera) repräsentierte, wiederzubeleben. Der Objektivanschluss war nicht zum M-Anschluss von Leica kompatibel. Eine Besonderheit der Contax G ist der Realbildsucher. Dieser passt sich automatisch an die jeweiligen Objektivbrennweiten an und gleicht stufenlos die in der Messsuchertechnik (Sucher getrennt vom Objektiv) entstehende Parallaxenverschiebung aus. Dadurch ist auch der Einsatz eines Zoom-Objektivs möglich. Beide Kameras verfügten über einen Schlitzverschluss, eine Autofokus-Messvorrichtung, die auch manuelles Scharfstellen gestattete, einen motorischen Filmtransport, eine gegen eine Datenrückwand austauschbare Rückwand, und Belichtungs- und Blitzautomatiken. Objektive Die Konstruktion der Objektive stammt von Zeiss und umfasst insgesamt die folgenden sieben Objektive: Hologon 16 mm; 1:8 (mit Aufstecksucher) Biogon T* 21 mm; 1:2,8 (mit Aufstecksucher) Biogon T* 28 mm; 1:2,8 Planar T* 35 mm; 1:2,0 Planar T* 45 mm; 1:2,0 Sonnar T* 90 mm; 1:2,8 VarioSonnar T* 35 - 70 mm; 1:3,5-5,6 Technische Daten G1 Verschluss: elektronisch, 16 s - 1/2000 s (X: 1/100 s) Selbstauslöser: ja, 10 s Passiver Autofokus oder manuelle Scharfeinstellung über Fokussierrad auf Kameraoberseite Belichtungsmessung: Zeitautomat, manuell, TTL-Blitzbelichtung; mittenbetonte Messung Sucher: Realbild mit Sucherfenster entsprechend dem verwendeten Objektiv zwischen 28 und 90 mm Filmtransport: motorisch, max 2 Bilder/s Gewicht: 460 g Maße: 133 x 77 x 42 mm G2 Verschluss: elektronisch, 16 s - 1/6000 s (X: 1/200 s) Selbstauslöser: ja, 10 s Passiv/Aktiver Autofokus oder manuelle Scharfeinstellung über Fokussierrad auf Kameravorderseite Belichtungsmessung: Zeitautomat, manuell, TTL-Blitzbelichtung; mittenbetonte Messung Sucher: Realbild mit Sucherfenster entsprechend dem verwendeten Objektiv zwischen 28 und 90 mm Filmtransport: motorisch, max 4 Bilder/s Gewicht: 560 g Maße: 139 x 80 x 45 mm Zubehör Datenrückwand GD-1 für G1 Datenrückwand GD-2 für G2 Blitzgeräte TLA 140, TLA 200 Powerpack (Stromversorgung) P-8 Verschiedene spezielle Taschen, Objektivdeckel und Filter Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Contax-G-System " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar. nach oben Contax-N-System Unter dem Markennamen Contax vertrieb Kyocera von 2000 bis 2005 ein Kleinbild-Spiegelreflexkamera-System, das als Contax-N-System bezeichnet wurde. Überblick Auf der Photokina 2000 überraschte Kyocera mit der Ankündigung eines komplett neuen Contax-Systems. Das bisherige mit Yashica kompatible Contax-Sortiment war durch zaghafte und verzögerte Anpassung an den technischen Stand bei gleichzeitig sehr hohem Qualitätsniveau gekennzeichnet. Nun wurde ein komplett neues System mit neuem Objektivbajonett vorgestellt. Das Bajonett hatte einen ungewöhnlich großen Durchmesser, das Auflagemaß war mit 48 mm ebenfalls besonders groß. Damit wurde bereits den Anforderungen digitaler Spiegelreflexkameras mit Vollformatsensor entsprochen, die einen Strahlengang möglichst senkrecht zur Sensoroberfläche benötigen. Das Contax-N-System umfasste die Kameras N1, NX und N Digital sowie ein umfassendes Zubehörsortiment. Die Objektive stammten auch weiterhin von Zeiss, die Objektivauswahl blieb aber immer bescheiden und erreichte nicht annähernd den Umfang des Angebots an Zeiss-Objektiven für das Contax/Yashica-System. Dadurch und aufgrund des auch für Contax-Verhältnisse ungewöhnlich hohen Preisniveaus hatte das Contax-N-System wenig Erfolg. Viele frühere Nutzer der früheren Contax-Kameras waren längst zu Systemen anderer Hersteller gewechselt, die anderen blieben zu einem großen Teil dem alten System treu, das in bescheidenem Ausmaß auch weiter gepflegt wurde. Am 12. April 2005 kündigte Kyocera seinen Rückzug aus dem Bereich der Fototechnik zum 30. September 2005 an. Damit wurde auch nach nur fünf Jahren das Contax-N-System aus dem Verkauf genommen. Der Markenname Contax gehört weiterhin der Carl Zeiss AG, die zunächst auch nach einem neuen Partner für das Contax-N-System suchte. Es gibt derzeit allerdings keine Anzeichen für eine Zukunft des Systems. Kameras Contax N1 Die erste Kamera des neuen N-Systems war 2000 die Contax N1. Gegenüber früheren Contax-Kameras aus dem Contax/Yashica-System wurden zwar einige typische Besonderheiten beibehalten, wie z. B. das Verschlusszeitenwählrad links vom Sucher, das gesamte Erscheinungsbild war aber neu gestaltet und für Contax eher untypisch. Das Kameragehäuse war in Metall/Kunststoff-Mischbauweise gefertigt, schon dadurch wurde klargestellt, dass die neue N1 kein Nachfolger der professionellen Contax RTS III sein sollte. Funktionell allerdings blieben keine Wünsche offen. Die N1 war die erste Contax mit einem Autofokus nach dem üblichen Funktionsprinzip mit Fokussierung des Objektivs, nachdem die Contax AX vorher das ungewöhnliche Prinzip der Fokussierung über Bewegung der Filmebene realisiert hatte. Der Autofokus hat 5 Fokussierpunkte, einen in der Mitte und vier auf den Formatdiagonalen liegende. Die vier außenliegenden Fokussierpunkte können gruppenweise ausgewählt werden. Neu ist die Funktion des Fokus-Bracketing, bei der nach dem Prinzip der Belichtungsreihe mehrere Aufnahmen mit geringfügig abweichender Fokussierung gemacht werden. Übereinstimmend wurde allerdings die geringe Geschwindigkeit des Autofokussystems bemängelt. Die Contax N1 verfügt über Zeit-, Blenden- und Programmautomatik sowie Nachführmessung. Die kürzeste Blitzsynchronzeit beträgt 1/250 s, als kürzeste Verschlusszeit kann 1/8000 s eingestellt werden. Contax NX Als preisgünstige Alternative zur Contax N1 erschien 2002 die in einigen Punkten vereinfachte Contax NX. Die wesentlichsten Unterschiede sind der langsamere Verschluss (kürzeste Blitzsynchronzeit 1/125 s statt 1/250 s, kürzeste Verschlusszeit 1/4000 s statt 1/8000 s) und der langsamere Filmtransport mit 2,3 statt 3,5 Bildern je Sekunde. Der Sucher der Contax NX zeigt nur 93 % statt 95 % des Bildes, die Sucherscheiben sind nicht austauschbar. Dafür hat die Contax NX ein eingebautes Blitzgerät, ist aber insgesamt kleiner und mit 605 g auch leichter als die Contax N1 (795 g). Das Bedienkonzept wurde gegenüber der Contax N1 verändert. Contax N Digital Die Contax N Digital (manchmal auch als Contax ND bezeichnet) wurde bereits 2000 bei der Vorstellung des Contax-N-Systems angekündigt, war aber erst 2002 tatsächlich lieferbar. Als erste digitale Spiegelreflexkamera verfügte sie über einen Vollformatsensor, also einen Sensor in voller Größe des Kleinbildformats. Der Sensor ist vom Typ CCD und stammt von Philips. Die effektive Auflösung beträgt 6,04 Megapixel (2008 x 3008), Empfindlichkeiten von ISO 25 bis 400 stehen zur Verfügung. Die Speicherung erfolgt wahlweise in den Formaten JPEG, TIFF oder im Contax-spezifischen RAW-Format. In letztgenanntem Fall können die Bilder jedoch nicht auf dem 2-Zoll-LCD-Bildschirm der Kamera angezeigt werden. Die Speicherung erfolgt auf CompactFlash-Speicherkarten, das Auslesen der aufgezeichneten Bilder über eine FireWire-Schnittstelle (IEEE 1394). Zur Stromversorgung dienen Akkus vom Typ AA, wobei die Verwendung von Akkus hoher Kapazität dringend empfohlen wird. Das Gehäuse der Contax N Digital entspricht weitgehend dem der Contax N1, ist aber im Bodenbereich deutlich vergrößert. Die sonstigen Funktionen entsprechen denen der Contax N1. Die Auslieferung der Contax N Digital erfolgte zunächst nur sehr schleppend, die Kamera hatte am Anfang einige Probleme, von denen einige nie behoben werden konnten. Hierzu zählen der extrem hohe Stromverbrauch und das starke Rauschen bereits bei Empfindlichkeiten ab ISO 200. Die kamerainterne Konvertierung ins JPEG-Format war mit deutlichen Qualitätseinschränkungen verbunden, ebenso wurde die mitgelieferte Konvertierungssoftware „RAW Data Developer“ übereinstimmend als wenig brauchbar eingestuft. Erst als die Software Adobe Photoshop das RAW-Format der Contax N Digital lesen konnte, konnten ihre Möglichkeiten ausgenutzt werden. Aufgrund der Probleme wurde der Verkauf der Contax N Digital 2004, also noch vor dem restlichen Contax-N-System, eingestellt. Objektive Die Objektive für die Contax-Kameras wurden traditionell von Zeiss zugeliefert. Wer die Auftragsfertigung der Objektive für das N-System übernommen hat, ist nicht bekannt, bei den Objektiven für das Contax/Yashica-System war es in den meisten Fällen Kyocera selbst. Die Objektive für das Contax-N-System sind überwiegend sehr voluminös und schwer aufgebaut, allen Objektiven gemeinsam ist die Kunststoffverkleidung mit sehr griffigen Bedienungselementen. Das Bajonett ist ausschließlich auf elektronische Datenübertragung ausgelegt, der Fokusmotor befindet sich im Objektiv. Trotzdem verfügen die Objektive des N-Systems über einen Ring zur Blendeneinstellung. Der Ausbau des Objektivsystems endete mit Einführung des Planar T* 1,4/85 mm und des Tele-Apotessar T* 4,0/400 mm. Da als Standard- und als Tele-Zoom jeweils zwei Konstruktionen unterschiedlicher Preislage angeboten wurden, blieben trotz eines Gesamtsortiments von neun Objektiven erhebliche Lücken, für deren Schließung es auch keine Ankündigungen gab. Mit dem Adapter NAM-1 konnten zwar Objektive der Mittelformatkamera Contax 645 unter Erhalt aller Funktionen (mit Ausnahme des Fokus-Bracketing) angeschlossen werden, doch war diese Option nur für Nutzer interessant, die beide Systeme in Gebrauch hatten. Eine echte Erweiterung des spärlichen Objektivangebots für das N-System war mit diesem Adapter kaum möglich. Planar T* 1,4/50 mm Das klassische Standardobjektiv wurde bereits mit der Contax N1 vorgestellt. Die bewährte optische Konstruktion des Vorgängers mit Contax/Yashica-Bajonett mit sieben Linsen in sechs Gruppen wurde übernommen. Das Planar T* 1,4/50 mm verfügt über einen Ultraschallmotor. Planar T* 1,4/85 mm Erst 2003 erschien die N-Version dieses kurzen Tele-Objektivs. Es handelt sich dabei um eine völlige Neukonstruktion, mit zehn Linsen in neun Gruppen ist es das aufwändigste Objektiv dieser Brennweite und Lichtstärke, das jemals gebaut wurde. Auch das Planar T* 1,4/85 mm fokussiert mit einem Ultraschallmotor. Makro-Sonnar T* 2,8/100 mm Ursprünglich war ein Makro-Planar mit gleichen Daten angekündigt, dieses wurde jedoch nicht in Serie gefertigt. Stattdessen erschien als Neukonstruktion das Makro-Sonnar mit zwölf Linsen in acht Gruppen. Es wird über einen Gleichstrommotor fokussiert, bei dem aber wie bei den Objektiven mit Ultraschallmotor von Hand in die laufende Fokussierung eingegriffen werden kann. Die Fokussierung ist bis zum Abbildungsmaßstab 1:1 möglich, für größere Maßstäbe werden die Zwischenringe N13 und N26 benötigt. Tele-Apotessar T* 4,0/400 mm Ein Objektiv mit diesen Daten wurde für die früheren Contax-Kameras nicht angeboten. Mit 3,58 kg ist es das bei weitem schwerste Objektiv im N-System. Es ist aus sieben Linsen in sechs Gruppen aufgebaut und hat einen Ultraschallmotor. Vario-Sonnar T* 2,8/17-35 mm Zoom-Objektive dieses Brennweitenbereichs waren bei Canon und Nikon schon lange verfügbar, im N-System deckte es mangels verfügbarer Festbrennweitenobjektive ganz allein den Superweitwinkelbereich ab. Aufgrund der hohen Lichtstärke ist die optische Konstruktion mit 15 Linsen in zehn Gliedern sehr aufwändig, ein Ultraschallmotor übernimmt die Fokussierung. Vario-Sonnar T* 3,5-4,5/24-85 mm Dieses Zoom hat ebenfalls keine Entsprechung im Contax-Yashica-System, es wurde als Standard-Zoom für die Contax N1 vorgestellt. Es verfügt über einen Ultraschallmotor und besteht aus 14 Linsen in zwölf Gruppen. Vario-Sonnar T* 3,5-5,6/28-80 mm Als relativ preisgünstiges und kompaktes Standardzoom für die Contax NX wurde das Vario-Sonnar T* 3,5-5,6/28-80 mm angeboten. Die optische Konstruktion besteht aus sieben einzelstehenden Linsen, fokussiert wird mit einem Gleichstrommotor ohne Möglichkeit des manuellen Eingreifens in die automatische Fokussierung. Vario-Sonnar T* 3,5-4,5/70-200 mm Ebenfalls zusammen mit der NX vorgestellt wurde dieses Tele-Zoom. Es ist aus 14 Linsen in elf Gruppen aufgebaut und wird ebenfalls mittels Gleichstrommotor fokussiert. Vario-Sonnar T* 4,0-5,6/70-300 mm Trotz der geringeren Lichtstärke handelt es sich beim Vario-Sonnar T* 4,0-5,6/70-300 mm um eine sehr aufwändige Konstruktion mit 16 Linsen in elf Gruppen und einem Ultraschallmotor. Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Contax-N-System " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar.   nach oben Fuji GX680 Die Fuji GX680 war eine von Fujifilm hergestellte Mittelformatkamera mit Wechselmagazinen und Wechseleobjektiven mit dem Bildformat 6 x 8 cm für 70 mm Rollfilm der Typen 120 und 220. Eine Besonderheit war die ansonsten nur bei Fachkameras und der früheren Rolleiflex SL 66 anzutreffenden Montage der Objektive auf einer vorderen Standarte, die mit dem eigentlichen Kameragehäuse über Schienen und einen Balgen verbunden war. Die Standarte war sowohl seitlich als auch nach oben und unten verschiebbar und ebenfalls in beide Richtungen verschwenkbar, was eine weitgehende Kontrolle der Schärfentiefe nach Scheimpflug gestattet. Obwohl von Größe und Gewicht her eher für den Studioeinsatz konzipiert, gab es einen Tragegurt für den mobilen Einsatz. Es gab etwa ein Dutzend Wechselobjektive, mehrere Sucher und Mattscheiben, Filmmagazine, auch für Polaroid-Filme, sowie verschiedene Balgen zur Montage zwischen Gehäuse und vorderer Standarte und eine Schienenverlängerung für Nahaufnahmen etc. Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Fuji GX680 " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar.   nach oben Graflex   Die Graflex war eine Großformat - Fotokamera , die in ihrer ersten Fassung 1901 von der Folmer & Schwing Manufacturing Company, New York mit einem hölzernen Gehäuse gebaut wurde. Fotografen schätzten sie auf Grund ihrer Unverwüstlichkeit, ihrer schnellen Verschlusszeiten und in den späteren Fassungen wegen ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, da sie sowohl Planfilm als auch 35-mm- Rollfilm einsetzen konnten. Bereits 1905 kaufte Kodak Folmer & Schwing auf. Von diesem Zeitpunkt an produzierte man dort eine limitierte Auflage der aufwendigen Kameras. 1926 wurde die Firma wieder von Kodak unabhängig und nannte sich nun "Folmer Graflex Corporation". In der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre galt der Hersteller als das " non plus ultra " bei den Großformatkameras . Doch die Kompaktkameras wurden spätestens in den 1940er-Jahren auch im professionellen Bereich eine ernsthafte Konkurrenz für den Kleinserienhersteller. Trotz ihrer Größe nahmen sie selbst Kriegsfotografen wie Damien Parer und George Silk mit an ihren Einsatzort in Ägypten und in Neuguinea , wo sie jedoch bald die Vorteile der flexibleren Contax zu schätzen wussten.   1948 baute man mit der Super D Graflex eine letzte Modifikation, deren Produktion zehn Jahre später eingestellt wurde. Super D Graflex von 1948 Das Standardobjektiv dieser Kamera war ein Kodak Anastigmat F4.5, das ausgetauscht werden konnte. In dieser Version konnten der bereits erwähnte Rollfilm, einzelne Negativstreifen, Planfilm, moderne "Packs" oder die alten Glasplatten eingesetzt werden. 25 verschiedene Belichtungszeiten waren möglich, wobei die schnellste Verschlusszeit 1/1000 Sekunde war. Die Bildschärfe der Aufnahmen wird auch heute noch von Sammlern geschätzt.   Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Graflex " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar. nach oben   Großformatkamera Großformatkameras sind eine Bauform fotografischer Kameras, die nach dem verwendeten Filmformat unterschieden wird; sie nutzen Planfilm, also einzelne Blätter auf einem verhältnismäßig starken Trägermaterial, zur Aufzeichnung von Bildern. Früher wurden fotografische Platten (Glasplatten) verwendet. Auch heute werden noch Glasplatten bei ganz speziellen Aufgaben (Maßhaltigkeit) verwendet. Das Format ist größer als bei Rollfilm. Planfilm wird in Kassetten eingelegt; in speziellen Kassetten kann auch 120er- und 220er-Rollfilm genutzt werden. Üblich sind Formate wie 6 × 9 cm, 9 × 12 cm, 13 × 18 cm, 18 × 24 cm und größer. Verbreitet sind auch nichtmetrische Formate wie 4 × 5″ (inch) oder 8 × 10″. Einzelaufnahmen können einzeln entwickelt werden, schnelle Bildserien sind aufgrund der Kamerakonstruktion und Handhabung nicht möglich. Auch im Großformatbereich gewinnen leistungsfähige Digitalrückteile für die Digitalfotografie zunehmend an Bedeutung. Großformatkameras werden in folgenden Bauformen angeboten: Laufboden-Großformatkamera mit Messucher und dreifachem Bodenauszug, speziell für den mobilen Einsatz, bekannteste Hersteller: Linhof mit dem Kameratyp „Technika“, Plaubel („Peco“) und Sinar; Einformat-Fachkamera auf optischer Bank, eher für den Studioeinsatz; Mehrformat-Fachkamera auf optischer Bank. Bestandteile Großformatkameras haben folgende Bestandteile: Den Laufboden bzw. die optische Bank (ein Rohr oder eine stabile Schiene) auf der beweglich montiert sind: Die Frontstandarte: Sie nimmt die auswechselbare Objektivplatte mit den Objektiven auf. Die Bildstandarte: Sie trägt die Mattscheibe zur Einstellung und nimmt während der Aufnahme die Kassetten oder Filmmagazine auf. Beide Standarten sind durch einen lichtdichten Balgen aus Leder oder Nylon miteinander verbunden. Einstellmöglichkeiten Die Scharfstellung erfolgt durch Veränderung des Abstandes der beiden Standarten voneinander. Großformatkameras bieten umfangreiche Verstellmöglichkeiten: Höhen- und Tiefenverstellung Seitenverstellung Zentralschwenkung Vertikalschwenkung Basisschwenkung Diese Verstellmöglichkeiten setzen Objektive mit einem besonders großen Bildkreis voraus und ermöglichen eine sehr weit reichende Kontrolle über die Perspektive und Schärfentiefe. Die kontrollierte Schärfentiefeneinstellung nach Scheimpflug ist eine Spezialität von Fachkameras. Digitale Großformatfotografie Wie auch im Mittelformatbereich wird in der Großformatfotografie mit digitalen Kamerarückteilen gearbeitet, die an bereits bestehende Modelle angebracht werden. So werden alte Systeme ergänzt. Die Auflösungen geht hierbei (bei One-Shot-Systemen) bis ca. 11000 × 7500 Pixel (Stand: Februar 2007). Im Stillife-Bereich können auch Scan-Rückteile für Fachkameras verwendet werden, die das Bild mehrmals abtasten und so eine höhere Auflösung erzielen. Es gibt zahlreiche Hersteller, die diese digitalen Rückteile anbieten (z. B. Phase-One, Imacon, Leaf, Mamiya, Sinar). Mit der Weiterentwicklung der Digitaltechnik bieten auch immer mehr Hersteller kleinere Modelle ihrer klassischen Fachkameras an. Sie tragen damit der Tatsache Rechnung, dass die Kameras, für die relativ kleinen Digital-Sensoren und leistungsfähigeren Filmemulsionen, überdimensioniert sind. An ihnen können dann entweder Digital-Rückteile oder Rollfilm-Magazine (bis 6 × 9 cm) eingesetzt werden. So genannte „kleine Fachkameras“ haben die gleichen Verstellmöglichkeiten wie ihre großen analogen Vorgänger, sind aber präziser einzustellen und wesentlich handlicher. Hersteller sind z. B. Arca-Swiss, Linhof und Sinar. Dasselbe gilt natürlich auch für die klassischen Fachobjektive. Zwar kann man seine alten Fachobjektive auch mit einem Digital-Rückteil nutzen, in der Praxis erweist sich das jedoch als wenig zufriedenstellend. Die Brennweiten sind für die kleinen Formate viel zu lang (man würde z. B. eine 72-mm-Weitwinkel-Konstruktion als Normal-Objektiv nutzen) und die Qualität so großer Linsenkonstruktionen ist nur mäßig, da sie ihre Formatvorteile und großen Bildkreise gar nicht ausspielen können. Objektive Objektive sind verfügbar im Bereich von etwa 36 mm (für Filmformat 6 × 12 cm; 47 mm für 4 × 5 ") bis 1.200 mm. Durch die verhältnismäßig kleine Aufnahmefläche sind für Digitalrückteile auch schon Weitwinkelobjektive ab 24 mm Brennweite erhältlich (z. B. das Apo-Digitar 24 mm/5.6 XL von Schneider-Kreuznach). Die Fachkameraobjektive sind auf Objektivplatten montiert und dadurch an verschiedenen Kamerasystemen einzusetzen. Man kann dadurch das Objektiv auf eine andere Objektivplatte montieren und sie an einer anderen Kamera einsetzen. Die Montage auf eine neue Platte ist verhältnismäßig günstig. Sie sind auf das jeweilig maximale Filmformat abgestimmt, dass das Aufnahmematerial noch im Luftbild/Bildkreis (bis Durchmesser 50 cm) des Objektivs verschoben werden kann. Wie im Kleinbildbereich, so unterscheidet man auch bei den Fachobjektiven: Weitwinkelobjektive Normalobjektive langbrennweitige Objektive. Diese Einteilung bezieht sich auf das jeweilige Aufnahmeformat. Beim Bildformat 9 × 12 cm sind Objektive von 135 mm oder 150 mm Brennweite als Normalobjektive anzusehen. Objektive mit kürzerer Brennweite haben bei diesem Format einen größeren Bildwinkel, es sind Weitwinkelobjektive. Längere Brennweiten haben einen entsprechend kleineren Bildwinkel. Außerdem gibt es Teleobjektive. Im Gegensatz zu „normalen“ Linsenkonstruktionen (z. B. Repro-Objektive), deren Auszug (Abstand zwischen Filmebene und Objektivebene) der angegebenen Brennweite des Objektivs entspricht, erfordern Teleobjektive durch eine besondere Linsenkonstruktion einen kürzeren Kameraauszug. Bei den Fachobjektiven wird dieses Konstruktionsmerkmal beim Objektivnamen schon durch den Zusatz „Tele“ verdeutlicht, z. B. Tele-Xenar (Hersteller: Schneider-Kreuznach). Analog dazu arbeitet man im Weitwinkelbereich mit Retrofokus-Konstruktionen, um den Abstand zwischen Film- und Objektivebene zu vergrößern.   Historische Großformat-Kamera Fotograf mit Großformatkamera (Fachkamera) im Freien GF-Kamera (Laufbodenkamera) Verstellmöglichkeiten Weitwinkelobjektiv (Rodenstock Grandagon-N) an GF-Kamera Fachobjektive wurden von namhaften Herstellern wie Carl Zeiss, Rodenstock, Voigtländer oder Schneider-Kreuznach gebaut. Auch Nikon stellt Objektive für Großformatkameras her. Heute ist die Produktion stark eingeschränkt, da die großen Aufnahmeformate kaum noch verwendet werden. Der enorme Fortschritt bei der Entwicklung immer feinkörnigerer Filmemulsionen, die auch schon im Mittelformat (45 × 60 mm, 60 × 60 mm und 60 × 90 mm) hervorragenden Detailreichtum zeigen, lässt das klassische Großformat aussterben bzw. als Nische für konventionell arbeitende Fotografen noch bestehen. Dazu kommen die qualitativ sich ständig verbessernden Digitalkameras/Digitalrückteile an Mittelformatkameras und die komfortablen Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung. Die Belichtungszeit bei Aufnahmen mit Großformatobjektiven werden entweder über eingebaute Zentralverschlüsse oder über einen Hinterlinsenverschluss gesteuert. Der Zentralverschluss ist im Objektiv zwischen dem Vorderglied und dem Hinterglied eingebaut. Das bedeutet, dass jedes Objektiv grundsätzlich einen eigenen Verschluss benötigt. Der Hinterlinsenverschluss befindet sich hinter dem Aufnahmeobjektiv an der Kamera. Die entsprechenden Objektive besitzen keinen eigenen Verschluss, sondern in der Regel nur eine Blendenmechanik. Die Verschlüsse für Großformatobjektive werden heute überwiegend vom japanischen Hersteller Copal gebaut. Ernst A. Weber (1997: 91 f.) unterscheidet drei Arten von Objektiven: Lichtstarke Objektive (Lichtstärke 1:2,8–1:3,5), Objektive mit großem Bildkreisdurchmesser (Lichtstärke 1:5,6–1:8) und Spezialobjektive für Anwendungsgebiete wie Makro- und Portraitfotografie (z. B. Makro-, Weichzeichner- und Reproobjektive). Hersteller Arca Swiss Cambo Canham Ebony Gandolfi Graflex Horseman Linhof Lotus Philips Plaubel Sinar ShenHao Tachihara Toyo Walker Wisner Wista Bedeutung Schärfe, Farbenreichtum, Tonabstufungen und Detailreichtum von Großformat-Fotografien sind allen kleineren Formaten überlegen; daher ist das Hauptanwendungsgebiet von Großformatkameras wohl auch die von Fachfotografen durchgeführte anspruchsvolle Architektur-, Landschafts- und Industrie- Produktfotografie (im Fotostudio). Die Einstellung ist jedoch oft zeitaufwändig und kompliziert, die Ausrüstung ist sehr schwer und teuer. Es gibt aber auch Großformathandkameras wie z. B. Linhof Technar 45. Einer der bekanntesten Fotografen, der Großformatkameras nutzte, war der amerikanische Landschaftsfotograf Ansel Adams. Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Großformatkamera " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar. nach oben   Holga   Die Holga 120 S ist eine außergewöhnlich günstige und in China sehr billig gebaute Mittelformatkamera. Sie wurde erstmals 1982 in Hongkong gefertigt.   Technische Daten Brennweite : 60 mm 6x6 Bildwinkel : Horizontal: 53.13°, Vertikal: 53.13°, Diagonal: 70.53° / Kleinbild-Äquivalent: ca. 34 mm 4,5x6 Bildwinkel : Horizontal: 53.13°, Vertikal: 41.11°, Diagonal: 64.01° / Kleinbild-Äquivalent: ca. 34 mm Verschlusszeit : ca. (!) 1/100s Verschlussart: Metall-Loch-Rotationsspringblende Lichtstärke : f=1:8, Die vermeintliche Einstellmöglichkeit von "Wolke" auf "Sonne" bewirkt keine Änderung (Umbau nötig). Da die tatsächliche Blendenöffnung aber ca. 4,5 mm beträgt ergibt sich aus der Formel Brennweite (mm) : Blendenöffnung (mm) = Blende (f) eine tatsächlichere kleinere Blende: 60 : 4,5 : f 13,333 X-Kontaktstecker in Form eines Mittenkontakts im Blitzschuh Filmformat: 120er Rollfilm , alternativ: Kleinbildfilm Zubehör: Polaroid -Adapter, Modifikationssets (kb), zusätzl. Linsen und Filter erhältlich Holga 120 CFN Modelle Holga 120 S Kamera - Standard Holga, Plastiklinse Holga 120 SF Kamera - gleich wie S, aber mit integriertem Blitz Holga 120 N Kamera - Bulb-Funktion (Langzeitbelichtung), Stativanschluss, Blitzschuh, Plastiklinse Holga 120 FN Kamera - Bulb-Funktion (Langzeitbelichtung), Stativanschluss, integrierter Blitz, Plastiklinse Holga 120 GN Kamera - Bulb-Funktion (Langzeitbelichtung), Stativanschluss, Blitzschuh, Glaslinse Holga 120 GFN Kamera - Bulb-Funktion (Langzeitbelichtung), Stativanschluss, integrierter Blitz, Glaslinse Holga 120 CFN Kamera - Bulb-Funktion (Langzeitbelichtung), Stativanschluss, integrierter Blitz - durch integrierte Farbfolien färbbar, Plastiklinse Holga 120 GCFN Kamera - Bulb-Funktion (Langzeitbelichtung), Stativanschluss, integrierter Blitz - durch integrierte Farbfolien färbbar, Glaslinse Woca 120 GF Kamera - bis auf eine Glaslinse baugleich mit Holga 120 GFN Kamera Woca 120 G Kamera - bis auf eine Glaslinse baugleich mit Holga 120 S Kamera Geschichte & Philosophie Die Holga wurde für die fotobegeisterten Chinesen als Volkskamera konstruiert, die für jedermann erschwinglich sein sollte. Mit der Zeit hat sie ihren Weg auch in den Westen gefunden und genießt mittlerweile Kultstatus unter experimentierfreudigen Photographen in Europa und den USA. Ihre Philosophie könnte man knapp formuliert mit "Reduce to the max" bezeichnen. Sie wird bevorzugt von zwei Typen von Photographen verwendet: Photographen die gerne mit Mittelformat arbeiten, aber nicht über die Geldmittel verfügen eine klassische Mittelformatkamera zu kaufen Photographiestudenten, Künstler und begeisterte Amateure, welche durch die Reduktion der Möglichkeiten ihre Sicht der Photographie abseits der Hi-Tech-Variante neu entdecken wollen. Mit der Holga gemachte Fotos weisen all die Fehler auf, die herkömmliche Kameras zu korrigieren versuchen: Unschärfen, Streulichter, Farbverfälschungen etc. Außerdem bietet sie sehr wenige Einstellmöglichkeiten. Auf der anderen Seite bietet sie wiederum Möglichkeiten, welche bei herkömmliche Kameras zwecks "Fehlervermeidung" gesperrt sind. So lässt sich z.B. der Spulknopf beliebig weit drehen, womit sich partielle Doppelbelichtungen kreieren lassen. Die Philosophie der Holga-Fans besteht darin, die Fehler der Kamera zu zelebrieren, sie zu verstärken und sie bewusst und gekonnt einzusetzen. Die Meister der Holga-Szene greifen zu verschiedensten Mitteln beim Umbau der Kamera, wie z.B. zusätzlichen Belichtungen des Films durch bestehende oder gebohrte Löcher im Gehäuse. Da die Kamera sehr günstig ist, braucht man sich bei der Modifikation auch keine Gedanken wegen eventueller finanzieller Einbußen zu machen. Besonders beliebt ist die Holga in der Lomographie und bei Weblogs, die sich auf Fotografien spezialisiert haben. Fehlerbeschreibung Ihr fix montiertes 60mm Objektiv mit fester Brennweite besteht bei allen Kameras der HOLGA Serie aus Kunststoff. Auch die Linsen selbst können, abhängig vom Modell, aus Kunststoff gefertigt sein. Dabei wurde keineswegs auf Bildqualität im klassischen Sinne Wert gelegt. Das Objektiv weist mehr oder weniger fast alle Bildfehler auf, die man bei herkömmlichen Kameras zu korrigieren versucht. Das Objektiv verzerrt alle Linien, die sich im Bild befinden, auch Linien die durch die Mitte des Bildes gehen. Ihre Verzerrungen sind asymmetrischer Natur und variieren von Modell zu Modell. Die Linsen sind nicht vergütet, daraus resultiert eine schlechte Kontrastwiedergabe. Deswegen ist es auch empfehlenswert, im Kontrast eher härter arbeitende Filme, wie z.B Diafilme, zu verwenden. Die Linse beschneidet aufgrund der fehlenden Vergütung oberhalb ca. 600 nm und unterhalb ca. 400 nm mit einer weich verlaufenden Cut-Off Kurve das wiedergegebene Farbspektrum, was eine eigene Farbästhetik bei Farbaufnahmen entstehen lässt. Das Objektiv ist nicht über die gesamte Bildebene gleichmäßig scharf. Meistens ist es in der Mitte relativ scharf und wird gegen die Ränder unschärfer. Richtig scharf wird es jedoch nie. Weiter besitzt die Linsenkombination einen starken Helligkeitsabfall (Vignettierung) zu den Rändern hin. Diese Vignettierung macht sich am besten bemerkbar, wenn die Holga im 6x6-Modus benutzt wird. Andere Bildfehler (Astigmatismus, Koma, chromatische Aberration, sphärische Aberration) sind auch sichtbar, haben jedoch nicht einen so eindeutigen Stellenwert in der Gesamtästhetik, wie die vorher genannten. Es werden je nach Modell ein bis zwei Adaptermasken mitgeliefert. Damit ist es möglich, sowohl im Format 6x6 cm (quadratisch), als auch 4,5x6 cm (rechteckig) auf den eingelegten Rollfilm zu photographieren. Es sollte nicht vergessen werden, dass die Kamera Bilder im Hochformat liefert, wenn die 4,5x6-Maske eingelegt ist. Auch ändert sich die Bildanzahl pro Film je nach Format. Genaugenommen sind es 16 mit der 4,5x6-Maske und 12 mit der 6x6-Maske. Der "Zähler" auf der Rückseite ist jeweils entsprechend umzustellen. Will man noch intensivere Unschärfe-Spiele, so setzt man am besten einfach gar keine Maske ein, somit hat der Film de facto keine Planlage mehr. Ein weiterer "Fehler" sind Lichteinfälle, die chaotisch je nach Modell unterschiedlich sind und einen "Abdruck" der Kamera in jedem Foto bei hellem Licht hinterlassen. Diese werden durch Löcher im Gehäuse verursacht. Es gibt jedoch auch genügend Exemplare, die gar keine Lichteinfälle haben. Tipps für die Praxis Die Bilder der Holga sind zwar feinkörniger als Kleinbildfotos, jedoch bei weitem nicht so scharf wie die einer mittelmäßigen Kleinbildkamera. Nur bei Sonnenschein von 10 Uhr bis 14 Uhr in den Sommermonaten ist ISO-100-Film zu empfehlen. Für alle anderen Situationen sind ISO-400-Filme angebrachter. Bei sehr schwankenden Lichtsituationen ist Negativfilm dem Diafilm vorzuziehen. Dieser gleicht die Unterschiede besser aus. Da die Kamera keine Einstellmöglichkeit dazu bietet, muss der Film diese Aufgabe erledigen. Bei relativ stabilen Lichtverhältnissen ist jedoch Diafilm zu bevorzugen. Dieser gleicht den niedrigen Kontrast des Objektivs besser aus. Schwarz-weiß-Film ist bedenkenlos einsetzbar. Besonders empfehlenswert sind chromogene SW-Filme mit ISO 400 wie der KODAK BW 400CN und ILFORD XP2. Diese gleichen auch sehr abweichende Lichtverhältnisse besonders gut aus. Man muss die Holga nicht umbauen, um einen 35-mm-Film einzulegen! Einfach den Film zwischen zwei Schaumstoffteile klemmen, so dass er nicht verrutschen kann und auf der anderen Seite einfädeln. Da man dann keine Kontrolle darüber hat, wie weit der Film weitertransportiert wurde, muss man ca. 34 Klicks (Umdrehungen) weiterdrehen. Bei etwa 30 Klicks (bei 6x6) schließen die Bilder direkt aneinander an und man hat ein Endlosbild. Zu beachten ist, dass der Zähler hinten vorsichtig zugeklebt wird, da sonst Licht einfällt. Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Holga " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar. nach oben   Kleinbildkamera Als Kleinbildkameras werden meistens 35-mm-Film-Kameras mit einem Bildformat von 24 mm x 36 mm verstanden, welche die Kleinbildpatrone vom Tpy 135 verwenden. Im weiteren Sinne gehören alle Kameras dazu, die ein Filmformat von etwa 2 cm bis 4 cm Kantenlänge besitzen. Dabei handelt es sich um heute nicht mehr gebräuchliche Filmtypen und Formate.   Kameratypen Sucherkameras Praktisch sämtliche einfachen Kameras werden als Sucherkamera gebaut, hinzu kommen noch einige System-Sucherkameras, insbesondere die Leica-M-Serie. Dadurch machen sie den größten Anteil unter den Kleinbildkameras aus. Sucherkameras gibt es von zahlreichen Anbietern, nahezu jeder Kamerahersteller hält welche in seinen Programm. Besondere Bauformen sind die Unterwasserkamera Nikonos von Nikon und die Panoramakamera Hasselblad XPan. In den 1990er-Jahren ist die russische Lomo sehr bekannt geworden, eine unkonventionelle Kamera, die eine eigene Bildsprache provoziert.   Der klassische 35-mm-Kleinbildfilm (Typ 135) mit dem Bildformat 24 x 36 mm Kleinbildfilm in Filmpatrone Leica Mod.Ia, 1925 Die Ricoh KR-5 Super kam wie ihre besser ausgestattete Schwester KR-10 in den 1970er-Jahren auf den Markt Minox 35 GT, eine sehr kompakte Sucherkamera Einäugige Spiegelreflexkameras Die meisten hochwertigen Kleinbildkameras sind einäugige Spiegelreflexkameras, auch SLR für „Single Lens Reflex“ genannt. Zumeist handelt es sich um Systemkameras, für die es ein großes Angebot an Objektiven und sonstigem Zubehör gibt. Zweiäugige Spiegelreflexkamera Zweiäugige Spiegelreflexkameras haben im Kleinbildbereich keine Bedeutung. Zum einen gab es die Rolleiflex Baby und einige asiatische Nachbauten, eine quaderförmige Kamera mit Lichtschachtsucher und dem Format 4 cm x 4 cm. Zum anderen existierten in den 1960er-Jahren wenige zweiäugige Kameras für den Filmtyp 135, etwa die Agfa Optima Reflex. Sie sahen aus wie eine gewöhnliche einäugige Kamera, besaßen also einen fest eingebauten Pentaprismensucher, nur eben zwei kleine, fest eingebaute Objektive. 1932 wurde mit der Contaflex von Carl Zeiss eine einzigartige zweiäugige Spielgelreflexkamera für das Kleinbild eingeführt, die extrem aufwändig gebaut, daher sehr teuer und kommerziell wenig erfolgreich war. Eigenschaften Größe und Gewicht Kleinbild- unterscheiden sich von Mittelformatkameras zumeist erheblich im Gewicht: mit 5 kg bis 6 kg lässt sich bereits ein ausgesprochen universell verwendbares System zusammenstellen. Kompaktkameras näheren sich sogar mitunter der Pocketkamera in ihrer Größe an. Einen ersten Schritt in diese Richtung machte die Rollei 35, gefolgt von der Minox 35 und der Olympus XA. Kosten Aufgrund der großen Stückzahlen wurden Kleinbildkameras sehr kostengünstig gefertigt, hinzu kommt, dass der kleine erforderliche Bildkreis die Objektive gegenüber dem Mittelformat in der Regel bedeutend billiger macht. Auch werden die Filme zumeist besonders günstig angeboten. Schärfentiefe In puncto Schärfentiefe stellt das Kleinbildformat 24 mm x 36 mm einen günstigen Kompromiss dar, einerseits sind die Brennweiten kurz genug, um bereits mit geringem Abblenden einen großen Schärfenbereich erzeugen zu können, andererseits steht voll aufgeblendet meist genügend Unschärfe zur Verfügung, um den Hinter- vom Vordergrund abheben zu lassen. Letzteres wird auch durch die für viele Systeme verfügbaren lichtstarken Objektive unterstützt, Normalobjektive mit f/1,2 und leichte Teleobjektive mit f/2 lassen sich mit vertretbaren Kosten und Gewicht bauen. Bereits mit 18 mm x 24 mm ist es jedoch schon schwierig, einen für gestalterische Zwecke ausreichend unscharfen Hintergrund zu erzeugen. Sucher Die meisten Spiegelreflexkameras weisen einen fest eingebauten Prismensucher auf, bei Topmodellen war es bis in die 1980er-Jahre üblich, dass man ihn gegen einen Lichtschachtsucher auswechseln konnte. Dies ist heute zumeist nicht mehr der Fall, da solch ein Lichtschachtsucher eine gegenüber dem Mittelformat zu kleine Mattscheibe besitzt, als dass man das Motiv perfekt beurteilen könnte. Bildqualität Das Kleinbild bietet generell eine hohe Bildqualität, mit einigem Aufwand kommt es sogar dem Mittelformat nahe. Aufwand bedeutet dabei ein niedrigempfindlichen Film, eine hochwertige Optik und ein Stativ zu verwenden. In „digitalen“ Begriffen ausgedrückt, lässt sich mit einem hochwertigen KB-Diafilm niedriger Empfindlichkeit (25 ISO) ein technische Auflösung von etwa 16 Millionen Pixel erzielen. Kleinbildnegative oder -dias mit höheren Auflösungen zu scannen ist nicht sinnvoll, weil in diesem Fall nur noch das auf dem Film physikalisch vorhandene Korn der lichtempfindlichen Schicht vergrößert würde. Einsatzgebiete Kleinbildkameras lassen sich am universellsten von allen einsetzen. Es gibt kein Gebiet, auf dem sie nicht zumindest akzeptable Leistungen bieten könnten. Ihre besonderen Stärken liegen bei weit entfernten und schnell bewegten Motiven sowie bei ungünstigen Lichtverhältnissen, wenn kein Stativ verwendet werden kann. Für die Systemkameras gibt es Objektive bis etwa 12-facher Vergrößerung mit extrem guten Abbildungseigenschaften, wobei sich die Vergrößerung mit einem davor angeschlossenen Telekonverter bei nur geringem Qualitätsverlust weiter erhöhen lässt. Die zahlreichen lichtstarken Objektive erlauben Freihand-Nachtaufnahmen, an die bei Mittelformat nicht zu denken ist und gut funktionierende Autofokussysteme sowie Bildstabilisatoren erleichtern hochwertige Sport- und Tieraufnahmen. Filme und Formate Typ 127 Der Rollfilm vom Typ 127 mit vier Zentimeter Breite gilt als erster Kleinbildfilm. Sein ursprüngliches Aufnahmeformat 4 cm x 6,5 cm galt damals noch als Kleinbild, zählt aber heute bereits zum Mittelformat; die Formate 3 cm x 4 cm und 4 cm x 4 cm hingegen noch zum Kleinbild. Der Film hatte bis zum Erscheinen des Instamaticfilms eine nennenswerte Bedeutung für einfache Kameras. Im März 1931 kam zudem die Rolleiflex Baby dafür heraus. Mit dieser Kamera wollte Rollei an dem von der Leica eingeleiteten Trend hin zum kleinen Bild teilhaben, sie hatte aber bei weitem nicht den Erfolg der Mittelformat-Rolleiflex. Deswegen ist sie nach dem Krieg zunächst nicht wieder erschienen, erst im Juni 1957 kam erneut eine Baby auf den Markt, sie blieb bis Mai 1968 in Produktion. Von der Baby erschienen auch einige Nachbauten, der bekannteste von Yashica. Nach 1970 geriet der Filmtyp jedoch in Vergessenheit. Die genannten Rollfilmformate sind gerundete Maßangaben, die exakten Werte siehe unter Rollfilm. Typ 135 Im engeren Sinn bezieht sich die Bezeichnung Kleinbildfilm nur auf den Typ 135, da er das Kleinbild populär gemacht hat und seitdem bis heute am häufigsten vorkommt. Es handelt sich um den 35-mm-Kinefilm (Kinofilm), welcher in einer Patrone konfektioniert wird. Infolgedessen weist er eine beidseitige Perforation auf. Am Anfang des Typ 135 steht die von Oskar Barnack bei Ernst Leitz in Wetzlar entwickelte Leica, sie besaß bereits das Bildformat 24 mm × 36 mm, allerdings noch mit einer eigenständigen Patrone. Auch andere Hersteller benutzten noch eigene Patronenformen, nach 1945 verbreitete sich die von Kodak eingeführte Form des Typs 135 auch in Deutschland rasch. Nur ganz wenige Kameras verwendeten das Halbbildformat 18 mm × 24 mm, die bekannteste von ihnen ist die Olympus Pen. Bis Anfang der 1950er-Jahre gab es auch Modelle, die nur das Format 24 mm × 32 mm belichteten, darunter insbesondere die frühen Nikon-Sucherkameras. Vereinzelt gab es auch Kameras, die quadratische Formate von 24 mm × 24 mm auf dem Film belichteten. Typ 126 Für Einsteigerkameras entwickelte Kodak die leicht zu handhabende Instamatic-Kassette, die mit dem quadratischen Format 28 mm × 28 mm arbeitete. Kodak bot zwar auch eine Spiegelreflexkamera an, Instamatic-Kameras wurden aber so gut wie ausschließlich in der unteren Preisklasse bis etwa 120 Mark gekauft. Dort war der Film ein großer Erfolg, so dass er in den 1960er- bis 1980er-Jahren weite Verbreitung fand. Der Film ist 35 mm breit und trägt pro Bild ein Perforationsloch. Das Perforationsloch steuert den Filmtransport der Kamera. Rapidfilm Agfa stellte als Instamatic-Konkurrenz den Rapidfilm vor, der zumeist ebenfalls mit quadratische Bildern belichtet wurde, allerdings im Format 24 mm × 24 mm. Das System hatte außerhalb Deutschlands einen nur geringen Erfolg, so dass Rapidfilme nur in den 1960er- und frühen 1970er-Jahren eine gewisse Bedeutung erlangten. Der Film ist 35 mm breit und hat die gleiche Perforation wie gewöhnlicher Kleinbildfilm. Filmanfang und Filmende sind durch Prägen aufgerauht, um den Lichteinfall in die Rapidkassette zu verhindern. Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Kleinbildkamera " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar. nach oben   Kleinstbildkamera Bei Kleinstbildkameras handelt es sich um fotografische Kameras mit einen Bildformat unter ungefähr 2 cm Kantenlänge. Filme und Formate Minox C für 8 mm × 11 mm-Film Minox EC, Größenvergleich mit der Minox LX 16-mm-Kleinstbildkamera Edixa 16 MB. Entwurf durch Heinz Waaske Minox 8 mm × 11 mm Die Minox 8x11-Kameras für das Format 8 mm × 11 mm sind im besonderen Maße Kleinstbildkameras, genaugenommen müsste man noch einmal zwischen dieser und 16 mm-Kameras unterscheiden, der Sprung vom Kleinbildformat 24 mm × 36 mm zum Pocketfilm ist nämlich ebenso groß wie vom Pocketformat zur Minox. Dabei ist nicht nur das Format, sondern auch der Film selbst extrem klein, seine Breite beträgt 9,5 mm. Dies ist besonders für Spionageanwendungen von Bedeutung, um ihn möglichst unerkannt transportieren zu können. In Privathand ist das Minox-System nur von einigen engagierten Amateuren verwendet worden, es hat aber über viele Jahre eine konstant bescheidene Verbreitung gefunden. 16-mm-Film In den frühen 1960er Jahren kamen mehrere Kameras für den 16-mm-Schmalfilm auf den Markt. Dieses Format fand allerdings keine große Verbreitung und geriet mit Erscheinen des Pocketfilms wieder in Vergessenheit. Dies lag daran, dass Kodak kein Filmpatronen dafür anbieten wollte. So musste Rollei für seine Rollei 16 selbst Filme konfektionieren und vertreiben. Eine weitere bekannte deutsche Kamera ist die Edixa 16, sie verwendete die gleichen Patronen nach der DIN-Norm 19022. Beide Kameras belichteten das Format 12 mm × 16 mm. Ursprünglich fand auch doppelseitig perforierter Film Verwendung, der selbst konfektioniert, also von einer Schmalfilmkameraspule gewickelt werden musste. Minolta führte 1970 eine fertig konfektionierte Kassette mit 16-mm-Film ein, die ebenfalls das Aufnahmeformat 12 × 16 mm verwendete. Typ 110 Mit dem 1972 von Kodak vorgestellten Pocketfilm kamen Kleinstbildkameras sehr in Mode, dieser Film mit dem Format 13 mm × 17 mm war in den 1970er Jahren extrem weit verbreitet, was sich im Laufe des folgenden Jahrzehnts dann wieder änderte. Er hatte nicht nur für Einsteigerkameras, sondern auch für solche der mittleren Preisklasse um 300 DM eine erhebliche Bedeutung. Discfilm Kodak versuchte mit dem Diskfilm, einen scheibenförmiger Film mit der Bildgröße 8 mm × 10 mm die Idee der Pocketkamera neu zu beleben, es blieb aber bei einem kaum nennenswerten Erfolg in den 1980er Jahren. Ganz im Gegensatz zum Pocketfilm haben auch nur sehr wenige Kamerahersteller eine Lizenz erworben, anspruchsvolle Modelle gab es überhaupt nicht zu kaufen, so dass dieser Film für Fotoamateure keinerlei Bedeutung erlangte. Digitale Sensoren Da große digitale Sensoren teuer zu produzieren sind, erschienen die ersten Consumer-Digitalkameras im Pocketformat. Sie fanden sehr schnell weite Verbreitung und machen heute den größten Anteil unter den Fotokameras aus. Vorläufer der Digitalkameras waren die Still-Video-Kameras der ausgehenden 1980er Jahre, sie zeichneten ein Analogsignal auf einer Diskette auf. Kameratypen Sucherkameras Analoge Kleinstbildkameras kommen nahezu ausnahmslos als Sucherkamera daher. Bei digitalen Sucherkameras ist es häufig möglich, anstatt den Sucher das rückwärtige Display zu benutzen. Einäugige Spiegelreflexkameras Mit Minolta und Asahi Pentax boten lediglich zwei Hersteller eine Spiegelreflex-Pocketkameras an, für die übrigen Filmtypen gab es überhaupt keine Spiegelreflexkameras. Die beiden Modelle fanden in Fachkreisen eine große Beachtung und daraufhin auch eine bescheidene Verbreitung. Sie blieben aber die Ausnahme. Kameras mit elektronischem Sucher Digitalkameras besitzen, um sie klein zu halten, mitunter gar keinen optischen Sucher. Dann dient das rückseitige Display nicht nur zum Betrachten der bereits abgespeicherten Bilder, sondern auch als Sucher. Einige Topmodelle besitzen einen elektronischen Sucher mit Okular, so wie es bei Camcordern üblich ist. Damit lässt sich die Kamera praktisch wie eine Spiegelreflex-Kamera benutzen, abgesehen davon, dass das Sucherdisplay eine geringere Auflösung besitzt. Eigenschaften Größe und Gewicht Bei gehobenen Kleinstbildkameras spielt die Größe eine bedeutende Rolle, sie sind aufwendig auf möglichst geringe Abmessungen konstruiert. Einfachere Modelle, insbesondere die Standard-Pocketkameras der 1970er Jahre sind nur einigermaßen, aber nicht extrem klein gehalten. Bei den Digitalkameras bieten die Hersteller meistens zwei Produktlinien an, zum einen extrem kleine Kameras, welche die Position von Pocketkameras einnehmen, und etwas größere Modelle, die sich meistens leichter bedienen lassen, ein schwenkbares Display besitzen und mit einen Filterhalter für das Objektiv ausgestattet werden können. Kosten Analoge Kleinstbildkameras liegen sowohl in den Anschaffungs- wie auch in den Betriebskosten auf dem Niveau der Kleinbildkameras. Lediglich für eine extreme Miniaturisierung ist ein Aufpreis erforderlich, dies gilt speziell für die Minox-Kameras. Bei den digitalen Kameras sind Sensoren für Kleinstbild billiger als für Kleinbild, was infolgedessen auch für die gesamte Kamera gilt. Auch hier sind allerdings extrem kleine Kameras etwas teurer. Schärfentiefe Kleinstbildkameras besitzen aufgrund der kurzen Brennweite ihrer Objektive ausnahmslos eine große Schärfentiefe, es ist mit ihnen nahezu unmöglich, den Hintergrund durch Unschärfe vom Vordergrund abheben zu lassen. Anderseits lassen sich leicht weit voneinander entfernte Objekte gleichzeitig scharf stellen, womit Effekte möglich sind, an die bereits im Falle von Kleinbildkameras nicht zu denken ist. Die große Schärfentiefe ermöglicht es auch leicht, sich mit einer ungefähren Schärfeneinstellung zu begnügen. Bildqualität Mit dem Pocketformat ist naturgemäß nur eine eingeschränkte Bildqualität möglich, die aber bei sorgfältigem Arbeiten bereits ein erstaunliches Niveau erreicht. Dem kommt entgegen, dass sich Objektive für einen kleinen Bildkreis mit besonders hoher Auflösung konstruieren lassen. Bei den Minox-Kameras besitzt das extrem kleine Aufnahmeformat nur noch eine für Abzüge im Format von etwa 13 cm x 18 cm ausreichende Auflösung. Beim Einsatz als Spionagekamera wird deswegen ein spezieller Dokumentenfilm verwendet, der einen extrem hohen Kontrast besitzt, also keine Grautöne wiedergibt, dafür aber extrem hochauflösend ist. Einsatzgebiete Kleinstbildkameras lassen sich kaum wirklich universell einsetzen, die meisten sind auf ihre Baugröße optimiert. Als kompakte, zwinkernde und Immer-dabei-Lösung für Schnappschüsse sind die meisten der für den Typ-110-Film konfektionierten Kameras gut geeignet. Für die weite Verbreitung mag die Ähnlichkeit mit den Spionage-Kameras von Minox und die meist robuste, handtaschentaugliche Bauart und Größe beigetragen haben. Langfristig war die kompakte Kleinbildkamera mit teilweise nur geringfügig größerer Bauart dank Blitz, Zoom und Filmauswahl überlegen. Aber selbst zur Systemkamera Pentax auto 110 gehörte kein umfangreiches Objektivprogramm. Dies hat allerdings keinerlei technischen Gründe, es wäre durchaus möglich, ein umfangreiches System zu entwickeln. Von Vorteil sind Kleinstbildkameras beim Einsatz an Ferngläsern oder Fernrohren, mit einen Adapter funktionieren sie daran besonders gut. Während Spielzeugkameras sowohl beim Format 110 als auch beim regulären Format 135 zu finden sind, bleiben Einwegkameras scheinbar die Domäne des weiter verbreiteten 35-mm-Formates. Geschichte Die (noch nicht standardisierten) Miniaturkameras der 1850er Jahre verwendeten häufig fotografische Platten mit einer Seitenlänge von 2,5 cm, so beispielsweise die Apparate von Thomas Skaife (1858) und Charles Piazzi Smyth (1859 ff.). Diese Negative wurden – was zu dieser Zeit vollkommen unüblich war – vergrößert. Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Kleinstbildkamera " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar. nach oben   Leica M Die Leica M ist eine Fotokamera-Modelllinie der Firma Leitz, heute der Leica Camera AG, für das Kleinbild-Format. Im Unterschied zum auch von Leitz hergestellten Spiegelreflex-System Leica R ist das M-System ein Messsucherkamerasystem. Leica führte das M-System 1954 als Nachfolger für die Leica III ein, die „Ahnenreihe“ der Leica M reicht damit bis zur ersten Kleinbildkamera der Welt (Ur-Leica) zurück. Ihre Bedeutung und ihren Nimbus erhält die Leica M dadurch, dass sie wie schon ihre Vorgänger („Schraub-Leicas“) von vielen bedeutenden, professionellen Fotografen besonders in der Reportagefotografie eingesetzt wurde und wird und somit viele berühmte Fotos zur Zeitgeschichte mit einer Kamera dieses Typs oder einem Vorgängermodell aufgenommen wurden. Technik Während Objektive an den Leicas bis 1954 mit einem M39-Schraubgewinde befestigt wurden, erhielten die M-Leicas einen Bajonettanschluss, das M-Bajonett. Das Suchersystem wurde gegenüber den Schraub-Leicas verbessert, und sie erhielt einen verbesserten Tuchschlitzverschluss. Herausragendes Merkmal der Leica-M-Kameras ist ihr Messsucher. Er zeigt das Motiv in einer festen Vergrößerung, der je nach Modell unterschiedlich ausfällt. Aktuelle Leicas sind erhältlich mit Suchervergrößerungen von 0,58-fach, 0,72-fach und 0,85-fach. Zum Scharfstellen auf das Motiv bringt man das Bild in einem hellen Messfleck in Deckung mit dem Motiv. Ein eingespiegelter Leuchtrahmen zeigt das Bildfeld des angesetzten Objektivs. Ihren guten Ruf verdankt die M-Leica auch der guten Auswahl an hervorragenden Objektiven zwischen 21 und 135 mm Brennweite. Modelle Mit der Leica IIIf hatte die klassische Schraubleica ihren Zenit überschritten. Während die optische Leistung der Objektive noch über jeden Zweifel erhaben war, waren die Kameragehäuse nicht mehr ganz auf dem Stand der Technik. Bereits in den Dreißiger Jahren hatte Zeiss Ikon in der Contax II einen überlegenen Messsucher, der Sucher und Entfernungsmesser in einem Okular zusammenfasste. Zwar hatte es bei Leitz durchaus Überlegungen zu einer Leica IV mit Messsucher gegeben, doch kamen diese durch den Kriegsausbruch ins Stocken. Auch das Schraubgewinde für den Objektivwechsel wurde nun vielfach als unnötig umständlich empfunden, zumal Zeiss Ikon auch hier bereits mit einer Bajonettlösung aufwarten konnte. Die M3 war 1954 die erste M-Leica. Sie hatte eine Suchervergrößerung von 0,9-fach und konnte Leuchtrahmen für Objektive mit 50, 90 und 135 mm Brennweite einspiegeln. Objektive mit kürzerer Brennweite erforderten entweder einen Sucheraufsatz (die so genannte „Brille“) oder einen separaten Aufstecksucher, der in den Zubehörschuh gesteckt wird. 1958 erschien mit der M2 eine „abgespeckte“ Version der M3 mit geringerer Suchervergrößerung (0,7-fach) und Leuchtrahmen für 35, 50 und 90 mm. 1967 erschien die weiter verbesserte Leica M4. Der M5 war kein großer Erfolg beschieden, obwohl sie die weltweit erste Messsucherkamera mit Belichtungsmessung durch das Objektiv war (TTL-Messung). Eine CdS-Zelle war auf einem Schwenkarm vor dem Verschlussvorhang angebracht, der erst mit Drücken des Auslösers in den Kameraboden versenkt wurde. Zwar war auch sie ein technischer Fortschritt gegenüber ihren Vorgängerinnen, aber insbesondere die leicht vergrößerten Ausmaße machten sie in Fotografen- und Sammlerkreisen nicht sehr beliebt. Erst die M4-2 von 1977 überzeugte die Leica-Freunde wieder. Die 1984 erschienene Leica M6 wies nach der M5 als zweite M-Leica eine Belichtungsmessung durch das Objektiv auf. Über Leuchtdioden wurde dem Fotografen drohende Über- oder Unterbelichtung angezeigt. Mit der M7 erschien 2002 erstmals eine M-Leica mit Zeitautomatik. Nur wenig später erschien mit der MP Leicas Zugeständnis an die Tradition, indem weniger Wert auf Modernität durch elektronische Bauteile gelegt wurde, aber dafür mehr Wert auf kompromisslose Fertigungsqualität und Mechanik. Die MP ist äußerlich und im Innern so viel wie eine M2 mit Belichtungsmessung. Neben den genannten Modellen gab es häufig Sondermodelle. Beispielsweise war die M1 eine Version ohne Messsucher, gedacht für die Verwendung des Spiegelreflex-Aufsatzes „Visoflex“, von der M6 erschienen Versionen mit Titan-Gehäuse u. Ä. Aktuelle Modelle sind die Leica M7, die Leica MP und die digitale M8 (Stand: 2007). Historische M-Modelle gehören zu den Klassikern unter den Fotoapparaten und erzielen unter Sammlern beachtliche Preise.   Minox -Leica M3 digital: Eine Hommage an das Original. Maßstabsgerecht verkleinerte Digitale Miniaturkamera von Minox Leica M2, etwa 1959/1960 Leica M3, im Technikmuseum Berlin Leica M4-P, 1983 In stark miniaturisierter Form werden Leica-M Modelle von der Firma Minox als Kleinstbild- und Digitalkameraversion maßstabsgetreu nachgebaut. Leica M1 (1959–1964) Anders als der Name vermuten lässt, war die M1 nicht das erste Modell der Serie, sondern eine vereinfachte Version der M2. Sie hatte keinen Entfernungsmesser und kein Vorlaufwerk. Der Sucher spiegelte nur die Rahmen für 35- und 50 mm -Objektive ein. Sie war vorgesehen als Einsteigerkamera - „für die Dame“ und konnte seinerzeit in den Leitz-Werken zur M2 „aufgerüstet“ werden. Der Sucher hatte einen Parallaxenausgleich, der über einen einfachen Anschluss ohne Rädchen gesteuert wurde. Leitz bot sie seinerzeit als Alternative zu den Wechselmagazinen der Zeiss Contarex als Komplettkamera für die Verwendung an einem Visoflex an. Zudem wurde sie für spezielle Anwendungen im wissenschaftlich/technischen Bereich empfohlen, z. B. zum Ansatz an den Mikroskop-Ansatz Mikas, am Aristophot, für Aufnahmen am Kolposkop und Endoskop und für Reproduktionsgeräte (beispielsweise am Reprovit IIa). Insgesamt wurden etwa 9.600 Kameras gefertigt, die bis auf eine Serie von 208 Stück für die Deutsche Bundeswehr allesamt verchromt waren. Eine Sonderausführung ist bekannt, bei der das Gehäuse der Leica M3 in Nato-oliv für eine entsprechend vereinfachte Bundeswehrausführung mit der Bezeichnung M1 verwendet wurde. Leica MD (1964–1966) Die Leica M1 wurde von der Leica MD abgelöst, bei der auf den Sucher gänzlich verzichtet wurde. Ansonsten ist die MD mit der M1 völlig identisch. Insgesamt wurden 3.500 Exemplare gebaut. Leica MDa (1966–1976) Die MDa ist die direkte Nachfolgerin der Leica MD auf Basis der Leica M4. Sie verfügt über die Rückspulkurbel und das Schnellladesystem der M4. Ansonsten bestehen keine Unterschiede zur MD. Von der Leica MDa wurden in zehn Produktionsjahren insgesamt ca. 15.000 Stück mit hell verchromtem Gehäuse gebaut. Leica MD-2 (1980–1987) Mit der MD-2 stellte Leitz die letzte M-Kamera für technische Arbeiten vor. Basierend auf einem M4-2 Gehäuse entspricht ihr Funktionsumfang weitgehend dem der früheren MDa bis auf den serienmäßigen Mittenkontakt im Zubehörschuh. Insgesamt wurden etwa 2600 ausschließlich schwarz verchromte Kameras gebaut. Leica M2 (1958–1967) Als preiswertes Einsteigermodell zur M3 wurde 1958 die Leica M2 vorgestellt. Sie unterscheidet sich äußerlich jedoch nur in Einzelheiten von der M3 wie etwa in einem manuellen Zählwerk oder einer leicht geänderten Deckkappe. Technisch unterscheidet sie sich hauptsächlich durch eine völlig neue Messsucherkonstruktion und die geringere Suchervergrößerung von 0,72 gegenüber 0,91 bei der M3. Dadurch wurde es möglich einen Leuchtrahmen für 35 mm Objektiven einzuspiegeln, die an der M3 nur mit unhandlichen Suchervorsätzen zu verwenden sind. Dafür wurde der Rahmen für 135 mm Objektive entfernt, der jedoch ohnehin nur selten benutzt wurde. Auch die M2 wurde weit überwiegend in verchromter Ausführung bestellt, während insgesamt nur etwa 1900 schwarz lackierte Exemplare bekannt sind. Insgesamt wurden etwas über 85000 Kameras hergestellt. Leica M3 (1954–1966) So erscheint es nicht verwunderlich, dass Leitz mit der M3 im Jahre 1954 ein komplett neues Modell eingeführt wurde, das fast nichts mehr mit den bisherigen Leicas gemeinsam hatte. Angefangen beim Messsucher, der das Bild nahezu in Lebensgröße abbildete (0,91x) über den Bajonettanschluss bis hin zu wahlweise einspiegelbaren Leuchtrahmen für 50, 90 und 135 mm zeichnete sich die Leica vor allem durch einen völlig neu gestalteten Verschluss aus. Zwar laufen nach wie vor zwei Verschlusstücher horizontal über die Filmebene, doch wurden erstmals alle Verschlusszeiten von 1 s bis 1/1000 s auf einem Rad an der Oberseite zusammengefasst. Auch war der Verschluss deutlich leiser als jener der Schraubleicas. Mit kleineren Modifikationen wurden von der Leica M3 bis 1966 in etwa 227000 Exemplaren gefertigt, von denen der weitaus größte Teil verchromt geliefert wurde, während nur etwa 3000 Stück schwarz und 144 Stück olivfarben lackiert waren. Leica M4 (1967–1975) Auf Basis der Leica M2 wurde 1967 die Leica M4 mit Leuchtrahmen für vier Brennweiten eingeführt. Erstmals wurde der Rückspulknopf durch eine schräg angebrachte Kurbel ersetzt und ein neuartiges Schnellladesystem eingesetzt, das den Filmwechsel auch unter erschwerten Bedingungen ermöglichen sollte. Ferner wurde die Form des Schnellschalthebels geändert. Insgesamt wurden knapp 60.000 Kameras hergestellt, von denen immerhin etwa 9.000 Stück schwarz lackiert und später auch schwarz verchromt wurden. Die restliche Auflage wurde hell verchromt ausgeliefert. Leica M4-2 (1978–1980) Nach dem Misserfolg mit der Leica M5 wurde die Leica M Fertigung 1975 gänzlich eingestellt. Aufgrund der nach wie vor bestehenden Nachfrage nach Leica M Kameras wurde 1978 auf Initiative von Walter Kluck, Leiter der kanadischen Leitz-Niederlassung in Midland, die M4-2 als vereinfachte Ausführung der M4 eingeführt. Im Vergleich zur M4 fehlt der Selbstauslöser und einige Details am Gehäuse wurden vereinfacht. Dafür war die M4-2 standardmäßig mit einem Mittenkontakt im Blitzschuh und einer Vorbereitung für Motoreinsatz ausgestattet. Die Leica M4-2 wurde fast ausnahmslos in Kanada gefertigt, wo in nur zwei Produktionsjahren immerhin über 17.000 Kameras ausgeliefert werden konnten, von denen 16.000 schwarz verchromt und etwa 1.000 Exemplare vergoldet waren. Es sind auch einige wenige Kameras mit heller Verchromung aufgetaucht. Leica M4-P (1981–1987) Aufbauend auf dem relativen Erfolg der Leica M4–2 wurde 1981 die Nachfolgerin M4-P präsentiert. Sie unterscheidet sich im Wesentlichen durch zwei zusätzliche Leuchtrahmen für 28 mm und 75 mm Objektive. Die Kamera war sowohl in heller als auch in schwarzer Verchromung erhältlich. Die Gesamtproduktion beläuft sich auf insgesamt etwa 22.400 Stück, von denen etwa 18.000 schwarz und etwa 4.400 hell verchromt wurden. Leica M5 (1971–1975) Die Leica M 5 wurde seit etwa 1960 von Leitz entwickelt. Von Anfang an wählte man eine klare Linienführung in robuster Bauweise. Die ursprünglich mit Außenmessung konzipierte Kamera war bereits etwa 1963 durchkonstruiert. Doch die ursprünglich vorgesehene Außenmessung für die Belichtung war nicht mehr zeitgemäß. Deshalb wurde die Einführung zurückgestellt - nur der für diese Maße passende Visoflex III kam 1963 zur Photokina auf den Markt. Für die Leica M 5 wurde anschließend eine Messmethode mit einer Messzelle an einem schwenkbaren Hebel für eine Belichtungsmessung vor der Filmebene ermöglicht. Der Sucher und der Verschlussmechanismus entsprachen weitgehend der Leica M4. Die Kamera hatte den Spitznamen Brikettleica - wegen ihrer zu meist schwarzen Verchromung und der etwas eckigen, klaren handlichen Form. [1] Im Vergleich zu späteren M-Leicas hatte sie einen eingebauten CdS-Belichtungsmesser, der mit sinnfällig im Sucher erkennbarer Messnadel und Nachführzeiger arbeitete. Bei den Einstellungen waren Über- und Unterbelichtungen in ihrer Abweichung zu sehen, die richtige Belichtungszeit schnell und sicher gefunden. Zusätzlich wurde die eingestellte Belichtungszeit angezeigt. Die Leica M 5 hatte als einzige Leica-M eine Zeiteinstellscheibe, die etwas über das Gehäuse hinausragte, und somit problemlos eine Zeiteinstellung unter direkter Sicht des Belichtungsmessers einschließlich der Zeiten ermöglichte. Die M 5 hatte als erste Leica M den Mittenkontakt (Blitzlichkontakt X) in der Sucherklemme. Außerdem hatte sie noch getrennte Normkontakte für Lampen- und Elektronenblitzgeräte. Die Kamera ermöglichte daher die automatische Blitzsynchronisation für Lampenblitzgeräte bis 1/500 sec, für Elektronenblitzgeräte bis 1/50 sec. [2] Insgesamt wurden 34.000 Kameras gefertigt, davon 11.000 hell und 24.000 schwarz verchromt. Unter Liebhabern gilt sie als die beste vollmechanische Leica-M. Leica CL (1973–1976)   Die Leica CL wurde 1973 vorgestellt, sie war im Trend der Zeit als eine Compakt-Leica gedacht, die bewusst vom M-System abgegrenzt wurde. Es wurde konsequent das Prinzip verfolgt: Preisdifferenzierung durch Produktdifferenzierung. Diese Marketingstrategie gelang nicht, sie hat in stärkerem Maße als erwartet der Leica M5 Käufer entzogen. Das Gehäuse ist eine eigenständige Konstruktion mit vertikalem Verschlussablauf. Die automatische Blitzsynchronisation erfolgte über den Mittenkontakt der Zubehörklemme, die kürzeste Zeit dafür war 1/60 sec. Der neue Basismesssucher hatte eine kleinere Messbasis. Der Sucher spiegelte selbsttätig die Bildfeldbegrenzung für 40, 50 und 90 mm Objektive ein. Ein automatischer Parallaxenausgleich war gegeben. Die recht dünne Außenhülle war aus Blech und relativ leicht einzudrücken, bei einem Stoß entstand eine kleine Beule. Allerdings litt darunter nicht die Justierung des Bajonetts zur Filmebene, da diese von hinten durch den soliden Kamera-Kern erfolgte. Für die CL wurden zwei spezielle Objektive eingeführt, die auf den neuen Messsucher hin optimiert waren: Das Summicron 1:2/40 mm und das Elmar-C 1:4/90 mm. Die selektive Belichtungsmessung durch das Objektiv erfolgte wie bei der M5 mit einer an einem Arm eingeschwenkten CdS-Zelle. Diese Zelle schwenkte vor dem Auslösen   Leica CL Leica M6 Leica M7   aus dem Bildfeld und wurde mit dem Aufzug des Filmes wieder eingeschwenkt. Die Konstruktion war einfacher ausgeführt als bei der Leica M 5, hatte keine Vorrichtung zur besonderen Berücksichtigung der Messung mit unterschiedlichen Brennweiten, wurde beim Absetzen des Objektivs nicht zurückgeschwenkt. Die Entfernungsmesserkupplung entsprach nicht im Detail der M-Konstruktion. Die Genauigkeit des Messsuchers lag durch die "Schnittkante" über der der Entfernungsmesser der Schraubleicas. Die Verwendung von CL-Objektiven an einer M wurde eingeschränkt und von Leitz für diesen Fall als ungenau bezeichnet. Die Filtergewinde der CL-Objektive hatten zwar auch einen Durchmesser von E 39, aber eine Steigung von 0,75 statt 0,5. Es sollten Serie 5,5-Filter verwendet werden. Aus Kostengründen wurde die CL für Leitz von Minolta in Japan hergestellt. Sie wurde in Japan auch als Leitz-Minolta CL verkauft. Von der Leica CL (ohne Minolta Lizenznachbauten) gibt es 65.000 ausschließlich schwarz verchromte Exemplare. Nach Produktionsende der Leica CL wurde von Minolta eine weiterentwickelte Kamera unter der Bezeichnung Minolta CLE vertrieben. Leica M6 (1984–1998) Leica M6 TTL (1998–2002) Mit der Leica M6 gelang Leitz 1984 nicht mehr den technologischen Stand der damaligen Zeit zu erreichen, den Minolta bereits 1980 mit der CLE erzielte. Zwar wurde erstmals eine TTL-Belichtungsmessung in das Gehäuse einer Leica M4-P realisiert, doch eine Blitzsteuerung war nicht möglich. Die einfache Belichtungsmessung wird durch einen weißen Punkt auf dem vorderen Verschlussvorhang erreicht, der einfallendes Licht auf eine Messzelle unter dem Bajonettring reflektiert. Das Messergebnis wird im Sucher mittels zweier Leuchtdioden signalisiert, anhand derer die korrekte Belichtung manuell eingestellt wird. Die M6 spiegelt bei einer Vergrößerung von 0,72 im Sucher die Rahmen für 28, 35, 50, 75, 90 und 135 mm Brennweiten ein. Der Verschlusszeitenbereich der Kamera liegt zwischen 1 s und 1/1000 s bei einer Blitzsynchronisationszeit von 1/50 s. Sie liegt nicht bei 1/60tel und somit immer noch außerhalb der linearen Verschlusszeitenreihe, wie 30 Jahre zuvor bei der Leica IIIf und M 3. Und damit immer noch deutlich unter der Synchronzeit einer Leicaflex von 1965 mit 1/100 s. Bis 1988 wurden etwas über 30.000 Stück im Leitz-Werk in Wetzlar hergestellt, seit 1988 wurde die M6 in Solms gefertigt. Im Jahre 1986 wurde die helle Verchromung als Alternative zur schwarzen Verchromung eingeführt. Ungefähr 3.000 Leica M6 wurden 1998 mit einer Suchervergrößerung von 0,85 (gegenüber 0,72 beim Standardmodell) gefertigt. Zwar fehlt bei ihr der Rahmen für 28mm-Objektive, jedoch zeichnet sie sich durch ein größeres Sucherbild aus, das eine präzisere Scharfstellung ermöglicht. Neben den beiden Standardausführung in schwarz und chrom gab es auch zahllose Sondermodelle mit besonderen Oberflächen in Gold, Platin und Titan. Produktionszahlen sind nicht bekannt, jedoch dürften von der M6 etwa 100.000–150.000 Stück existieren. Im Jahre 1998 wurde eine veränderte M6 unter dem Namen M6 TTL vorgestellt. Hauptmerkmal der neuen Kamera war die TTL Blitzbelichtungsmessung sowie die Wahl zwischen drei Suchervergrößerungen (0,58; 0,72; 0,85). Schätzungsweise 40.000 Leica M6 TTL wurden gebaut. Leica M7 (2002–heute) Als Nachfolgerin der Leica M6 TTL wurde in der M7 erstmals in einer Leica M eine Zeitautomatik realisiert. Dazu wurde der Verschluss modifiziert, der nun alle Zeiten (1 s bis 1/1000 s) mit Ausnahme der 1/50 und 1/125 s elektronisch bildet. Damit ist die M7 zugleich die erste Leica M, die weitgehend auf Batterien angewiesen ist. Vor wenigen Jahren wurde auch der Messsucher geringfügig verbessert, um die Neigung zu Überstrahlungen abzustellen. Leica M8 (2006–heute) Im September 2006, 52 Jahre nach Einführung der M3, stellte Leica die erste M-Serien Kamera mit CCD-Sensor vor. Die M8 hat das klassische Design, ist mit einem 10 Megapixel CCD-Sensor ausgestattet, der für Digitalkameras die relativ große Fläche von 18 mm x 27 mm (analoges Kleinbildformat: 24 mm x 36 mm) hat. Da bei einer Messsucherkamera der Film, bzw. CCD-Sensor wesentlich näher am Objektiv sitzt, ergeben sich Vignettierungen im Randbereich. Dies wird von Leica durch die spezielle Ausrichtung der Mikrolinsen auf dem eigens entwickelten CCD-Sensor ausgeglichen: diese haben einen kleinen Versatz, der sich in regelmäßigen Schritten zum Rand hin erhöht. Zusätzlich existiert die Möglichkeit, die Vignettierungen mittels Software herauszurechnen. Die dafür nötigen Parameter des verwendeten Objektivs werden mittels einer optischen 6-bit Codierung auf dem Ansatzflansch des Objektivbajonetts an die Kamera übertragen. Die Kamera verfügt über einen integrierten motorischen Verschlussspanner, die Möglichkeit von Serienaufnahmen und eine dynamische Speicherung der erzeugten Bilddaten auf der SD-Speicherkarte, so dass kontinuierlicher Aufnahmen gemacht werden können. Bei der Einführung der Kamera kam es Anfangs zu Problemen mit Balkenbildung im hohen Empfindlichkeitsbereich und bei ungünstigen Gegenlichtbedingungen. Davon betroffen waren einige hundert Kameras, die vor dem offiziellen Start der Serienproduktion ausgeliefert wurden. Leica MP (1956–1957) Abgeleitet von der M3 wurden auch etwa 450 Leica MP gebaut, die für den Betrieb mit dem Schnellaufzug Leicavit ausgelegt war. Die MP war damit auf den Profimarkt ausgelegt, kommerziell allerdings war sie ein Fehlschlag, weil viele Berufsfotografen nicht auf den Rahmen für 35 mm Objektive verzichten wollten, der bei der M3 und der MP fehlte. Heute ist die Leica MP ein sehr gesuchtes Sammlerstück, weil nur sehr wenige Exemplare in sammelwürdigem Zustand erhalten sind. Leica MP2 (1958/59) Von der M2 wurde eine Profiversion mit elektrischem Motorantrieb, die sogenannte MP2 bemustert. Zwei Serien und insgesamt nur 27 Exemplare wurden gefertigt, Nr. 935501 bis 935512 und Nr. 952001 bis 952015. 21 Kameras waren in hell verchromter Ausführung geliefert, sechs Exemplare in schwarz lackiert (Nr. 935507 bis 935512). Der elektrische Leitz-Wetzlar-Motor zur MP2 wurde an der Unterseite der Kamera anstelle des Bodendeckels angesetzt und zieht 3,5 Bilder pro Sekunde durch. Die MP2 war eine Serie von Musterkameras, die lediglich der Erprobung dienten und daher nie kommerzielle Bedeutung erlangte. Der MP2-Motor war dem in etwa parallel entwickelten und später in Serie gefertigten Leitz-New York-Motor (zur M2-M) konstruktiv überlegen. Leitz entschied sich aufgrund der Meinung anlässlich der Bemusterung einbezogener amerikanischer Fotojournalisten für die M2-M-Lösung, da das Batteriegehäuse bei dieser Variante allgemein als handlicher angesehen wurde. Zudem waren herkömmliche M2-Kameras mit der Motorkupplung für den New York-Motor nachrüstbar, wovon man sich größere Verkaufschancen erhoffte. Die MP2 zählt zu den seltensten und auf dem Sammlermarkt von heute wertvollsten Leicas der M-Serie. Etwa 15 Kameras sind weltweit heute bekannt, wovon in etwa die Hälfte davon komplett mit dem originalen MP2-Elektromotor erhalten ist. Die von der Ernst Leitz Wetzlar GmbH (heute Leica Camera AG) veröffentlichte „Liste der Kamera-Seriennummern“ weist einen in Fachkreisen allgemein bekannten Redaktionsfehler auf, wonach die erste Serie der MP2 nicht ab der Nr. 935501, sondern bereits ab 935001 begann. Es wird daher in der Literatur bis heute teilweise die Zahl von 527 MP2-Kameras genannt. Tatsächlich handelt es bei den Kameras Nr. 935001 bis 935500 um reguläre M2. Leica MP (2003–heute) Als rein mechanische Alternative zur Leica M7 wurde 2003 die Leica MP vorgestellt. Sie ist praktisch batterieunabhängig, der Verschlussaufzug läuft mechanisch ab, die Batterie wird lediglich für den Belichtungsmesser benötigt. Die Deckkappe konnte aufgrund von entfallener "TTL-Blitzbelichtungssteuerung" gegenüber der M6 TTL und M7 um 2,5mm niedriger ausfallen, womit sie wieder die klassische Bauhöhe aller vorhergehenden M-Modelle besitzt. Äußerlich "glänzt" die MP mit der Wiedereinführung der berühmten Schwarzlackierung, eine Reminiszenz an die goldene Zeit der Messsucherkameras der 50er- und 60er Jahre. Die bekannte Silber-Verchromung ist jedoch weiterhin erhältlich. Die Belederung "skinshark" ist ebenfalls eine Verbeugung vor der längst vergangenen Zeit der berühmten Schraubleicas. Die Bedienelemente wurden auf ein absolutes Minimum beschränkt, der einteilige Filmtransporthebel, das kleine Zeitenrad sowie der stoßresistente Rückspulknopf sind sämtlich in Metall ausgeführt. Im Inneren wurden alle Einzelteile einer kompletten Revision unterzogen und auf eventuelle Verbesserungen hin überprüft. Wichtigste Neuerung ist der stark verbesserte MP-Sucher, welcher seit Einführung 2003 auch in der M7 Verwendung fand. Unter anderem besitzt dieser nun wieder die von vielen Anwendern lange Zeit vermisste Streulicht-Unempfindlichkeit, d.h. bei seitlichem Gegenlicht findet nun keine Überstrahlung mehr statt. Unter Kennern gilt die MP als die eleganteste M aller Zeiten. Sie bildet den analogen Schlusspunkt der rein mechanischen M-Modelle, welcher mit der M3 begann. Die MP ist die Essenz aus über 50 Jahren M und abschließender Höhepunkt. Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Leica M " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar. nach oben   Minolta Dynax 9 Die Minolta Dynax 9 (in Japan: Alpha 9, in den USA: Maxxum 9) ist eine Kleinbild-Spiegelreflexkamera, die für professionelle Fotografen und engagierte Amateure konzipiert und erstmals Ende 1998 von Minolta vorgestellt wurde. Die Dynax 9 gehört nach der Minolta 9000 und Dynax 9xi zur dritten Generation der Profimodelle und löste nach sechs Jahren die Dynax 9xi (vorgestellt im Juni 1992) ab.   Vorderansicht der Minolta Dynax 9 ohne Objektiv (1998) Aufsicht Kontrollelemente auf der Rückseite: Einstellrad, AEL-Taste und Display Griffsensor Eye-Start-Schalter Kurzcharakteristik Die Minolta Dynax 9 ist eine umfangreich ausgestattete, robuste Hochleistungs-Spiegelreflexkamera mit einem schnellen Autofokus-System, eingebautem Motor für den Filmtransport, der bis zu 5,5 Bilder in der Sekunde transportieren kann, und einer sehr kurzen Verschlusszeit von 1/12.000 Sekunde sowie einer Blitzsynchronzeit von 1/300 Sekunde. Das staubgeschützte Gehäuse ist mit Gummidichtungen versiegelt. Es besteht aus einem korrosionsbeständigen Edelstahl vom Typ SUS 304, der mit einem UV-gehärteten Polymer beschichtet ist. Die Bodenplatte aus Zinkdruckguss ist gummiarmiert, der Spiegelkasten besteht aus rostfreiem Stahl und Zinkdruckguss. Das Bajonett besteht wiederum aus rostfreiem Edelstahl und ist selbstschmierend. Der extrem schnelle Schlitzverschluss, dessen Lamellen aus kohlefaserverstärktem Epoxydharz besteht, wurde bereits in der Dynax 9xi eingesetzt, galt als sehr langlebig und markiert bis heute einen Weltrekord. In der Praxis ist die kurze Blitzsynchronzeit jedoch nützlicher; die 1/12.000 Sekunde werden nur bei extremen Aufnahmebedingungen benötigt, beispielsweise wenn bei starkem Sonnenlicht mit Offenblende auf hochempfindlichem Film fotografiert wird. Das nackte Kameragehäuse wiegt ohne Objektiv und Batterien 910 Gramm; das ist bereits mehr, als eine aufnahmebereite Digitalkamera wie die Minolta Dimage 7Hi mit Zoomobjektiv wiegt (700 Gramm). Mit dem Teleobjektiv Minolta AF APO Tele Zoom 1:2,8/80-200 mm, Akkus und Funktionshandgriff VC-9 bringt die aufnahmefähige Kamerakombination dann rund 2,9 Kilogramm auf die Waage. Bedienkonzept und Ergonomie Im Entwurf des Bedienkonzepts ist gegenüber dem Vorgängermodell Dynax 9xi aus dem Jahr 1992 eine vollständige Kehrtwendung festzustellen. Während die 9xi überwiegend mit Schaltern und Tastenfeldern ("Mäuseklavier") bedient wurde, setzt die Dynax 9 durchgängig ein analoges Bedienkonzept um: Alle häufig benötigten Funktionen sind über Einstellräder oder -knöpfe unmittelbar erreichbar, es gibt kaum doppelt belegte Tasten und keine verschachtelten Menüstrukturen. Durch die Orientierung an analogen, "erfühlbaren" Bedienelementen und Taktilität sollte die Ergonomie gegenüber dem Vorgängermodell, der Dynax 9xi verbessert werden. Alle Parameter der einzelnen Kamerafunktionen werden über die zwei Einstell- oder Wahlräder justiert. Das vordere Rad bedient man mit dem Zeigefinger, das hintere mit dem Daumen der rechten Hand. Stützt man das Objektiv mit der linken Hand ab, können beide Räder bedient werden, ohne die Kamera vom Auge absetzen zu müssen, hält man die Kamera nur in der rechten Hand, kann nur das vordere Einstellrad bedient werden, da Daumen und Handballen die Kamera stützen (dafür ist extra eine Daumenstütze vorgesehen). Das Fotografieren mit der Dynax 9 beginnt mit zwei Minolta-Spezialitäten: Nimmt man die eingeschaltete Kamera in die Hand, stellt dies die Kamera durch einen auf Messung der Leitfähigkeit beruhenden Griffsensor sofort fest und schaltet die Kamera in Aufnahmebereitschaft. Dies funktioniert so lange ausgezeichnet, bis der Fotograf Handschuhe trägt. Dieses 'Eigenleben' ist bei Profifotografen zumindest umstritten. Diese Aufnahmebereitschaft gilt – zumindest was den Energiebedarf angeht – als unproblematisch: Im Gegensatz zu Digitalkameras mit ähnlicher Funktionalität muss der Autofokus und die Belichtungsmessung nämlich erst noch aktiviert werden. Dies erledigt wahlweise der Eye-Start-Sensor oder der Zweistufenauflöser. Der Griffsensor aktiviert den Eye-Start-Sensor am Sucherokular. Durch diese Sensor-Kombination aus IR-Sender und -Empfänger kann die Kamera durch einen Näherungsschalter feststellen, wenn sie ans Auge genommen wird. Diese Funktion ist allerdings umstritten, in den Worten des Fachautors Thomas Maschke: "Am Eye-Start scheiden sich die Geister". Wie fast alle Funktionen kann dieses Ausstattungsmerkmal daher mit einem Handgriff abgeschaltet werden. In diesem Fall wird der Autofokus (AF) und die Belichtungsmessung durch einen leichten Druck auf den Auslöser aktiviert. Ein möglicher Nachteil des mechanisch-taktilen Bedienkonzepts kann darin gesehen werden, dass die Dynax 9 anders als viele moderne Kameras mit elektronisch-digitalem Bedienkonzept nicht über eine so genannte "Paniktaste" verfügt. Damit wird gewöhnlich die Kamera auf Knopfdruck in einen definierten Zustand, meist Vollautomatik mit Standard-Einstellungen, zurückversetzt. Zum einen ging Minolta wohl davon aus, dass die angepeilte Klientel keine "Paniktaste" braucht, zum anderen lassen sich mechanische Kontrollelemente naturgemäß nicht elektronisch zurücksetzen. Die mechanischen Einstellungen lassen dafür zweifelsfrei die eingestellten Funktionen optisch und taktil erkennen. Ausstattung Die Dynax 9 richtet sich hinsichtlich ihrer Ausstattung an anspruchsvolle Fotografen, die eine hohe Funktionalität erwarten, und konkurriert in diesem Segment nur mit wenigen anderen Kameras. Ein genormter Blitzsynchronanschluss befindet sich an der linken, ein Fernsteuerungsanschluss an der rechten Gehäuseseite und ein proprietärer Minolta-Zubehör- beziehungsweise Blitzschuh ist auf der Gehäuseoberseite zu finden. Hier können externe Blitzgeräte oder Zubehör wie Blitzkabel, die drahtlose Fernbedienung oder Nahaufnahmediffusoren aufgesteckt werden. Die Kamera verfügt auch über einen Stativanschluss auf der Kameraunterseite und beherrscht das Blitzen auf dem zweiten Verschlussvorhang sowie die Möglichkeit der Spiegelvorauslösung. Auf den Zubehörschuh werden nicht nur externe Blitzgeräte aufgesetzt, sondern beispielsweise die als externes Zubehör erhältliche drahtlose Fernsteuerung IR-1N, mit der die Kamera über eine Distanz von bis zu 60 Metern bedient werden kann. Genau genommen können sogar drei Kameras beziehungsweise Kameragruppen ferngesteuert werden, da die Infrarotfernbedienung über drei Kanäle verfügt. Allerdings ist die IR-1N kein Funkauslöser, es muss also immer Sichtkontakt zwischen Empfangseinheit und IR-Auslöser bestehen. Auf der linken Gehäuseseite befindet sich neben dem Objektivbajonett ein Schalter zum Wechsel zwischen automatischer und manueller Fokussierung sowie direkt darüber die in dieser Kameraklasse obligatorische Abblendtaste; die Logik hinter dieser Anordnung besteht wohl darin, dass sich die zu Optik und Fokussierung gehörigen Bedienelemente auch tatsächlich in der Nähe des Objektivs befinden. Blitzsynchronanschluss Okularverschluss am Sucher Einstellrad für Belichtungsfunktionen Einstellrad für Belichtungskorrektur und Blitzbelichtungskorrektur Dreiwege-Schalter für AF-Modus Der Vollformatsucher – einer der wenigen 100%-Sucher bei AF-SLR-Kameras überhaupt – bietet ein helles, klares und großes Sucherbild; er ist als High-Eyepoint-Sucher ausgelegt, der sich auch für Brillenträger noch recht gut überblicken lässt. In den Sucher werden nur die notwendigen Informationen eingeblendet. Dies schafft zwar Übersicht, die Kamera muss jedoch gelegentlich auch vom Auge genommen werden, um spezielle Einstellungen im Display zu kontrollieren. Mit einem Schalter an der rechten Seite der Rückwand lässt sich bei Bedarf eine Sucherbeleuchtung zuschalten. Einige Details finden sich nur bei der : So wird beispielsweise der Blitzsynchronanschluss durch eine aufschraubbare Kappe geschützt, der Sucher kann mit einer Daumenbewegung mit einem Okularverschluss abgedeckt werden, selten benötigte Spezialfunktionen sind hinter einem aufklappbaren und federverriegelten "Türchen" zugänglich, der Fernsteuerungsanschluss verbirgt sich hinter einer verschiebbaren Klappe und auch die Rückwand ist mit einem Dreh- und Klappverschluss vor dem versehentlichen Öffnen zuverlässig geschützt. Neben dem Sucher wird der Fotograf über einen LCD-Datenmonitor auf der Gehäuseoberseite mit Statusinformationen versorgt; das Display zeigt in sieben Feldern übersichtlich Verschlusszeit, Filmempfindlichkeit, AF-Messfeldwahl, Filmtransportgeschwindigkeit, Auslöseverzögerung, Bildnummer bei (Blitz-) Belichtungsreihen, Datenspeicherung und -abruf, Custom-Funktionen, Blende, Belichtungskorrektur, Stufung bei (Blitz-)Belichtungsreihen, Nummer der Custom-Funktion, Batteriezustand, Bildzahl einer Belichtungsreihe oder Mehrfachbelichtungen, Datenspeicherbereich, Optionsnummer der Custom-Funktion, Filmeinlegen, -transport und -rückspulung und Auslöse-Priorität ("RP", Release Priority) an. In der Aufnahmepraxis gilt das Display als sehr aufgeräumt und funktional, da es nur die jeweils relevanten Parameter, im Normalfall Batteriestatus, Zeit und Blende anzeigt. Alle anderen Parameter können an den analogen Kontrollelementen auf einen Blick abgelesen oder – zumindest teilweise – auch ertastet werden. Belichtungssystem Auch die Palette an Belichtungsfunktionen ist relativ komplett. Über das rechte der beiden Einstellräder kann das Belichtungsprogramm gewählt werden; zur Verfügung stehen Zeitvorwahl (Blendenautomatik; "S" für Shutter) und Blendenvorwahl (Zeitautomatik; "A" für Aperture), Programmautomatik ("P" für Program) sowie manuelle Belichtungssteuerung ("M" für Manual). Die Programmautomatik ist voll shiftbar, sobald die Individualfunktion 18 auf den Wert "2" gesetzt ist. Der so genannte "kreative Programmshift" bedeutet, dass mit den hinteren beziehungsweise vorderen Wahlrädern die von der Programmautomatik bestimmte Zeit-/Blendenkombination beliebig "verschoben" werden kann; die Dynax 9 kennt dabei zwei Shift-Modi: Verschlusszeitenpriorität (PS) und Blendenpriorität (PA). In Verbindung mit der Belichtungskorrektur (linkes Einstellrad) erlangt der Fotograf auch beim Fotografieren mit Programmautomatik die volle Kontrolle über die Belichtung. Die Dynax 9Ti bietet in diesem Bereich noch mehr Flexibilität bei der Konfiguration. Motivprogramme bietet die Dynax 9 angesichts ihrer Ausrichtung auf professionell arbeitende Fotografen nicht. Die Belichtungsprogramme sind – verglichen mit älteren Kameragenerationen recht ausgefeilt. Sie berücksichtigen neben Motivhelligkeit und Objektivdaten auch die Art des Motivs; mit Fuzzy-Logik versucht die Kamera, typische Motivsituationen wie Landschafts-, Porträt-, Nah- oder Sportaufnahmen zu erkennen. Als Belichtungsmessarten stehen Spotmessung, Integralmessung sowie "intelligente" 14-Zonen-Belichtungsmessung zur Auswahl, die durch einen Dreiwegschalter an der rechten Rückseite komfortabel mit dem Daumen umgeschaltet werden können. Die Spotmessung wird im Sucher durch einen Spot-Messkreis mit einem Durchmesser von 5,5 Millimeter markiert. Er erfasst etwa 2,7 Prozent der Bildfläche und ermöglicht so eine äußerst präzise Belichtungsmessung. Mit der AEL-Taste (engl. für Auto Exposure Lock) kann der Spot-Messwert gespeichert und anschließend der Bildausschnitt beliebig gewählt werden. Die mittenbetonte Integralmessung bringt 80 Prozent der gemessenen Belichtung aus dem Bildzentrum sowie 20 Prozent aus den umgebenden Bereichen ein. Die Mehrzonenbelichtungsmessung (Honeycomb- oder Wabenmessung) misst in 13 sechseckigen Wabensegmenten und einem Hintergrund-Segment; sie ist an den Autofokus gekoppelt und gewichtet die als bildwichtig erkannten Segmente über Fuzzy-Logik. Dieser Messmodus kann komplizierte Aufnahmesituationen wie Gegenlicht oder hohe Motivkontraste erkennen, sicherer ist jedoch immer eine gezielte Spotmessung. Der Dynax 9 fehlt eine spezielle Lichter- oder Schattenmessung, wie sie noch die Minolta 9000 besaß. Statt dessen muss die manuelle Belichtungskorrektur bemüht werden, die über das linke der beiden Einstellräder um +/- 2 beziehungsweise +/- 3 EV modifiziert wird. Einen mit der Lichter- und Schattenmessung der Minolta 9000 vergleichbaren Effekt erzielt man durch Einsteuern von etwa +/- 2 1/2 Belichtungsstufen (EV), denn die Hellichtmessung der 9000 AF entsprach einer fixen Belichtungskorrektur um +2,3 EV, die Schattenmessung einer Korrektur um -2,7 EV. (Bei dem titanfarbenen Sondermodell Dynax 9Ti können diese Werte über die auf eines der Einstellräder gelegte Belichtungskorrektur sogar exakt eingestellt werden, da bei dieser Methode auch in 1/3 EV Stufung ein Korrekturumfang von +/- 3 EV möglich ist - bei der schwarzen Dynax 9 ist man auf +/- 3 EV bei 1/2 EV Stufung und +/- 2 EV bei 1/3 EV Stufung beschränkt.) Die Schrittweite der Belichtungskorrektur kann durch Anheben und Drehen des Belichtungskorrekturrades um 180° zwischen 0,3 und 0,5 EV umgeschaltet werden; das Einstellrad kann dabei mit einem Sperrhebel arretiert werden. Neben der normalen Belichtungskorrektur verfügt die Dynax 9 auch über eine Blitzbelichtungskorrektur. Diese wird über einen Drehring unterhalb des Einstellrades für die Belichtungskorrektur adjustiert. Im Gegensatz zu der letzteren kann dieser Drehring jedoch nicht arretiert werden. Eine Spezialität der Dynax 9 ist der Belichtungsindikator, der als Skala rechts in den Sucher eingeblendet wird. Er zeigt auf einer Skala die Differenz zwischen einem fixierten Messwert und der aktuellen Messung. Eine derartige Funktion ist bekannt von Handbelichtungsmessern, aber bisher einzigartig bei einer Spiegelreflexkamera. Autofokus-System Wie bei allen Kleinbild-Autofokus-Spiegelreflexkameras von Minolta befindet sich der AF-Motor im Kameragehäuse und nicht im Objektiv (wie bei Canons EOS-Modellen), allerdings bietet Konica Minolta mittlerweile auch spezielle Objektive mit (Ultraschall-) AF-Motor an. Die Schärfemessung der Dynax 9 basiert auf drei CCD-Sensoren, darunter einem zentralen Kreuzsensor. Der Autofokus funktioniert nach dem Prinzip der TTL-Phasendetektion, es handelt sich also nicht um einen (langsamen) Video-Autofokus, wie ihn viele aktuelle Digitalkameras verwenden. Das System ist als Allrichtungs-Prädikationsautofokus konzipiert, der versucht, vorausschauend festzustellen, in welchem Abstand sich das (bewegte) Motiv im Moment der Aufnahme befinden wird. Dieses weitgehend zuverlässig funktionierende System vermeidet das ziellose Durchfahren des Fokussierbereichs, wie man es bei AF-Kameras früherer Generationen oder auch bei heutigen Video-AFs häufig beobachten kann, hat aber seine Grenzen eben in Aufnahmesituationen, wo sich das Motiv in einer nicht voraussehbaren Weise bewegt (beispielsweise ein hakenschlagender Hase auf der Flucht). Derselbe Minolta-Kreuzsensor wurde übrigens auch von Hasselblad in der H1 (2002) eingesetzt; Hasselblad verzichtete dabei allerdings auf weitere AF-Sensoren, da man dort die Ansicht vertritt, nur der Fotograf selbst – und nicht die Kameraelektronik – solle den Schärfepunkt bestimmen. Nach Testberichten arbeitet das AF-System selbst mit nur diesem einen Minolta-Sensor "erstaunlich schnell und zuverlässig" (ColorFoto 12/2002, S. 43). Laut Herstellerangaben lassen sich mit der Dynax 9 und dem Minolta-Objektiv 2.8/300 Apo 40 km/h schelle Objekte bis zu einer Entfernung von 8 Metern zur Kamera verfolgen. Bei schwachem Licht sorgen Messblitze aus einem Dreistrahl-LED in einem Arbeitsbereich von 0,7 bis 7 Metern auch bei weniger als -1 EV (also weniger als 0,06 cd/m²) für scharfe Aufnahmen – vorausgesetzt, der Fotograf nimmt das Bild nicht aus freier Hand auf. Das AF-System der Kamera beherrscht drei Modi: einen statischen Speicher-Autofokus ("S"), einen kontinuierlich nachgeführten Autofokus ("C") sowie eine Automatikfunktion, bei der die Kamera selbständig einen der beiden Basis-Modi auswählt. Der AF-Modus wird durch einen Dreiwegschalter an der Vorderseite des Gehäuses gewählt, wo er mit der linken Hand auch ohne Blickkontakt umgeschaltet werden kann. Die von der Kamera bestimmte Scharfstellung kann durch Andrücken des Auslösers gespeichert werden. In Verbindung mit der Speicherung einer Spot-Belichtungsmessung durch Drücken der "AEL"-Taste an der Gehäuserückseite hat der Fotograf also durch Drücken von zwei Knöpfen größtmögliche Freiheit bei der Bildgestaltung. Durch die AF-Taste auf der rechten Kamerarückseite kann man – je nachdem, wie man diese Taste mit den Custom-Funktionen konfiguriert hat – entweder gezielt ein AF-Messfeld anwählen, oder einen Spot-AF mit dem mittleren Sensor erzwingen. Welches AF-Messfeld aktiv ist, zeigt die Dynax 9 im Sucher an. Filmtransport Die Dynax 9 verfügt über einen eingebauten Elektromotor zum Filmtransport; eine Möglichkeit zum manuellen Zurückkurbeln des Filmes, wie sie noch die Minolta 9000 von 1985 bot, gibt es nicht mehr, ohne Strom kommt man nicht an einen noch nicht zurückgespulten Film heran. Die Kamera beherrscht sechs verschiedene Filmtransportmodi, die am rechten Einstellrad unterhalb des Belichtungsprogrammes angewählt werden: Einzelbildauslösung (DR-S, Drive Single); Dauerbildauslösung (DR-C, Drive Continuous) mit bis zu 4,5 Bildern pro Sekunde bei Autofokus oder 5,5 Bildern pro Sekunde bei manueller Fokussierung; Belichtungsreihe mit Einzelbildauslösung (BR-S, Bracketing Single); Belichtungsreihe mit Dauerbildauslösung (BR-C, Bracketing Continuous); Selbstauslöser; die Vorlaufzeit kann auf zwei oder 10 Sekunden eingestellt werden; Mehrfachbelichtung (ME, Multiple Exposure); die Anzahl der Belichtungen ist nicht begrenzt, der Datenmonitor zählt jedoch nur die ersten neun von M1 bis M9 mit. Die Belichtungsreihenautomatik wird bei den Spezialfunktionen mit der "ADJ"-Taste an der rechten Gehäuseseite konfiguriert; eingestellt werden können pro Motiv drei, fünf oder sieben unterschiedliche Belichtungen in Schritten von 0,3, 0,5, 0,7 oder einer Blendenstufe. Eine Spezialität ist die kameraunterstützte Teilbelichtung von Filmen (Mid-Reload-Funktion). Dieses praktische Merkmal wurde wohl vom Advanced Photo System übernommen. Dabei kann ein teilbelichteter Film an beliebiger Position zurückgespult und ein anderer Film eingelegt und belichtet werden; man muss sich nur die Anzahl der bisher belichteten Bilder merken. Diese wird beim Belichten des Restes des ersten Filmes eingestellt und automatisch an die noch unbelichtete Bildposition vorgespult. Das alles kann auch manuell geschehen, so lange beim Rücktransport nicht die Filmlasche in die Patrone eingezogen wird, die Mid-Reload-Funktion ist jedoch komfortabler und präziser, da sie Film spart. Energieversorgung Von Hause aus wird die Dynax 9 mit zwei (teuren) Lithium-Batterien vom Typ CR123A (kompatibel: DL123A, K123LA und EL123AP) mit einer Spannung von 6 Volt (= 2 x 3 Volt in Serie) versorgt, die nicht durch Akkus ersetzt werden können. Daher empfiehlt es sich dringend, den als optionales Zubehör erhältlichen Funktionshandgriff VC-9 zu erwerben, mit dem eine enorme Flexibilität bei der Stromversorgung erreicht wird.   Neben den Batterien vom Typ CR123A können dann auch Lithium-Batterien vom Typ 2CR5 sowie Mignon-Zellen genutzt werden. Die Dynax 9 verlangt vier Zellen, dabei können sowohl Batterien als auch Alkali-Mangan- oder Nickel-Cadmium-Akkus eingesetzt werden. Alkali-Mangan- oder NiMH-Zellen liefern die besten Ergebnisse bei Temperaturen um 20°C, bei Minusgraden sind dagegen Nickel-Cadmium-Akkus zu empfehlen. Gute Ergebnisse erzielt man mit Akkus ab 1900 mAh, 2200 mAh schaden jedoch nicht. Mit einem Akkusatz können angeblich 45 Filme à 36 Bilder belichtet werden, realistischer ist dagegen die Hälfte, zumindest aber über 400 Bilder. Mit einem zweiten Akkusatz erzielt man bereits einen hohen Grad an Unabhängigkeit von einer Steckdose; typische Digitalkameras erzielen mit demselben Akkusatz bestenfalls ein Drittel dieser Bildmenge. Besonderheiten Zu den weiteren Besonderheiten der Kamera gehört der 100-Prozent-Sucher (sog. Vollbildsucher) mit auswechselbaren Mikrowabenscheiben, integrierten Custom-Funktionen für die Anpassung der Kamera an individuelle Benutzerwünsche sowie die Möglichkeit der Speicherung fototechnischer Daten sowie einem ebenfalls optionalen Funktionshandgriff VC-9 für Hochformataufnahmen und zusätzliche Stromversorgungsoptionen mit Mignon-Batterien oder -Akkus. Die Dynax 9 kann auch ohne Systemzubehör die fototechnischen Daten (Blende, Verschlusszeit, Brennweite, Blitz- und Belichtungskorrektur, Blitz- und Belichtungsreihe, Belichtungsart und -messart) von bis zu sieben Filmen à 36 Aufnahmen speichern; die Daten können über das Display abgerufen, jedoch nicht aus der Kamera ausgelesen werden. Wer die Aufnahmespezifikationen benötigt, muss dies manuell abschreiben.   Wahl der Energieversorgung Batteriefach des Funktionshandgriffs Minolta_VC-9 für die Minolta Dynax 9 Spezialfunktionen Internes Blitzgerät Hochformathandgriff am Funktionshandgriff VC-9 Mit der als Zubehör erhältlichen Datenrückwand DM-9 lässt sich diese Funktionalität sowohl automatisieren als auch erweitern. Die DM-9 speichert die o.g. Parameter sowie einige weitere wie Zeit und Datum (insgesamt 18) von bis zu 400 Filmen á 36 Aufnahmen auf einer FAT16-formatierten SmartMedia_Speicherkarte mit einer Kapazität von 2 (oder 4) Megabyte. Mit 8 MB (oder 16 MB) Speicherkarten erhöht sich die Speicherkapazität auf 900 Filme. Größere Karten sind laut Spezifikation leider nicht einsetzbar. Die Karte kann problemlos am PC ausgelesen und dort weiterverarbeitet werden. Als Datenformat wird eine universell verwendbare, per Tabulator getrennte Textdatei verwendet. Darüber hinaus kann die DM-9 auch sieben ausgewählte Parameter aus den insgesamt 18 in die Filmstege einbelichten. Das einzige, was der DM-9 fehlt, sind Steuerungsfunktionen, um die Kamera in definierten Intervallen auszulösen sowie für Langzeitbelichtungen und Multi-Spotmessungen. Eine reine Datenrückwand gibt es unter dem Namen QD-9 (nicht mit der gleichnamigen, aber inkompatiblen Quartz Data Back QD-9 aka QD-9xi für die Dynax 9xi verwechseln). Erstmalig wurde in eine Kleinbild-Spiegelreflexkamera für den Profibereich ein Blitzgerät in das Kameragehäuse integriert. Es verfügt über Leitzahl 12 bei ISO 100/21° und leuchtet Motive mit Objektiven bis zum Weitwinkel mit 24 mm aus. Der Sinn eines solchen Ausstattungsmerkmals in einer professionellen Kamera ist umstritten, nützlich ist er in jedem Falle in der Studiofotografie, da er drahtlos fernsteuerbare externe Blitzgeräte oder eine Blitzanlage auslösen kann. Der Funktionshandgriff VC-9 bietet neben den zusätzlichen Möglichkeiten der Energieversorgung auch eine verbesserte Griffigkeit sowie einen Hochformathandgriff mit vollständigem Satz an Kontrollelementen; sowohl der Auslöser als auch beide Wahlräder werden dupliziert. Als Profikamera ist die Dynax 9 einsatzfähig unter extremen Temperaturen. Als zulässigen Temperaturbereich gibt Minolta -20 bis +50°C an. Diese zunächst extrem klingenden Temperaturen erreicht man jedoch beispielsweise in der libyschen Wüste zur Mittagszeit in der Sonne sehr rasch. Das schwarze Gehäuse heizt sich dann sehr rasch auf, arbeitet jedoch – im Gegensatz beispielsweise zu Objektiven von Sigma – absolut zuverlässig. (Berichten von Expeditionsteilnehmern zufolge arbeitet die Kamera auch noch bei -30°C zuverlässig, wenn auch außerhalb ihrer offiziellen Spezifikation.) Die Kamera kann mit insgesamt 21 so genannten Individualfunktionen an die Präferenzen des Fotografen angepasst werden. Beispielsweise kann die Funktion einiger Tasten umkonfiguert oder das Verhalten der Filmrückspulung (schnell und laut oder langsam und leise) konfiguriert werden. Objektivsystem Zum Anschluss von Wechselobjektiven setzt Minolta auf das 1985 mit der Minolta 7000 eingeführte Minolta A-Bajonett. Das Bajonett selbst besteht aus schmiermittelimprägnierten, rostfreien Sinterstahl; der Objektivwechsel erfolgt durch Drücken der Bajonettentriegelung, gefolgt von einer raschen Drehung um 54°. Das Auflagenmaß, also der Abstand zwischen Objektivanlage und Filmebene, beträgt 44,50 mm. Der Datenaustausch zwischen Objektiv und Kameraelektronik erfolgt über acht vergoldete, angefederte Kontaktstifte. Die AF-Objektivpalette von Minolta ist über zwei Jahrzehnte gewachsen; sie reicht von einem Fisheye-Objektiv mit 16 mm bis zu einem Superteleobjektiv mit einer Brennweite von 600 mm und umfasst zahlreiche Spezialitäten wie Spiegeltele-, Softfocus- und Makroobjektive wie das AF Macro Zoom 3x-1x 1:1,7-1:2,8/45-52 mm, das einen Abbildungsmaßstab von 1:1 bis 3:1 (also dreifache Vergrößerung!) erreicht. Ebenfalls eine Minolta-Spezialität ist das Smooth Trans Focus STF 1:2,8/135 mm (T4,5-T6,7), bei dem sich der Unschärfebereich gezielt einstellen lässt. Kein anderer Hersteller bietet ein vergleichbares Objektiv. Über T2-Adapter von Fremdherstellern lassen sich auch beliebige Mittelformatobjektive (Fa. Zörk) sowie Mikroskope (Hama) und Teleskope an die Dynax 9 anschließen. Ebenfalls verfügbar sind M42-Adapter für Objektive mit Wechselgewinde oder Nikkor-Objektive von Nikon. Besonders interessant für die Mikrofotografie ist Zörkendorfers Mini-Makro-Schnecke. Weitere Spezialitäten von Fremdherstellern sind Multi-Focus-Systeme zur Schärfedehnung nach Scheimpflug sowie Panorama-Shift-Adapter. Blitzsystem Die Dynax 9 ist vollständig in das hochtechnisierte Minolta-Blitzsystem integriert; der interne Blitz oder die jeweiligen externen Systemblitzgeräte unterstützen sowohl Voll- als auch Aufhellblitz sowie Programmautomatik, Blitz-Zeitautomatik, Blitz-Blendenautomatik und manuelles Blitzen. Beim drahtlosen Blitzen wird immer mit 1/60 Sekunde synchronisiert, beim kabelgebundenen Blitzen sind Verschlusszeiten von bis zu 1/300 Sekunde möglich. Daneben wird natürlich auch die proprietäre High-Speed-Synchronisation (HSS) unterstützt, durch die mit Verschlusszeiten bis zur 1/12.000 Sekunde geblitzt werden kann. Kritik Neben den ausführlich dargestellten Vorteilen der Dynax 9 gibt es allerdings wenige mehr oder minder gravierende Ärgernisse: Dies ist zum einen der Blitzbelichtungskorrektur-Drehring unterhalb des linken Einstellrades, der sich unter ungünstigen Voraussetzungen in Kameratasche oder -rucksack verstellen kann. In stärkerem Maße gilt dies jedoch für den ursprünglich sehr leichtgängigen und nicht arretierbaren Motor-Funktionswähler unterhalb des rechten Einstellrades für die Belichtungsautomatik. In späteren Chargen der Dynax 9 sowie bei der Dynax 9Ti ist dieser Wahlschalter schon ab Werk deutlich schwergängiger ausgeführt. Bei den frühen Exemplaren lässt sich das Rastverhalten der Drehknöpfe jedoch leicht vom Minolta Service anpassen. Vielfach als störend empfunden werden die spartanischen Display-Anzeigen der Dynax 9. Zwar werden alle wichtigen Zustände entweder eindeutig angezeigt oder sind direkt am jeweiligen Schalter ablesbar, aber oft wünscht man sich vollumfängliche Sucheranzeigen, die alle Informationen auf einen Blick enthalten. Als Gegenargument wird oft herangeführt, dass die Kamera auf diese Weise sehr übersichtlich bleibt und nichts vom Motiv ablenkt, aber es wäre ein Leichtes gewesen, den Umfang der Anzeigen über eine weitere Custom-Funktion einstellbar zu gestalten. Die meisten Minuspunkte erntet die Dynax 9 eigentlich nur im Vergleich zu ihrer jüngeren Schwester, der Dynax 7. Diese Kamera besitzt zwar nicht das extrem robuste Gehäuse der Dynax 9, Sucher und Verschluss sind nicht so hochgezüchtet und auch der AF-Motor nicht so anzugsstark, aber technisch ist die Jüngere in nahezu allen Punkten einen guten Schritt weiter. Angefangen von eingebauter SSM-Unterstützung für neue Ultraschall-Objektive, dem verbessertem AF-Modul mit mehr Sensoren, dem ADI-Blitzbetrieb mit neuen (D)-Objektiven, dem im Kameragehäuse eingebautem Entfernungsencoder für einfacheren ADI-Blitzbetrieb und Mehrfeldmessung auch ohne (D)-Objektive und in MF-Stellung, der automatischen AF-/MF-Umschaltung mit DMF-Rutschkupplung zum manuellen Override der AF-Einstellung, dem verbesserten Mid-Reload, der jetzt auch für quer über den Film verteilte Mehrfachbelichtungen funktioniert, der Blendeneinstellung, die auch noch während der Abblendung möglich ist, der Anzeige der exakten Schärfentiefenbereiche und Abbildungsmäßstäbe während der Abblendung von (D)-Objektiven, der grafischen Darstellung der Helligkeitsverteilung über die einzelnen Waben der Mehrfeldmessung, der eingebauten STF-Funktion zur Erzielung besonders weicher Schärfe-Unschärfeübergänge, den benutzerdefinierbaren Konfigurationsspeicherplätzen, dem Programm-Shift mit Endanschlag, der nicht mehr über die jeweiligen Einstellgrenzen hinaus möglich ist sowie eben den deutlich umfangreicheren Sucher- und Displayanzeigen, so wünscht man sich immer wieder einen Dynax 9-Nachfolger, ausgestattet mit den technischen Errungenschaften der Dynax 7. Da die Kameras vom Grundkonzept her sehr ähnlich sind, ist es verwunderlich, warum Minolta eine solche Kamera nicht herausgebraucht hat - eine Nachfrage wäre da gewesen... Immerhin lassen sich SSM- und ADI-Unterstützung bei der Dynax 9 durch den Minolta-Service (bzw. heute durch Runtime Contract) nachrüsten. Die Kosten dafür belaufen sich derzeit (2003 - 2008) auf 150 EUR, bei Kaufnachweis für ein SSM-Objektiv rüstete Minolta die Kameraelektronik kostenlos um, Sony übernimmt die Kosten dafür aber nicht mehr. Ein weiteres generelles Desiderat ist das Fehlen eines Bildstabilisierungs-Systems für Minoltas Analog-SLRs. Dieses wäre allerdings nur durch Stabilisatoren in den Objektiven möglich, nicht wie bei den neuen Konica Minolta DSLRs mit dem kamerabasierten Anti-Shake-System. Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Minolta Dynax 9 " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar. nach oben   Minolta SR-T 101 Die Minolta SR-T 101 ist eine mechanische Kleinbild-Spiegelreflexkamera, die von Minolta in verschiedenen Varianten von 1966 bis 1981 hergestellt wurde. Ausstattung Die Minolta SR-T 101 verwendet das bereits in den Vorgängermodellen eingesetzte SR-Bajonett, erweitert es jedoch durch die Möglichkeit, die Belichtungsmessung bei offener Blende durch das Objektiv vorzunehmen (MC - meter coupled). Der Verschluss ist ein horizontal ablaufender Tuchschlitzverschluss, der erlaubt, mechanisch gebildete Verschlusszeiten von einer bis zu 1/1000 Sekunde und B einzustellen. Die kürzeste Blitzsynchronzeit beträgt für den X-Kontakt 1/60 Sekunde. Ein zusätzlicher FP-Kontakt ermöglicht auch kürzere Verschlusszeiten mit den heute nicht mehr gebräuchlichen FP-Blitzbirnen. Der Zubehörschuh des ursprünglichen Modells hat keinen X-Kontakt. Der Sucher der „101“ ist ein fest montierter, für die damalige Zeit vergleichsweise heller Pentaprismensucher. Die nicht wechselbare Einstellscheibe weist als Scharfstellhilfe einen Mikroprismenfleck in der Suchermitte auf und zeigt etwa 92 Prozent des Aufnahmeformats. Am rechten Sucherrand findet sich die Nadel des Belichtungsmessers und der Nachführzeiger in Form einer Kelle. Unterhalb des Sucherbilds wird die am Verschlusszeitenrad eingestellte Belichtungszeit angezeigt. Der Filmtransport erfolgt über einen Schnellschalthebel, ein Anschluss für einen Winder oder Motor ist nicht vorhanden. Weitere Ausstattungsmerkmale sind ein mechanischer Selbstauslöser, Drahtauslöseranschluss, Abblendtaste und als Besonderheit die Möglichkeit, den Schwingspiegel manuell hochzuklappen. Diese Funktion war für einige ältere Konstruktionen von Weitwinkelobjektiven erforderlich, deren hintere Linsen zu weit in den Spiegelkasten hineinragten. Sie kann aber auch verwendet werden, um bei Aufnahmen vom Stativ mit langen Belichtungszeiten das Verwackeln durch den Spiegelschlag zu verhindern. Minolta SR-T 101 Manuelle Spiegelarretierung der ursprünglichen 101 Belichtungsmessung Eine Spezialität der SR-T-Serie ist die CLC-Belichtungsmessung (Contrast Light Compensation), die auch noch in den späteren Zeitautomaten der XE-Serie zu finden ist. Grundsätzlich arbeitet der CdS-Belichtungsmesser integral mit Mittenbetonung, im Gegensatz zu vielen anderen Kameras jedoch mit zwei Meßzellen, deren Meßbereiche sich in der Suchermitte überlappen. Die im Querformat untere Bildhälfte wird dabei stärker bewertet als die obere, was bei durchschnittlichen Aufnahmeverhältnissen, insbesondere Landschaften, zu sehr zuverlässigen Belichtungen führt. Diese Konstruktion kann man als frühen Vorläufer moderner Matrix-Messverfahren ansehen – mit ganz ähnlichen Vor- und Nachteilen: Ungewöhnliche Beleuchtungssituationen führen gelegentlich zu unerwarteten Ergebnissen. Zu beachten ist auch, dass die Minolta SRT 101 eine der ersten Kameras mit vollem Blenden-TTL-Belichtungsmesser war. Dies wurde ermöglicht, indem Minolta den Blendenring an seinen Rokkor-MC-Objektiven näher an der Kamera platzierte. Dadurch kann der Blendenring auf mechanische Art und Weise mit dem Belichtungsmesser im inneren der Kamera kommunizieren. Mit älteren Objektiven ohne Blendensimulator, in Retrostellung montierten Objektiven bei Nahaufnahmen oder adaptierten Fremdobjektiven (Adapter gab es für Pentax-K und M42) ist ebenfalls TTL-Messung möglich, allerdings dann bei Arbeitsblende und entsprechend je nach Blendeneinstellung abgedunkeltem Sucherbild. Arbeitsblendenmessung mit MC-Objektiven ist nicht vorgesehen, beim Druck auf den Abblendknopf wird der Belichtungsmesser aller SR-T-Modelle abgeschaltet. Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Minolta SR-T 101 " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar. nach oben Minox 35 Minox 35 ist der Name einer Baureihe von Kleinbild-Sucherkameras mit versenkbarem Objektiv. Die Minox 35-Kameras halten seit 1974 den Rekord für die kleinste Kleinbildkamera der Welt. Sie übernahmen den Titel von der Rollei 35, die 1966 vorgestellt worden war. Die Produktion der Minox 35 Kameras endete im Oktober 2002. Konstruktion Der Körper der von Prof. Richard Fischer gestalteten und zusammen mit Walter Zapp entwickelten Kamera besteht aus glasfaserverstärktem Makrolon. Dadurch wird sie mit etwa 200 Gramm leicht genug, dass man sie bequem in der Hemdtasche tragen kann. Die Mechanik zum Bewegen des Objektivs ist mit einer Frontklappe gekoppelt, diese schützt im geschlossenen Zustand das Objektiv. Das Objektiv Color-Minotar, Minar bzw. Minoxar (mehrschichtvergütet und um ein festes UV-Filter ergänzt) ist eine Minox-Konstruktion. Vom Grundtyp entspricht es dem vierlinsigen Triplet, genauso wie das Tessar von Zeiss. Die Brennweite beträgt bei allen Modellen 35 mm, die Lichtstärke f/2,8. Zur Entfernungseinstellung wird nicht das ganze Objektiv verschoben, sondern nur die Frontlinse. Die Blende ist nicht wie sonst üblich als Irisblende ausgeführt, sondern besteht aus nur zwei Elementen, die eine variable, rautenförmige Öffnung bilden. Blitzschuh, Rückspulkurbel und Transporthebel befinden sich anders als bei der Rollei 35 an den üblichen Stellen. Der Sucher liegt zentral über dem Objektiv. Beim Filmtransport muss der Transporthebel zweimal betätigt werden, was bei vielen Benutzern Verwirrung hervorrief. Sie meinten die Kamera sei defekt, da sie nach einmaligem Betätigen des Transporthebels nicht wieder aufnahmebereit ist.   Minox 35 GT Minotar Objektiv einer Minox 35 GL. Zu sehen sind die beiden Elemente der Blende, direkt dahinter der Zentralverschluss. Minox 35 ML Minox 35 ML mit Blitz MF 35 ST Rollei 35 S und Minox 35 ML Ausstattung Alle Modelle verfügen über eine Belichtungsautomatik. Eine manuelle Belichtungssteuerung ist nicht vorgesehen. Eine Möglichkeit der Einflussnahme ist die Betätigung des Schalters im Blitzschuh, damit wird die Belichtungszeit auf die Blitzsynchronzeit des jeweiligen Modells (z.B. 1/125s) festgesetzt. Die Blende kann dann frei gewählt werden. Die Kameras besitzen einen von analoger Elektronik gesteuerten Zentralverschluss. Die automatische Lichtwertkorrektur entsprechend der Blendeneinstellung erfolgt mechanisch durch Abschattung der Photozelle mit einem Grauverlaufsfilter, der mit dem Blendenring bewegt wird. Eine Besonderheit ist der Verschluss der Minox 35 ML und MD-C. Bei Verwendung der Programmautomatik ist die zweiteilige Blende (siehe oben) immer ganz geöffnet. Die Verschlusslamellen bilden dann eine variable Öffnung, indem sich der Zentralverschluss im Objektiv nur so weit öffnet, dass der benötigte Querschnitt erreicht wird und der Verschluss als Aperturblende wirkt. Im Blitzschuh ist ein Schalter eingebaut, mit dem die Kameras automatisch auf die Blitzsynchronzeit umgestellt werden, sowie ein Blitzgerät aufgesteckt wird. Die genaue Position des Schalters variiert je nach Modell, die mitgelieferte Blitzschuhabdeckung hat an der entsprechenden Stelle eine Aussparung. Das erste Modell hatte eine Blitzsynchronzeit von 1/30s, spätere Modelle 1/90s bis 1/125s. Die Entfernung muss geschätzt werden, kein Modell verfügt über einen Entfernungsmesser (was beim Erscheinen der Kamera nicht unüblich war). Das 35-mm-Objektiv besitzt als leichtes Weitwinkelobjektiv eine größere Schärfentiefe als Normalobjektive, was die Gefahr von Fehleinstellungen verringert. Zubehör Minox hat auch in Design und Größe angepasste Blitzgeräte herausgebracht. Dabei ist zu beachten, dass die Kameramodelle 35 ML, 35 MB und andere mit einem M in der Typbezeichnung eine andere Gehäuseform haben. Die Minox 35-Blitzgeräte mit einem M in der Typbezeichnung sind an diese Gehäuseform angepasst, die anderen Minox 35-Blitzgeräte lassen sich an 35 ML, 35 MB und den anderen M-Modellen der Kamera nicht verwenden. Blitzgeräte anderer Hersteller sind ohne Probleme an allen Modellen verwendbar. Minox hat weiteres Zubehör speziell für die 35er-Modelle angeboten, darunter verschiedene Bereitschaftstaschen, Streulichtblenden und Filter. Für alle entsprechend kompakten Kameras nutzbar ist ein Taschenstativ von Minox, das zusammengesteckt etwa die Ausmaße eines Bleistifts hat. Konkurrenzmodelle Die Minox 35-Reihe war ein großer Erfolg, größer als von Minox zunächst erhofft. Sie kam als direkte Konkurrenz zur Rollei 35 heraus, die 1966 vorgestellt worden war und im Ruf größerer Zuverlässigkeit steht. Die Objektive der Rollei erreichten eine höhere Abbildungsleistung, besonders deren Modelle mit dem fünflinsigen Sonnar. Die Minox 35 ist andererseits deutlich leichter und verfügt, anders als die Versionen der Rollei 35, über eine Belichtungsautomatik. Spätere Varianten der Minox 35 mit Minoxar-Objektiv und einer geänderten Filmandruckplatte erreichen eine verbesserte Abbildungsleistung. Es gab zahlreiche, meist technisch und auch qualitativ einfacher gehaltene Nachbauten anderer Hersteller. In der Ukraine wurde mit der Kiev 35A eine fast exakte Kopie der Minox 35 EL hergestellt, die technisch jedoch nicht an das Original heranreicht. 1978 wurde die Ricoh FF-1 vorgestellt, die der Minox 35 in nahezu allen Eigenschaften gleicht. Mit der Olympus XA kam 1979 ein ernsthafter Konkurrent auf den Markt, der jedoch etwas größer als die Minox 35 Modelle war. Die Olympus XA hat ein sechslinsiges Objektiv, Zeitautomatik und einen eingebauten Entfernungsmesser. Ein wichtiger Zulieferer, die Firma Balda in Bünde/Westfalen, ging eigene Wege und fertigte zeitgleich nicht nur die Minox-Gehäuseschalen, sondern mit der Balda CE35 komplett eigenständige Kameras nach dem Minox-Konzept (Kleinbildsucherkompakte mit Kunststoffspritzgussgehäuse, Klappdeckel und 35-mm-Optik) unter ihrem Namen, die schließlich auch von Voigtländer unter dem Namen Vito C vertrieben wurde. Nach der Verlagerung der Fertigungsanlagen nach China gab es Varianten dieser Kamera als Yangtse, umgangssprachlich als China-Balda bekannt. Bis zum Erscheinen der Autofokus-Kleinbildsucherkameras Mitte der 1980er Jahre stellte die Minox 35 praktisch das Synonym der modernen Kompaktkamera dar. Die Minox 35 AF von 1988 konnte sich nicht gegen die vollautomatischen Kompaktkameras anderer Hersteller durchsetzen, die bei geringerem Preis zusätzlich einen motorischen Filmtransport und eine automatische Filmeinfädelung boten. Diese Kameras konnten über die Jahre weiter verkleinert werden, bis sie trotz der zusätzlichen Funktionen nur wenig größer als die Minox 35 waren. Ein Beispiel ist die Olympus µ-II, die mit einem Objektiv (35 mm Brennweite, Lichtstärke f/2,8) von hoher Qualität ausgestattet ist. Einige Modelle Dem Ursprungsmodell EL folgten mehrere schrittweise verbesserte Modelle. Nach einem „Gegenlichtschalter“ (doppelte Belichtungszeit) der GL folgte ein Selbstauslöser mit dem Modell GT. Mit dem Modell GT-E wurde unter anderem eine robustere Verschlusssteuerung und ein mehrschichtvergütetes Objektiv Minoxar eingeführt. Danach gab es in der klassischen Linie nur noch Detailänderungen. Die Modelle der Linie "M" mit anderer Technik und Gehäuseform, so wie Modelle mit abweichender Ausstattung (z.B.: Fixfocus bzw. Autofocus, eingebautes Blitzgerät) oder Sonderfarben erreichten bei weitem nicht die Verkaufszahlen der Modelle aus der klassischen Linie. Die Produktion wurde eingestellt. Lagerbestände der Minox-35-Kameras werden bis heute (Stand: Juli 2007) verkauft. Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Minox 35 " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar.   nach oben Minox 8x11   Die "klassische" Minox-Kamera ist eine Kleinstbildkamera mit dem Filmformat 8 x 11 mm, die als Agentenkamera bekannt ist und mit vielfältigen Änderungen seit den 1930er-Jahren hergestellt wird. Vorkriegsmodell Im Jahr 1936 wurde in Reval/Tallinn, Estland, die Ur-Minox von dem gelernten Fotografen und Konstrukteur Walter Zapp mit dem Filmformat 6,5 × 9 mm entwickelt.   Minox A Minox B Minox C Minox EC, Größenvergleich mit der Minox LX Minox A mit Film Das Folgemodell, die Rigaer Minox war eine Kleinstbildkamera mit dem Filmformat 8 × 11 mm, die in erster Linie aufgrund ihres Rufes als Spionagekamera weltweit zu Ruhm gelangte. Zunächst wurde die Kamera ab 1938 von einer Rigaer Firma für Elektrotechnik (VEF = Valsts Elektrotechniska Fabrika) produziert, die in keinem Bezug zur heutigen Minox GmbH steht. Die erste Ausführung der Kamera unterschied sich von den späteren Modellen durch zahlreiche Details: Objektiv, Verschluss und Sucher waren von einfacher Konstruktion, das Gehäuse wurde aus rostfreiem Stahl hergestellt und wog etwa das Doppelte der heutigen Leichtmetallgehäuse. Dennoch war die Rigaer Minox eine Kamera, die aufgrund ihres – gemessen an bisherigen Standardkonstruktionen – revolutionären Konzepts, ihrer Form, Größe und Zuverlässigkeit Geschichte schrieb und heute ein begehrtes Sammlerobjekt ist. Nachkriegsmodelle Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete Walter Zapp 1945 in Wetzlar mit seinem Geschäftspartner Richard Jürgens die Minox GmbH. Die Minox wurde vollständig neu konstruiert: Das einfache Objektiv des Ursprungsmodells wurde durch ein damals hochmodernes, vierlinsiges Objektiv mit beeindruckender Schärfeleistung ersetzt, die bis heute durch das für die Kamera zur Verfügung stehende Filmmaterial nicht vollständig ausgenutzt werden kann. Der bisherige Verschluss wich einem sehr viel weicher und geräuschärmer arbeitenden Lamellenverschluss, der ursprünglich einfache Durchsichtsucher wurde durch einen Leuchtrahmensucher mit automatischem Parallaxenausgleich ersetzt. Sie wurde im Rahmen der Modellpflege im Jahr 1954 mit einem Synchronkontakt für Blitzlicht ausgerüstet. 1958 folgte die Minox B mit gekuppeltem Selenzellen-Belichtungsmesser. Wegen dieser neuen Bezeichnung der Kamera bürgerte sich für das Vorgängermodell nachträglich die Bezeichnung Minox A ein. Im Jahre 1969 wurde als neues Spitzenmodell die Minox C auf den Markt gebracht, eine der ersten Kameras mit elektronischer Belichtungsautomatik. 1972 erschien das Nachfolgemodell der Minox B, die Minox BL, ausgerüstet mit einem CdS-Nachführbelichtungsmesser. Als Nachfolger der Minox C wurde ab 1978 die Minox LX produziert. In technisch kaum veränderter Form ist diese Kamera noch heute als Minox TLX (mit titaneloxiertem Aluminiumgehäuse) bzw. als Sondermodell Minox CLX (mit verchromtem Messinggehäuse und guillochierter Oberfläche) erhältlich. Die im Frühjahr 1981 erschienene Minox EC ist eine – im Vergleich zur LX – noch kleinere Variante der Minox 8 × 11 mm-Kameras (zusammengeschoben/ausgezogen 80/95 × 15 × 30 mm). Durch ihr Kunststoffgehäuse wiegt sie mit 58 g zudem 30 g weniger als die LX – es handelt sich um den gleichen Kunststoff wie bei der Minox 35, Makrolon. Ihr niedriger Preis kam durch einfachere Technik zustande. Aktuelle Modelle Derzeit (Februar 2008) produziert Minox mehrere 8x11-Modelle (ECX, CLX und TLX), die mit Zeitautomatik, vierlinsigen Minox- bzw. Minar-Objektiven und elektronisch gesteuertem Zentralverschluss ausgerüstet sind. Ein noch kleineres Modell (Minox MX) ist mit einfacherer Technik (dreilinsiges Objektiv, feste Belichtungszeit und Filmtransportrad) ausgestattet. Filmformat Den für die 8x11 Fotografie benötigten MINOX-Film gab es im Laufe der Jahrzehnte in den verschiedensten Ausführungen für die Farb-, Dia- und Schwarzweißfotografie. Bis Anfang der 1970er Jahre gab es Filme mit 50 Aufnahmen, später nur noch mit 36, 15 (sogenannte Wochenend-Filme) und aktuell auch mit 30 Aufnahmen (MINOCOLOR 100 pro). Des Weiteren werden auf private Initiative seit 2001 verschiedene moderne Schwarzweißfilme wie beispielsweise Mikrofilme in Verbindung mit Spezialentwicklern von SPUR für die Hochauflösungsfotografie mit der MINOX angeboten. Der MINOX-Film wird in kleinen Tageslicht-Doppelkassetten geliefert (vom Aufbau her ähnlich dem 110er Pocket-Film - allerdings ohne Papier-Allonge), nach dem Fotografieren darin von einer Seite auf die andere gespult und schließlich wieder der Kamera entnommen. Der Film muss also nicht eingefädelt oder zurückgespult werden - dadurch ist ein extrem schneller Filmwechsel möglich sowie eine Teilbelichtung und ein späteres Weiterverwenden des einmal eingelegten Filmes. Die Kassette bestand aus technischen Gründen noch bis Mitte des Jahres 1967 aus Metall, dann aus Kunststoff. Das Farbmaterial lieferte vor allem Agfa, später auch Fuji, das Schwarzweißmaterial anfänglich Adox, später ebenfalls Agfa. Zubehör Ein Sortiment an Zubehör - vom kompakten Hand-Belichtungsmesser über ein Dreibeinstativ bis hin zur Heimlabor-Ausstattung - erweiterte von Anfang an die Einsatzmöglichkeiten der MINOX Kleinstbildkamera. Beispiele sind eine spezielle Negativlupe, später der Feldstecher-Ansatz für die Tele- oder Mikrofotografie am Fernglas oder Mikroskop, ein Reprostativ für das "Abfotografieren" und die platzsparende Archivierung von Dokumenten, oder der Sucherspiegel zum unbemerkten "Um-die-Ecke-Fotografieren". Das vielfältige und sich im Laufe der Zeit in vielen Variationen ständig verändernde Zubehör für die Fotografie, Verarbeitung und Archivierung machte MINOX 8x11 zu einem System, das heute noch unter Sammlern heiß begehrt ist. Auch für die Verarbeitung von Filmen im Heimlabor oder auf Reisen (besonders interessant für geheimdienstliche Aktivitäten!) stellte Minox umfangreiches Zubehör zur Verfügung. Dazu gehört eine spezielle Tageslicht-Entwicklungsdose ebenso wie verschiedene Modelle eines speziell auf das kleine Negativformat abgestimmten Minox-Vergrößerers - zu Zeiten der MINOX Riga noch "Großkopierer" genannt. Weiterhin hatte Minox auch diverse Diaprojektoren und Zubehör wie die Dia-Filmstanze im Angebot.   Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Minox 8x11 " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar.   nach oben Mittelformatkamera Bei Mittelformatkameras handelt es sich um fotografische Kameras mit einen Bildformat im Bereich von ungefähr 5 cm bis 10 cm Kantenlänge.   Die zweiäugige Rolleiflex 120er-Rollfilm, leere und volle Spule Komponenten einer Systemkamera im Mittelformat Filme und Formate Bei allen Rollfilmformaten handelt es sich um gerundete Maßangaben. Typ 120 und 220 Die allermeisten professionellen Mittelformatkameras nehmen den Rollfilm vom Typ 120, mitunter auch den doppelt so langen Typ 220 auf, so dass gewöhnlich mit Mittelformatfilm diese beiden Typen gemeint sind. Das häufigste Format ist dabei 6 cm x 6 cm, weit verbreitet sind aber auch 6 cm x 7 cm, 6 cm x 8 cm und 4,5 cm x 6 cm; wobei letzteres auch im Hinblick auf eine kleinere und leichtere Kamera beliebt ist, ansonsten das Seitenverhältnis entscheidet. Welches zu bevorzugen ist, hängt vom Motiv, vor allem aber von den Vorlieben des Fotografen ab. Das Format 6 cm x 9 cm kommt im professionellen Einsatz seltener vor, war aber Standard bei den Boxkameras. Typ 127 Der kleinere Rollfilm des Typs 127 gehört im Falle des Format 4 cm x 6,5 cm ebenfalls zum Mittelformat, wenngleich man es bei seinem Erscheinen noch als Kleinbildformat ansah. In den meisten Fällen wurde dieser Film allerdings mit Kleinbildformaten belichtet. Kameras dafür werden seit Anfang der 1970er Jahre praktisch nicht mehr gebaut. Sofortbildfilm Zum Mittelformat zählen auch die meisten Sofortbildfilme, die sowohl in Rückteilen von professionellen Kameras zur Vorabkontrolle der Beleuchtung, wie auch in speziellen Sofortbildkameras Verwendung finden. Sofortbildfilme werden von den Firmen Polaroid und Fuji hergestellt. Digitaltechnik Digitaltechnik wurde bisher aufgrund der ausgesprochen hohen Preise für Sensoren im Mittelformat überwiegend im professionellen Bereich verwendet. Renommierte Hersteller wie Hasselblad oder Mamiya bieten auch schon digitale Modelle an (z.B. die Hasselblad H2D-39 oder Mamiya ZD. Weitaus verbreiteter sind jedoch noch digitale Rückteile. Sie kommen dem Modularen System vieler Hersteller entgegen und lassen sich zudem (mit verschiedenen Adaptern) auch an Fachkameras anschließen. Digitale Rückteile werden auch von Fremdherstellern angeboten. Die bekanntesten Hersteller digitaler Rückteile sind Phase-One, Leaf, Imacon, Mamiya und Sinar. Heutzutage (Stand: März 2006) werden überwiegend Mittelformat-Sensoren der Größe 36 mm x 48 mm gefertigt. Die meisten Hersteller vertreiben - bei gleicher Sensorgröße - Rückteile mit unterschiedlicher Auflösung, um verschiedenen Ansprüchen gerecht zu werden. So gibt es z.B. Modelle mit 22, 33 oder 39 MP (Megapixeln). Die unterschiedliche Auflösung kommt u.a. dadurch zustande, dass die Größe der Aufnahme-Pixel variiert (meistens zwischen 7 und 9 μm). Die Vorteile der digitalen Fotografie liegen vor allem in der Möglichkeit der sofortigen Kontrolle und des sofortigen Ergebnisses und, damit verbunden, einem schnelleren Workflow (Arbeitsprozess) sowie geringeren laufenden Kosten, da nichts mehr entwickelt oder gescannt werden muss. Kameratypen Sucherkameras Professionelle Kameras kommen heute insbesondere im Mittelformat seltener als Sucherkamera vor, allerdings gibt es hierfür mit der Mamiya 7II, oder mit der Bronica RF645, ebenfalls Beispiele. Bei der älteren Boxkamera handelte es sich stets um eine Sucher- und Mittelformatkamera für die verschiedenen Rollfilmformate. Diese eher einfachen Kameras wurden bis etwa 1960 in sehr großer Zahl verkauft und dann vom Kleinbildfilm vollkommen abgelöst. Neben der klassischen Kastenform gab es Abarten der Box mit sehr modisch gestalteten Kunststoffgehäusen. Die Grenzen der einäugigen Boxkamera zur zweiäugigen Sucher- bzw. Reflexkamera sind hierbei fließend. Eine meist einfach gehaltene Kamera mit regulärer Gehäuseform war bei vielen Produzenten die letzte Bauform der Box. Die chinesische Holga stellt den erneuten Versuch einer Mittelformat-Einfachstkamera dar. Sie wurde im Rahmen der Lomographie-Welle auch in Europa ein wenig bekannt. Für den professionellen wie für den Amateurbereich gab es zahlreiche Balgenkameras mit Objektiven und Verschlüssen unterschiedlichster Güte. Mit verschiedenen Rückenteilen, Wechselobjektiven, Blitzen und anderen Systembestandteilen stellten die Pressekameras hierbei sicherlich früh eine obere Grenze dar. Auch die ersten Polaroid-Sofortbildkameras waren als Balgenkameras ausgelegt, was sich positiv auf Größe- und Gewicht auswirkte.   Die Pentacon Six aus der ehemaligen DDR, hier mit einem Fischauge-Objektiv und Lichtschachtsucher (ein Pentaprismensucher war optional erhältlich). Sie wurde auch in den Westen exportiert. Arax TTL (Bj. 2001) mit Objektiv Meyer 300/4 Die Flexaret Standard des tschechoslowakischen Herstellers Meopta (Baujahr ca. 1963 ), eine schlicht ausgestattete Zweiäugige ohne Belichtungsmesser Größenvergleich: Rollfilm 120 links, Kleinbildfilm 135 rechts. Im Gegensatz zum Kleinbildfilm ist Rollfilm unperforiert . Einäugige Spiegelreflexkameras Unter den professionellen Kameras sind die einäugigen Spiegelreflexkameras bei weitem am häufigsten, wobei sie zumeist aus einen Spiegelkasten, einen abnehmbaren Filmmagazin und dem Objektiv bestehen. Bekannte Vertreter sind vor allem Hasselblad und Rollei, aber auch Mamiya und Zenza-Bronica, daneben gibt es zahlreiche Nachbauten aus Russland (z.B. Kiev) oder China (z.B. Seagull). Pentax und Mamiya bieten ein 4,5 cm x 6 cm-System an. Aber auch die von der Kleinbildkamera bekannte Form mit fest eingebauten Pentaprismensucher gibt es im Mittelformat, etwa mit der Pentax 67. Bei den Sofortbildkameras hatte die faltbare Polaroid-Spiegelreflexkamera eine große Bedeutung. Der Grad der Automatisierung ist vielfach geringer, als man dies von gängigen Kleinbildkameras gewohnt ist. Zwar gibt es einige wenige Modelle mit Autofokus, in der Regel muss jedoch manuell fokussiert werden. Auch der Filmtransport erfolgt häufig manuell. Dies wird allerdings auch weniger störend empfunden, da der Hauptanwendungsbereich jenseits der Action-Fotografie liegt. Die Wechselmagazine ermöglichen ein rasches Austauschen des Filmtyps (Farb-/Schwarzweißfilm, Farbumkehr-/Farbnegativfilm usw.), zusätzlich gibt es 50-er Magazine, die mit perforiertem 70-mm-Film beladen werden. Die Wechselobjektive sind für viele Mittelformatkamera-Modellreihen im Bereich von etwa 35 mm bis 1000 mm verfügbar, hochwertige Optiken stammen häufig von Carl Zeiss, Schneider und Rodenstock GmbH. Daneben wird – wie auch bei der Kleinbildfotografie – umfangreiches Systemzubehör angeboten: auswechselbare Einstellscheiben, Motorantriebe, Balgeneinstellgeräte, Zwischenringe, IR-, Fern- und Funkauslöser sowie systemkonforme Blitzgeräte. Zweiäugige Spiegelreflexkameras Eine inzwischen geringe Bedeutung hat die zweiäugige Spiegelreflexkamera, es war aber einmal die typische Bauform für eine Mittelformatkamera. Urahn ist die Rolleiflex von 1929, die Rollei zu einem weltbekannten Unternehmen gemacht hat. Von ihr gab es zahlreiche Nachbauten, heute bieten noch Seagull oder Lubitel (Russland) solche Apparate an. Bei den zweiäugigen Kameras ist das Objektiv zumeist fest eingebaut. Rollei hatte beispielsweise gerade einmal eine Tele- und eine Weitwinkel-Rolleiflex im Angebot. Lediglich Mamiya bot Wechselobjektive für Zweiäugige an; dabei waren das Aufnahme- und das Sucherobjektiv auf einer Platte montiert, die sich an der Kamerafront befestigen ließ. Spezialkameras An Spezialkameras sind vor allem Panoramakameras zu nennen, beispielsweise die Noblex, oder die legendäre Seitz Roundshot. Eigenschaften Größe und Gewicht Mittelformat- unterscheiden sich von Kleinbildkameras zumeist erheblich im Gewicht: Lässt sich mit fünf bis sechs Kilogramm bereits eine Kleinbildsystem für eine ausgesprochen universelle Anwendung zusammenstellen, sind im Falle einer 6 cm x 6 cm-Kamera bereits zehn bis zwölf Kilogramm einzuplanen. Dadurch sind Mittelformat viel eher auf ein Fahrzeug zum Transport angewiesen. Auch im Falle einer Kamera mit fest eingebauten Normalobjektiv besteht ein solcher Unterschied: Eine Rolleiflex wiegt bereits über ein Kilogramm und damit etwas das Doppelte einer vergleichbares Pendant – dies führte zur Entwicklung der Baby-Rolleiflex mit ihrem Kleinbildformat. Die Boxkameras waren dank simpler Blechkonstruktion zwar nicht schwer, aber recht groß, was ihre Ablösung beschleunigte. Polaroid hat für seine Sofortbildkameras immer wieder Faltkameras vorgestellt, um den Größennachteil abzumildern. Kosten Professionelle Mittelformatkameras sind naturgemäß erheblich teurer als vergleichbare Kleinbildkameras. Dies liegt zum einem an den kleinen Stückzahlen, vor allem aber am technischen Aufwand. Insbesondere die Objektive müssen aufwendiger gehalten werden, damit sie den größeren Bildkreis auch mit guter Qualität ausleuchten. Ein gewöhnlicher Rollfilm kostet so viel wie ein Kleinbildfilm, erlaubt aber weniger Aufnahmen. Im Falle der Diaprojektion lassen sich teure Glasrähmchen nicht umgehen, da andernfalls keine akzeptable Planlage möglich ist. Schärfentiefe Da die Objektive von Mittelformatkameras eine längere Brennweite als jene der Kleinbildkameras besitzen (ein Normalobjektiv für 6 cm x 6 cm hat beispielsweise 85 mm), bieten sie eine sehr geringe Schärfentiefe. Dies hat den großen Vorteil, dass sich Objekte sehr leicht freistellen, also durch einen unscharfen Hintergrund von diesen abheben lassen. Ist aber ein größerer Schärfenbereich erforderlich, sind große Blendenwerte (also eine kleine Blendenöffnung) und infolgedessen lange Belichtungszeiten erforderlich. Sucher Die Spiegelreflex-Kameras werden meist mit einem Lichtschachtsucher betrieben, auch wenn er sich bei manchen Modellen gegen einen Prismensucher austauschen lässt. Aufgrund des großen Bildformats lässt sich das Bild damit ausgezeichnet beurteilen, hierin liegt beim Fotografieren ein wesentlicher Unterschied zum Kleinbild. Der Lichtschachtsucher weist in der Regel ein Gitterraster auf. Er zeigt das Bild seitenverkehrt, was gewöhnungsbedürftig ist, nach Meinung vieler Profis allerdings aus hirnphysiologischen und wahrnehmungspsychologischen Gründen eine bessere Beurteilung - und somit auch Komposition - des Motivs erlaubt: Das linke Auge ist nämlich mit der rechten Gehirnhälfte "verschaltet" (und umgekehrt), so dass eine seitenverkehrte (oder auf den Kopf gestellte) Betrachtung eine präzisere Einschätzung von Bildaufteilung und -proportionen ermöglicht. Auch mit einem Prismensucher ist das Bild einer Mittelformatkamera sehr groß und dadurch gut zu betrachten. Daneben gibt es, je nach Kamerakonstruktion und Entstehungszeit, die damals wie heute üblichen Sucherkonstruktionen unterschiedlicher Güte und Ausführung. Die Bandbreite reicht vom einfachen Rahmensucher aus Draht, Blech oder Plastik über den Brilliantsucher der Box bis hin zum optischen Aufstecksucher einer Spezialkamera. Bildqualität Zwar können Mittelformatobjektive nicht die gleiche Auflösung wie Kleinbildobjektive bieten, also genauso viel Linien pro Millimeter abbilden, weswegen das rund viermal größere 6 cm x 6 cm-Format nicht auch eine viermal höhere Auflösung bietet; ein erhebliche Qualitätssteigerung ist aber trotzdem möglich. Dies erfordert jedoch einigen Aufwand. Das heißt: Mit einer Mittelformatkamera gelangt man nicht automatisch an eine bessere Qualität. So lässt sich der Stativeinsatz in den meisten Fällen nicht umgehen. Zum Einen führt das zugunsten der Schärfentiefe häufig erforderliche Abblenden zu Belichtungszeiten, die sich freihändig nicht mehr bewältigen lassen. (Allerdings kann die geringe Schärfentiefe auch kreativ (z.B. bei Potraits, Stichwort Bokeh) eingesetzt werden.) Zum anderen führt der große Spiegel der einäugigen Spiegelreflexkameras bisweilen zu Vibrationen, die z.B. eine 1/30 s aus der Hand nahezu unmöglich machen (allerdings abhängig vom Kameramodell und der Auslösetechnik). Hier liegt der entscheidende Vorteil zweiäugiger Kameras - der Auslösevorgang ist kaum spürbar, da keine Spiegelbewegung passiert, sondern nur der Verschluss ausgelöst wird. Da die Objektive zumeist weniger lichtstark als im Kleinbild-Bereich sind, liegt es nahe, dies mit einem hochempfindlichen Film auszugleichen (auch wieder abhängig vom System übliche Blendenöffnung f2.8-f4, auch f2 möglich, jedoch preislich höher angesiedelt). Durch die gröbere Körnung lichtempfindlicher Filme wird der Faktor, um den vergrößert werden kann, ohne dass die Körnung dem Betrachter auffällt, verringert. Oftmals kann Filmkorn jedoch auch als kreatives Bildmittel eingesetzt werden. Bildredaktionen nahmen Mittelformat-Diapositive lange Zeit bevorzugt an, was nicht nur an der Qualität lag, sondern vielmehr am komfortablen Betrachten der Bilder auf dem Leuchttisch. Zudem konnte wegen der geringeren erforderlichen Vergrößerung bei der Reproduktion nachlässiger gearbeitet werden. Einsatzgebiete Mittelformatkameras lassen sich durch ihr größere Bauform nicht ganz so spontan einsetzen wie ihre Kleinbild-Pendants. Im Bereich der Action-, Sport-, oder Tierfotografie werden sie deshalb seltener eingesetzt, denn bei weit entfernten Motiven stoßen sie schnell an systembedingte Grenzen. Mittelformat-Teleobjektive sind schwer und teuer, extreme Brennweiten stehen überhaupt nicht zur Verfügung. Bei den meisten Herstellern endet das Programm bei 1000-mm-Teleobjektiven, was bei 6 cm x 6 cm einer 12-fachen Vergrößerung entspricht. Heutzutage werden Mittelformat-Kameras überwiegend von Profi-Fotografen eingesetzt, denn bei ihnen steht eher die Bildqualität als der „gelungene Schnappschuss“ im Vordergrund. Für kommerzielle Produktionen und in der Werbefotografie ist es nach wie vor das beliebteste Format. Hier spielt die Geschwindigkeit oder der Motivabstand eine eher untergeordnete Rolle. Das größere und hellere Sucherbild bietet dafür Vorteile bei der Bildkomposition und das Modul-System vieler Hersteller erlaubt einen flexiblen Einsatz. Auch im Kunstgewerbe ("Fine-Art") und bei engagierten Amateuren sind Mittelformatkameras aufgrund gefallener Gebrauchtpreise populaer. Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Mittelformatkamera " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar.   nach oben Nikon F Die Nikon F (in Deutschland auch: Nikkor F) ist ein klassischer Fotoapparat der 1960er Jahre, eine Kleinbild - Spiegelreflexkamera , die als Prototyp aller danach folgenden professionellen Kameras dieses Typs gilt. Die Nikon F wurde 1959 vorgestellt und 1971 von der technisch sehr ähnlichen Nikon F2 abgelöst, die den weltweiten Durchbruch des japanischen Herstellers Nikon im professionellen Kleinbildsektor auch in Europa markierte. Schon vorher war die F ein „Geheimtipp“, aber keineswegs ein „Exot“, sondern besonders in Japan und den USA als Profi-Kamera für den „harten Einsatz“ akzeptiert. Später folgten weitere Kameras in der F-Serie. Zwar hatte die Nikon F nur mit einer wirklichen Weltneuheit aufzuwarten (dem 100%igen Sucherausschnitt), aber sie vereinte dennoch alle bis dahin bekannten Fortschritte erstmals in einem Modell. Eine Belichtungsmessung mit „Photomic-Suchern“ ist nur bei solchen Objektiven möglich, die über den Metallzinken auf dem Blendering verfügen oder damit nachgerüstet werden können. Vorgeschichte Die Nikon F baut auf folgenden Innovationen anderer Hersteller auf: 1925 erste Kleinbildkamera von Oskar Barnack - die Leica. 1936 erste Kleinbild- Spiegelreflexkamera . 1936 Kine-Exakta erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit Bajonett -Anschluss für Wechselobjektive . 1955 Pentax Asahiflex erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit Springblende und Rückschwingspiegel . 1964 Pentax Spotmatic erste einäugige Spiegelreflexkamera mit Belichtungsmessung durch das Objektiv (TTL). Im Stammbaum des eigenen Hauses baut sie technisch auf der professionellen Messsucherkamera Nikon SP auf, die heute ein sehr begehrtes Sammlerobjekt ist. Der Ruf der SP als Alternative zu Leica und Contax liegt in den von Nikon gefertigten Objektiven begründet, die für beide Kameratypen hergestellt wurden. Die S-Serie verwendete selber das Contax-Bajonett. Man kann die Nikon F in vielfacher Hinsicht als eine SP mit Spiegelkasten und größerem Bajonett (durch das notwendig größere Auflagemaß ) bezeichnen. Besonders auffällig ist die Baugleichheit der Bedienelemente auf der Oberseite beider Kameras (Schnellaufzugshebel, Zeitenrad, Verschluss).   Die Kamera Mechanik Da die Nikon F eine rein mechanische Kamera ist, wird der Verschluss nach heutigen Maßstäben ungenau gesteuert. Verschlusszeiten lassen sich nur in ganzen Schritten einstellen, was für Diapositivfilme oft nicht ausreicht. Andererseits ist die Nikon F von Batterien völlig unabhängig, solange kein „Photomic“-Sucher zur Belichtungsmessung verwendet werden soll. Verschluss Als Verschluss dient bei der Nikon F ein äußerst langlebiges Titan-Rollo, das auch nach Jahrzehnten seinen Dienst tut. Die kürzeste Verschlusszeit ist 1/1000 Sekunde, die Blitzsynchronzeit beträgt 1/60 s. Der Auslöseknopf liegt - damals konstruktionsbedingt - ungewöhnlich weit hinten ungefähr auf Höhe der Filmebene. Für den Drahtauslöseranschluss wird die heute nicht mehr übliche Leica-Glocke verwendet. Es gibt aber Adapter für „normale“ Drahtauslöser. Der Auslöseknopf hat einen Fingerschutzring, der auch zum Einstellen des Filmtransports (A-Stellung) oder der Filmrückwicklung (R-Stellung) dient. Ein roter Punkt auf dem Auslöseknopf dreht sich in A-Stellung bei jedem Filmtransport genau um 360°. In der R-Stellung können Mehrfachbelichtungen erreicht werden, indem zwar der Verschluss aufgezogen, aber nicht der Film transportiert wird. Neben der normalen B-Einstellung (Bulb) für Langzeitbelichtungen, gibt es auch die für professionelle Kameras typische T-Einstellung, die den Verschluss erst wieder schließt, wenn das Verschlusszeitenrad in eine andere Stellung gedreht wird. Diese Einstellung erspart den Drahtauslöser mit seiner Feststellschraube für die übliche B-Einstellung. Nikon F Typ:Professionelle Kleinbild-SpiegelreflexkameraProduktionszeitraum:1959-1971Objektivanschluss:F-BajonettFilmformat:35 mmAufnahmeformat:24×36 mmSucher:Spiegelreflex, WechselsucherSucherbildfeld:100 %Sucheranzeigen:Blende, Zeit, Belichtung (mit Photomic-Sucher)Betriebsarten:ManuellFilmtransport:Manuell (Motor F-36 als Zubehör)Bildfrequenz:4 Bilder/Sekunde (mit F-36)Belichtungsmessung:Mittenbetont (mit Photomic-Sucher)Messbereich:LW 2-17Verschluss:Titan-RolloVerschlusszeiten:1/1000 - 1 s, B, TSteuerung:MechanischBlitzanschluss:X, Nikon FSynchronisation:1/60 sAbmessungen:98 × 147 × 56 (102 × 147 × 67)Gewicht:685 g (830 g, mit Photomic FTN 860 g) Spiegelvorauslösung / Spiegelarretierung Die Nikon F verfügt über eine Spiegelvorauslösung, die nach heutigen Maßstäben recht umständlich funktioniert: Wenn man den Drehknopf seitlich des Bajonetts am Spiegelkasten betätigt, klappt der Spiegel erst nach der nächsten Aufnahme hoch und verbleibt in dieser Stellung. Der Fotograf „verschenkt“ damit eine Aufnahme. Das Problem lässt sich aber umgehen, indem man den Auslöser nur halb eindrückt. Der Spiegel wird dann hochgeklappt, und der Verschluss nicht ausgelöst. Die Spiegelarretierung ist zwingend notwendig, um den Gebrauch der drei für die Nikon lieferbaren Fisheyeobjektive (6 mm, 7,5 mm und 10 mm) zu erlauben, deren Linsenbau tief in den Kamerakörper hineinragt. Außerdem ist die Spiegelarretierung bei Motorbetrieb mit 4 Bildern in der Sekunde erforderlich. Selbstauslöser Die Nikon F verfügt über einen Selbstauslöser. Dieser wird interessanterweise nicht über den normalen Auslöser gestartet, sondern hat einen eigenen kleinen Auslöserknopf, der beim Drehen des Hebels freigelegt wird. Weiße Punkte an der Fassung erlaubte Vorlaufzeiten von 3, 6 oder den vollen 10 Sekunden abzulesen. Unter anderem an der Bauweise des Selbstauslösers im Detail erkennt man die jeweilige Modellgeneration. Springblende Als seinerzeit hochmoderne Kamera verfügt die Nikon F zusammen mit den für sie gebauten Objektiven über eine Springblenden-Funktion, die gleichzeitig mit dem Verschlussablauf wirksam wird. Darüber hinaus „kommunizieren“ die Objektive älterer Bauart mit dem Belichtungsmesser im Photomic-Sucher. Hierfür dient die Nikon-typische (und heute nicht mehr verbaute) „Gabel“ am Blendenring. Nach Einführung der Ai-Objektive 1977 wurde dieses Verfahren an den Nachfolgemodellen der Nikon F obsolet. Rückwand Eine Eigenheit der Nikon F ist ihre Rückwand. Sie wird zusammen mit der Bodenplatte nach unten abgezogen. Dafür befindet sich in der Bodenplatte ein versenkbarer Entriegelungshebel. Der Fotograf hält beim Filmwechsel zwei Teile in der Hand und ist „in Action“ vor eine zusätzliche Herausforderung gestellt: „Mit welcher Hand den Film einlegen?“. Der Motor F-36 hat eine eigene Kamerarückwand, da er die Bodenplatte ersetzt, die bei der normalen Rückwand Bestandteil ist, so dass er also auch komplett abgebaut werden muss, wenn man einen Film wechseln will. Besonders hierbei kann es zu Beschädigungen der Führungsschlitze am Kameragehäuse kommen. Ein Verkanten muss unbedingt vermieden werden. Das Nachfolgemodell F2 hatte dann die heute bei analogen Kameras gebräuchliche - und komfortablere - aufklappbare Rückwand.   Ansicht von oben mit angesetztem Objektiv und abgenommenem Sucher. Auffallend ist der aus mechanischen Gründen weit hinten angeordnete Auslöser. Ansicht von hinten. Die Rückwand muss zum Filmwechsel nach unten abgezogen werden. Links neben dem Sucherokular befindet sich der Entriegelungsknopf für den Wechselsucher. Nikon-F-Gehäuse mit abgenommenem Prismensucher. Einsatzbereite Nikon F mit aufgesetztem modernen Blitzgerät und altem 105 mm Makroobjektiv . Ansicht von unten. Die Einstellung der Filmempfindlichkeit dient nur zur Erinnerung des Fotografen, hat aber keine technische Funktion. Rechts befindet sich die Entriegelung der Rückwand.   Unten an der Bodenplatte lässt sich die Filmempfindlichkeit einstellen. Dies hat aber nur den einzigen Sinn, dass der Fotograf sich erinnern kann, welche Filmempfindlichkeit er beim Belichtungsmesser (extern oder Photomic) einstellen muss. Es ist also eine reine Gedächtnisstütze ohne technische Funktion. Varianten der F Die Varianten der Nikon F unterscheiden sich durch den Prismensucher mit eingebautem Belichtungsmesser („Photomic“). Der erste Photomic-Sucher hatte zum Messen im Sucher ein Fensterchen, das in einem eher unbestimmten Winkel das Licht maß. Dann erschien der erste Photomic zur TTL-Belichtungsmessung (Through the Lens), der mit wechselnden Brennweiten die Messung anpasste. Der Photomic Tn misst das Mattscheibenzentrum von 12mm zu 60% und die Randbereiche zu 40%. Diese Messteilung wurde ermöglicht durch den Bau eines asphärischen Kondensor-Linsen-Systems, geregelt durch eine feststehende Blende vor den beiden CdS-Zellen (den eigentlichen Lichtmesszellen), die links und rechts des Okulars liegen. Der Messvorgang erfolgte bei offener Blende, zu jener Zeit eine Seltenheit. Der Photomic Tn war kalibiert von ASA (dem heutigen ISO) 20-6400. Der Messbereich ging von Lichtwert 2-17 bei ASA 100 mit dem Nikon Auto 55mm f/1,2. Bei dem 1969 ausgelieferten Photomic FTn, der sich leichter montieren ließ, da er mit einer Klemmfassung ausgerüstet war, musste die größte Blende des montierten Objektivs nicht mehr an die Filmempfindlichkeit angepasst werden. Für Aufnahmen mit tiefem Kamerastandpunkt ist die Nadel des Belichtungsmessers auch auf dem Gehäuse des Photomic sichtbar. Die Nikon Photomic FTN war das letzte Modell der Nikon F. Die damaligen Photomics funktionieren allerdings nicht mit den heutigen AF-Objektiven. Zubehör Wechselsucher Charakteristisch und wegweisend für die F-Serie ist das System von Wechselsuchern. Erst die 2004 vorgestellte Nikon F6 hat keinen Wechselsucher mehr. Zum Wechseln der Sucher gibt es einen etwas schwer zu bedienenden kleinen Entriegelungsknopf an der Rückseite des Kameragehäuses. Erst 1980 mit der Nikon F3 wurde das deutlich besser gelöst. Die Grundversion der F hatte einen Prismensucher, der ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild zeigt. Ein weiterer Sucher war der Lichtschacht, nützlich bei Makro- und Mikrofotographie. Der Lichtschacht ist mit einer wegklappbaren Lupe (5x) versehen. Die Wechselsucher der Nikon F2 passen ebenso an die F, wie auch deren Einstellscheiben. Beim Ansetzen der F2-Sucher muss bei der F nur das vordere Typenschild abgeschraubt werden, was aber unkompliziert ist, weil die Schrauben sichtbar an der Außenseite sind. Die Photomics der F2 funktionieren an der F allerdings nicht, da sie eine Stromversorgung seitens der Kamera erwarten. Ein Batteriefach sucht man am eigentlichen Kameragehäuse der F vergebens. Erst mit der Nikon F3 wanderte der Belichtungsmesser in das Gehäuse der Kamera selber. Bei der Nikon F4 wurden bereits wieder (neue) Funktionen in den Sucher ausgelagert: Die Mehrfeldmessung. Ab der F2 gab es neben Prisma-, Lichtschacht- und Photomicsucher auch Lupen- und Sportsucher für spezielle Anwenderkreise. Der Lupensucher ist von seinem Anwendungsbereich her ein „besserer Lichtschachtsucher“ für Makro- und Mikrofotografie. Er besteht aus einer aufwändig konstruierten 6-fach vergrößernden Lupe und ist damit besser als die einklappbare Lupe des einfachen Lichtschachtsuchers. Der Sport-Prismensucher ermöglicht dem Fotografen (sogar den Brillenträgern) den Überblick über das gesamte Sucherbild, wenn er einen Helm oder eine Schutzbrille tragen muss (z.B. beim Fallschirmspringen oder auf dem Motorrad). Bei speziellen Unterwassergehäusen ist der Sportsucher unverzichtbar. Sportsucher meint also nicht den „normalen“ Sportfotografen, sondern den sporttreibenden Fotografen. Einstellscheiben Die Nikon F ermöglicht den Wechsel zu verschiedenen Einstellscheiben [1], die sehr schnell ausgewechselt werden können. Die mitgelieferte Einstellscheibe hatte einen Schnittbildindikator mit Messkreis und Fresnellinse. Sie ist universell bis zu einer Brennweite von 135 mm verwendbar. 14 verschiedene Modelle bieten die Möglichkeit, bei jedem Gebrauch (Makro- Architektur- Luftbildfotographie) die optimale Scharfeinstellung zu treffen. Motor und Langfilmkassette Zur Nikon F gab es einen Motorantrieb, den F-36, der nicht zuletzt dafür verantwortlich war, dass sie sich als Profikamera sehr schnell etablieren konnte. Er wurde zum Vorbild für die Mitbewerber auf dem Kameramarkt. Mit dem F-36 sieht die Nikon F nur unwesentlich anders aus als heutige Profikameras. Er hatte bereits ein angebautes Batteriefach (zunächst externe Stromversorgung), einen Handgriff mit Auslöser und einen Umschalter von S (Single, Einzelbild) auf C (Continuous, Serie). Der F-36 schafft eine Bildfrequenz von 2; 2,5; 3 oder 4 Bildern in der Sekunde. Des Weiteren stand ein Batterieteil mit Kabel zur Verfügung. Er enthielt 8 Batterien à 1,5 V und einen umstellbaren Auslöser für Einzel- und Serienschaltung. Auch er konnte mit Relaisbox, Intervalometer zur Fernsteuerung genutzt werden. Der Kabelbatterieteil wurde ausgeliefert mit Umhängeriemen und mit Kabel zu den Motoren. Mit Hilfe der Relaisbox, zwischen Kamera und Batterieteil geschaltet, konnte die Kamera auf große Distanzen oder am Relaisteil selbst ausgelöst werden. Neben dem F-36 gab es auch den Motor F-250, mit zwei großen Nikon-Kassetten mit einem Fassungsvermögen bis zu 10 m Film (entspricht 250 Aufnahmen). Die technischen Merkmale der beiden Motoren waren genau gleich. Um die 10-Meter-Kassetten zu laden, bot Nikon ein Ladegerät an. Die zu ladende Filmlänge konnte vorgewählt werden. Diese F-250-Version wurde u. a. von der NASA mit in den Weltraum genommen (wie auch die entsprechende Nachfolgemodelle der F). Blitzgeräte Wie auch ihre Nachfolgemodelle F2 und F3 hat sie keinen normalen Blitzschuh, sondern einen für die F-Modelle typischen eigenen Blitzanschluss über der Rückspulkurbel. Es gab aber einen Adapter, der auch für die F2 hergestellt wurde. Blitzautomatik bietet diese rein mechanische Kamera naturgemäß nicht. Studio- und Stabblitzgeräte können über den Kabelanschluss ausgelöst werden. Objektive Die meisten Objektive mit dem F-Bajonett können weiter verwendet werden. Ausnahmen sind AF-G-Nikkore ohne Blendenring, DX-Nikkore für Digitalkameras mit kleinerem Bildkreis und APS-Objektive. AiS-Objektive weisen die typische Blendengabel auf, mit der die Photomic-Sucher funktionieren. Die Generation der ersten AF-Objektive und alle Baureihen danach weisen diese Gabel nicht mehr auf. AF-Objektive bzw. AF-D-Objektive mit Blendenring können aber umgerüstet werden. Weitere Entwicklung in der Geschichte Viele dieser Ausstattungsmerkmale gehören immer noch zum heutigen Standard für professionelle Spiegelreflexkameras. Verbesserungen in der weiteren Entwicklung der Fotoindustrie waren im Wesentlichen nur die Verschlusssteuerung durch Microcomputer (und damit die präzisere Einhaltung der Zeiten und Ermöglichung der Belichtungsautomatik) und die Verkürzung der minimalen Verschlusszeit. Im Hause Nikon: Ersteres wurde 1980 bei ihrer elektronisch gesteuerten „Enkelin“, der Nikon F3 verwirklicht. Letzteres schon 1971 mit der 1/2000 Sekunde bei der Nikon F2 später bei der Nikon FM2 mit einer mechanischen 1/4000 Sekunde, und dann 1988 mit der 1/8000 Sekunde bei der Nikon F4, die dann gleichzeitig den Schritt in das Autofokus-Zeitalter markiert. Sammelobjekt und heutiger Einsatz Entgegen der weit verbreiteten Ansicht kann man an der Seriennummer einer 'F' Kamera nicht deren Baujahr erkennen. Die ersten Nikon F wurden 1959 gebaut, die Seriennummern begannen aber mit 64xxxxx. Die letzten Kameras aus 1974 wiesen dann wirklich 74xxxxx Nummern auf. Die Übereinstimmung zwischen Baujahr und Seriennummern in einigen Zeiträumen ist zufällig. In Sammlerkreisen kursieren allerdings Zuordnungslisten, mit deren Hilfe das Baujahr annähernd ermittelt werden kann. Allerdings ist es genau genommen das Baujahr der Gehäuse-Oberkappe. Wurde sie bei einer Reparatur ausgewechselt, sagt sie nichts mehr über das Baujahr der eigentlichen Kamera aus. Da die Nikon F im Laufe ihrer Bauzeit auch immer in Details verändert wurde, kann man anhand der Merkmale des Grundgehäuses in jedem Fall den Zeitraum eingrenzen, aus dem es stammt. Herrvorragend detailliert sind diese Änderungen in Uli Kochs Buch 'Nikon F - the Camera' dokumentiert. Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Nikon F " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar.   nach oben Nikon F2 Die Nikon F2 ist eine Kleinbild - Spiegelreflexkamera , die als Nachfolgerin der Nikon F die Dominanz der Firma Nikon im Bereich der Kleinbildspiegelreflexkameras weiter ausbaute. Sie gilt vielen als die beste mechanische Kamera und nimmt ihren Platz unter legendären Kameras wie der Nikon SP , der Nikon F, der Hasselblad 500 C/M oder der Leica M ein. Die Nikon F2 wurde 1971 vorgestellt und 1980 von der Nikon F3 abgelöst, die den Erfolg des japanischen Herstellers Nikon im professionellen Kleinbildsektor fortführen konnte, bis diese Spitzenposition in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts nach der Einführung der Nikon F4 an die Firma Canon ging. Zwar war die Nikon F2 nur eine graduelle Fortentwicklung gegenüber der F, vereinfachte jedoch die Bedienung im Vergleich zu dieser, speziell bei Verwendung mit Motorantrieben, der Spiegelvorauslösung, und dem Anbau von Rückwänden, und bot Belichtungszeiten bis 1/2000 s und bis 10 s (Nikon F: 1-1/1000 s). Verschiedene Teile waren zudem kompatibel zur Nikon F gehalten, so die Mattscheiben, der Sucheranschluss und der Blitzkontakt um die Filmrückspulkurbel. Auch nach Jahrzehnten lässt sich die Nikon F2 problemlos einsetzen. Die Grundausstattung mit einfachem Prismensucher ohne Belichtungsmesser wirkt für heutige Verhältnisse einfach, aber sie funktioniert und die meisten aktuellen Objektive mit dem F-Bajonett können weiter verwendet werden (Ausnahme: AF-G Objektive ohne Blendenring, DX-Objektive für Digitalkameras mit kleinerem Bildkreis und APS-Objektive). Eine Belichtungsmessung mit „Photomic-Suchern“ ist nur bei solchen Objektiven möglich, die über den Metallzinken auf dem Blendering verfügen oder damit nachgerüstet werden können, bei den späteren "AI-Modellen" der F2 (F2A und F2AS) ab 1977 ist stattdessen der AI-Nocken am Blendenring des Objektivs dafür notwendig.   Vorgeschichte Im Stammbaum des eigenen Hauses baut sie technisch auf der Spiegelreflexkamera Nikon F auf, die heute als Sammlerobjekt gelten kann. Man kann sie vermutlich auch als Reaktion auf die im Frühling 1971 erschienene Canon F1 ansehen, die im Vergleich zur Nikon F moderner war. Entwicklungsaufgabe war weniger großer technischer Fortschritt, sondern die Beseitigung der kleineren Probleme, die sich bei Verwendung der Nikon F gezeigt hatten. Die Nikon F2, eine modulare Kamera Die F2 war hochgradig modular aufgebaut, mit Wechselobjektiven, Wechselsuchern, Wechselmattscheiben, austauschbaren Rückwänden, ansetzbaren Motorantrieben inkl. einer Auswahl an Batterieteilen, einer ansetzbaren Blendensteuerung, Blitzanschluss, Suchergewinde für Zubehör etc. Das einzige fehlende Merkmal, dass sie von Mittelformatkameras und einigen Kleinbildkameras (Zeiss Ikon Bessa, Rolleiflex SL2000/3003) unterschied, war ein wechselbares Filmmagazin (es gab allerdings eine Polaroid-Rückwand von einem Drittanbieter). Motor und Langfilmkassetten Zur Nikon F2 gab es insgesamt drei Motorantriebe, den etwas einfacher ausgeführten MD-3, sowie der für gewerbliche Anwender bestimmte MD-1 und dessen Nachfolger MD-2. Der MD-3 schafft je nach verwendeten Batterieteil eine Bildfrequenz von max. 2,5 oder 4 Bildern in der Sekunde. Die MD-1 und MD-2 erreichten max. 5 Bilder/s und verfügten über eine Batteriekontrollanzeige sowie eine motorische Filmrückspulung. Das Batterieteil MB-1 nahm 10 AA-Batterien auf, konnte aber auch mit speziellen Akkus bestückt werden, das MB-2 nahm 8 Batterien auf. Als weiteres Motorzubehör gab es ein Verbindungskabel "MC-7" für eine getrennte Unterbringung des Batterieteils (beispielsweise bei großer Kälte), sowie Kabelauslöser. Im Gegensatz zur Nikon F gab es keinen speziellen Motor für die Langfilmmagazine MF-1 (250 Aufnahmen) und MF-2 (750 Aufnahmen); vielmehr konnten diese mit einem normalen MD-1 bzw. MD-2 betrieben werden. Nikon F2 Typ:Professionelle Kleinbild- Spiegelreflexkamera mit ansetzbarem Motor und mechanisch gesteuertem Schlitzverschluss.Produktionszeitraum:1972-1980Objektivanschluss:Nikon-F-Bajonett,Filmformat:35 mm (Kleinbild)Aufnahmeformat:24 mm × 36 mmSucher:SpiegelreflexSucherbildfeld:100 %Vergrößerung:0,75-fachSucheranzeigen:Zeit, Blende, Belichtung, Blitzbereitschaft (bestimmte Sucher)Filmtransport:manuell oder motorischBildfrequenz:4,5 B/sAutofokus (AF):kein AutofokusBelichtungsmessung:TTL-Offenblendmessung Mittenbetonte Messung Messbereich:LW 0-19Korrektur:± 2 LWVerschluss:horizontal ablaufender Schlitzverschluss mit zwei TitanfolienVerschlusszeiten:1/2000 - 10 s, Bulb-LangzeitbelichtungSteuerung:mechanischBlitzsteuerung:keineBlitzanschluss:X, spezieller BlitzschuhSynchronisation:1/80 sGewicht:750gErgänzungen:Wechselsucher, Abblendtaste, Spiegelvorauslösung   Die Rückwand Im Gegensatz zur Nikon F hat der Motor keine eigene Kamerarückwand, sondern wird einfach unter die Kamera geschraubt. Die Nikon F2 verfügt über eine übliche, abnehmbare Rückwand, die gegen die oben genannten Langfilmmagazine austauschbar ist. Für die Verwendung von Datenrückwänden sind allerdings spezielle Versionen, die "Data"-Modelle der F2 erforderlich. Ferner gibt es eine spezielle Rückwand zur Verwendung mit den Motorantrieben MD-2 und MD-1, bei der über einen Kontakt die motorische Filmrückspulung beendet wird, bevor der Film vollständig in die Filmpatrone hineingezogen worden ist. Selbstauslöser Dieser wird interessanterweise nicht über den normalen Auslöser gestartet, sondern hat einen eigenen kleinen Auslöserknopf, der beim Drehen des Hebels freigelegt wird. Eine Zahlenskala an der Fassung erlaubte es, Vorlaufzeiten abzulesen und einzustellen. Der Hebel diente auch der Einstellung von Belichtungszeiten zwischen 2 und 10 s in Verbindung mit der Einstellung "T" des Auslösers. Springblende Als moderne Kamera verfügt die Nikon F2 zusammen mit den für sie gebauten Objektiven über eine Springblenden-Funktion, die gleichzeitig mit dem Verschlussablauf wirksam wird. Darüber hinaus „kommunizieren“ die Objektive älterer Bauart mit dem Belichtungsmesser im Photomic-Sucher. Hierfür dient die Nikon-typische (und heute nicht mehr verbaute) „Gabel“ am Blendenring. Bei jedem Objektivwechsel musste zunächst der Blendenring auf den kleinsten Wert eingestellt werden, um den Photomic-Sucher zu justieren. Nach Einführung der Ai-Objektive 1977 und der F2A und F2AS wurde dieses Verfahren obsolet. Weitere Entwicklung in der Geschichte Alle diese Ausstattungsmerkmale gehören immer noch zum heutigen Standard für professionelle Spiegelreflexkameras. Verbesserungen in der weiteren Entwicklung der Kameraindustrie waren im Wesentlichen nur die Verschlusssteuerung durch Microcomputer (und damit die präzisere Einhaltung der Zeiten und Ermöglichung der Belichtungsautomatik), die Verkürzung der minimalen Verschlusszeit (auf derzeit 1/8000 sec), sowie die TTL-Blitzbelichtungsmessung. Andere neuere Techniken dienen in erster Linie der Bequemlichkeit des Fotografen oder zum Ausgleich für dessen Unvermögen. Modelle F2 auch "F2 Eyelevel", ist das Basismodell mit einem einfachen Prismensucher DE-1, erschienen 1971. F2 Photomic Modellvariante, die werksmäßig mit dem Photomicsucher DP-1 mit Belichtungsmessung und Nadelanzeige ausgestattet war und ebenfalls 1971 erschien. F2S Photomic Bei dieser Version wurde die F2 werksseitig mit einem Photomicsucher DP-2 ausgestattet, der über eine LED-Messanzeige sowie einen Anschluss zur Steuerung der Blendenautomatik DS-1 verfügte und einen gegenüber dem DP-1 erweiterten Messbereich hatte. Produziert ab 1973. F2SB Diese ab 1976 hergestellte Variante war mit einem Sucher DP-3 als Nachfolger des DP-2 ausgestattet. Dieser Suche wies eine schnellere Siliziumdiode, eine veränderte Sucheranzeige, sowie einen Anschluss für die Blendensteuerungen DS-1 und DS-2 auf. F2A Die 1977 eingeführte F2A war mit dem Sucher DP-11 als Nachfolger des DP-1 ausgerüstet, der zur Verwendung mit den gleichzeitig eingeführten AI-Nikkoren vorgesehen war. Bei dieser neuen Art der Übertragung der am Objektiv eingestellten Blende ist ein Hin- und Herbewegen des Blendenrings nach Ansetzen eines neuen Objektivs nicht mehr nötig. F2AS Als Nachfolger der F2SB war die F2AS mit dem Sucher DP-12, einer Weiterentwicklung des DP-3, aber mit AI-Blendenkupplung, ausgerüstet. Einführung war ebenfalls 1977. F2 Titan Bei dieser 1979 erschienene Variante war erstmals das Gehäuse, und nicht nur der Sucher, modifiziert. Frontplatte, Rückwand, Boden, Sucherbrücke und Prismendach des mitgelieferten DE-1 waren aus Titanblech hergestellt, was der Kamera eine besondere Haltbarkeit verlieh. Auch gebraucht sind diese Modelle noch sehr teuer. Es gab eine Variante mit und eine ohne Schriftzug "Titan". F2 Highspeed Bei dieser Variante der F2, die bis zu 10 Aufnahmen/s machen konnte, wurde ein teildurchlässiger, nicht beweglicher Spiegel anstelle des normalen Schwingspiegels verbaut, und ein spezieller Motor MD-100 auf Basis eines MD-2, jedoch mit zwei Batterieteilen angebracht. Die Kamera war auch ohne Motor einsetzbar, da das Modularitätsprinzip auch hier beibehalten wurde. F2 Data Zur Einbelichtung von Zusatzinformationen in das Bild wurde die spezielle F2 Data entwickelt. Diese war mit entsprechenden Datenrückwänden MF-10 (für 36 Aufnahmen) und MF-11 (für 250 Aufnahmen) versehen. Die Dateneinbelichtung erfolgte mit einem in die Rückwand eingebauten Blitzgerät, das eine Abbildung entweder einer kleinen Uhr, eines Zählwerks, oder auch von handschriftlichen Notizen auf den Film brachte. Sammelobjekt und heutiger Einsatz Da auch heute noch viele Fotografen eine manuelle Einstellung der Bildparameter Schärfe und Belichtung bevorzugen, kann man die Nikon F2 auch heute noch als eine zeitgemäße Kamera ansehen, die zudem mit Motorantrieb, Blendensteuerung und Autofokusobjektiven ebenfalls einen hohen Automationsgrad erreichen kann. Da zum Zeitpunkt des Erscheinens kernlose Mikromotoren noch nicht verfügbar waren, ist eine entsprechend aufgerüstete Nikon F2 allerdings eine schwere und unhandliche Kamera. Ohne die Anbauten allerdings leichter als einige Nachfolgerinnen und zudem durch manuellen Filmtransport dann auch recht leise. Die (immer mögliche) manuelle Filmrückspulung als Alternative zur motorischen Rückspulung gestattet auch in Problemfällen eine Filmentnahme. Aus diesem Grund findet sich eine solche manuelle Rückspulmöglichkeit bei den Nikon-Profikameras bis zur aktuellen Nikon F6. Dramatische Fortschritte hat es im Bereich der Blitzsteuerung gegeben, z.B. Blitzsynchronzeiten bis 1/250 s, Blitzen bis herunter zur kürzesten Verschlusszeit, Mehrfeldblitzsteuerung etc, wo die F2 nicht mithalten kann. Eine Lösung zum digitalen Photographieren mit der F2, beispielsweise über eine digital umgerüstete Rückwand, ist derzeit nicht in Sicht, auch wenn die Leica R8/9 gezeigt hat, dass solche Nachrüstungen prinzipiell möglich sind. Altersbestimmung An den ersten beiden Zahlen der Seriennummer erkennt der Sammler das Baujahr einer Nikon F2 (und auch einer F). Allerdings ist es genau genommen das Baujahr der Gehäuse-Oberkappe. Wurde diese einmal in einer Reparatur ausgewechselt, so sagt sie nichts mehr über das Baujahr der eigentlichen Kamera aus. Funktionsprüfung Die Nikon F2 ist äußerst robust gebaut. Ein Schwachpunkt sind die in den Photomic-Suchern verwendeten Ringwiderstände, die beim Verstellen von Belichtungszeit oder Blende von einem Kontakt überstrichen werden. Diese Widerstände können sich abnutzen oder verschmutzen, was an einer "springenden" Nadel der Belichtungsanzeige zu erkennen ist. Bei den MD-2- und MD-3-Motoren, nicht aber beim MD-1, sind - vermutlich aus Geräuschgründen - Kunststoffzahnräder zum Einsatz gekommen, die heute vielfach verschlissen sind bzw. einfach zerbrechen. Es gibt allerdings eine Umrüstmöglichkeit auf Messingzahnräder. Da die Bedienung der F2 denkbar übersichtlich ist, ist ein mechanischer Funktionscheck durch „In-Augenscheinnahme“ schnell erledigt. Lässt sich der Auslöser weich auslösen, hat das Titan-Rollo des Verschlusses keine Dellen und Löcher und wackelt auch kein Objektiv an ihr, muss dann nur noch mit eingelegtem Film überprüft werden, ob sie die Verschlusszeiten einigermaßen gleichmäßig einhält. Besitzt man bereits Nikon-Objektive oder welche von Fremdherstellern mit F-Bajonett, so kann man diese alle verwenden. Es ist zu prüfen, ob die automatische Springblende funktioniert. Dafür sollte die Betätigung der Abblendtaste reichen. Gebrauchtmarkt Die F2 wurde sowohl in schwarz, als auch verchromt angeboten. Die schwarzen Gehäuse sind mittlerweile recht abgenutzt, und ein unbeschädigter und nicht überpinselter Lack ist meist nur bei Exemplaren zu finden, die von der Vitrine in die Vitrine wandern. Die Funktionalität der schwarzen F2 wird von Abschürfungen des Lacks nicht beeinträchtigt, und je beschädigter der Lack ist, desto weniger kann der Verkäufer für sie verlangen. Das darunter hervorscheinende Messing der Gehäuseoberkappe, des Suchers und der Bodenplatte verleiht ihr eine vielleicht beim Fotografen erwünschte Patina. Starke Abnutzung deutet allerdings auf eine intensive Verwendung der Kamera (z.B. durch einen Berufsphotographen) und damit auch eine entsprechend starke Abnutzung der inneren Komponenten hin. Trotz ihrer hohen Stückzahl (ca. 900000 Exemplare) und damaligen Verbreitung sind auch nach Durchsetzung der Digitalphotographie die Gebrauchtpreise halbwegs konstant. Exemplare mit Photomic-Sucher können mehr kosten als solche ohne ihn (also nur in der Grundausstattung mit Prismensucher als „reine“ Nikon F2). Gerade das letzte Modell F2AS erreicht in gutem Zustand noch Preise, die den damaligen Neupreisen entsprechen. Kompatibilität mit Blitzgeräten Wie auch ihre Vorgängerin F und das Nachfolgemodell F3 hat sie keinen normalen Blitzschuh, sondern einen für die damaligen F-Modelle typischen eigenen Blitzanschluss über der Rückspulkurbel. Neben speziell dafür ausgelegten Blitzgeräten gab es einen Adapter ("AS-1") zum Anschluss normaler Blitzgeräte. Blitzautomatik bietet diese rein mechanische Kamera natürlich nicht. Studio- und Stabblitzgeräte können selbstverständlich über den Kabelanschluss (sogar mit Schraubgewinde!) ausgelöst werden. Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Nikon F2 " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar.   nach oben Nikon D200 Die Nikon D200 ist eine digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) der Marke Nikon. Sie wurde am 1. November 2005 als Kamera für den Berufsfotografen und den ambitionierten Amateurfotografen vorgestellt. Allgemeines Zum Erscheinungszeitpunkt vertrieb Nikon mit der D50 und der D70s zwei Kameras der Einsteigerklasse und mit der D2Hs beziehungsweise D2X zwei Modelle für den professionellen Einsatz. Die für Berufs- und Amateurfotografen gedachte D100 war technisch bereits in die Jahre gekommen. Sie wurde durch die D200 abgelöst, die sich technisch jedoch eher an der D2X als an der D100 orientiert. Der Erfolg der D200 muss auch für Nikon unerwartet gewesen sein, zumindest war die Kamera bis April 2006 nur mit langen Lieferfristen erhältlich. Die D200 verwendet das bei Nikon übliche F-Bajonett für Wechselobjektive und kann selbst mit alten AI-P- und AI-Objektiven ohne Prozessor kombiniert werden. Der CCD-Bildsensor besitzt Nikons DX-Format, was bei den Objektiven zu einem Formatfaktor (Crop-Faktor) von 1,5 führt. Von den Profimodellen unterscheidet sich die D200 neben dem Preis vor allem in der Verwendung eines CCD-Bildsensors und eines internen Blitzes. Ein Hochformatgriff ist nicht integriert, kann aber nachgerüstet werden. Von Kameras der Einsteigerklasse unterscheidet sie sich im abgedichteten Metallgehäuse, einer höheren Bildrate, einem größeren und helleren Sucher, einem größeren Display und dem Fehlen von Motivprogrammen. Kurz nach Erscheinen der Kamera musste Nikon Probleme mit der Bildqualität einräumen. Bei extrem kontrastreichen Bildsituationen (zum Beispiel direktes Fotografieren in eine Leuchtstoffröhre bei gleichzeitiger Überbelichtung) zeigten einige Modelle ein auffälliges Streifenmuster. Betroffene Kameras wurden/werden von Nikon im Rahmen der Garantie repariert. Spätere Modelle zeigen das als „Banding“ bezeichnete Problem nicht mehr.   Nikon D200 mit Nikon 17–55 mm / 2,8 G AF-S DX IF-ED-Objektiv und Nikon SB-800 -Blitzgerät Compact Flash (CF) Speicherkarte in Nikon D200 Rückansicht der D200 mit Blizgerät Technik Das in der D200 verwendete CCD-Element von Sony liefert Bilder mit einer maximalen Auflösung von 3872 × 2592 Punkten, was effektiven 10,2 Millionen Pixeln entspricht und RAW Dateien mit knapp 16 MB Größe bedeutet. Neben den RAW-Daten mit 12 Bit Farbtiefe pro Farbkanal lassen sich auch JPEG-Dateien mit 8 Bit Farbtiefe abspeichern, entweder zusätzlich oder ohne RAW-Daten. Der mit einem optischen Tiefpassfilter versehene Sensor unterstützt Empfindlichkeiten von ISO 100 bis 1600 in 1/3-, 1/2- oder 1,0-EV-Schritten. Weitere als Boost bezeichnete Empfindlichkeiten von 2000 bis 3200 lassen sich einstellen. Der Sensor wird parallel über vier Kanäle (1 × Rot, 1 × Blau und 2 × Grün) ausgelesen. Das Autofocussystem (AF) der D200 wird als Multi-CAM 1000 bezeichnet und verwendet wahlweise 11 kleine oder 7 große AF-Messfelder. Je nach gewähltem Modus erkennt die Kamera sich bewegende Objekte und führt den Fokus nach. Verlässt ein Objekt ein AF-Messfeld, wird automatisch auf das nächste Messfeld umgeschaltet. Um auch bei schlechten Lichtverhältnissen fokussieren zu können, besitzt die D200 ein separates, grell-weißes AF-Hilfslicht, das jedoch von Objektiven mit großem Durchmesser abgedeckt werden kann. Zur Belichtungssteuerung stehen dem Benutzer vier Modi zur Verfügung: (M) Manuell, (A) Zeitautomatik, (S) Blendenautomatik und (P) Programmautomatik. Jeder der Modi lässt sich mit einer von drei Belichtungsmessmethoden kombinieren: Spotmessung, mittenbetonte Integralmessung und 3D-Color-Matrixmessung. Um auch bei älteren Objektiven ohne Prozessor eine Matrixmessung durchführen zu können, muss der Benutzer die maximale Blendenöffnung und die Brennweite von Hand eingegeben. Die Belichtung lässt sich um +/−5 EV in 1/3-, 1/2- oder 1-EV-Schritten korrigieren. Die Kamera unterstützt Belichtungsreihen (AE-Bracketing) mit zwei bis neun Aufnahmen, ebenfalls in 1/3-, 1/2- oder 1-EV-Schritten. Neben dem AE-Bracketing verfügt die D200 auch über Weißabgleichreihen zur Variation des Weißabgleichs mit einer Schrittweite von bis zu 3 × 10 Mired. Der Verschluss der D200 besteht aus einem elektronisch gesteuerten, vertikal ablaufenden Schlitzverschluss und ermöglicht Belichtungszeiten von 30 Sekunden bis zu 1/8000 Sekunde. Die kürzeste Blitzsynchronisationszeit beträgt 1/250 Sekunde. Im Langzeitbelichtungsmodus („Bulb“) können auch beliebig längere Belichtungszeiten realisiert werden. Im Serienbild-Modus mit maximaler Geschwindigkeit von 5 Bildern/Sekunde lassen sich bis circa 37 im JPEG-Format oder 22 im NEF-Format aufnehmen (abhängig von der verwendeten Speicherkarte). Die D200 ist mit einem internen Pufferspeicher ausgestattet, der ein weiteres Fotografieren ermöglicht, während gleichzeitig die Bilder auf eine Speicherkarte geschrieben werden. Es lassen sich CompactFlash-Speicherkarten des Typs I, II oder III verwenden, ebenso Microdrives. Die Kamera hat einen USB-2.0-Highspeed- und einen Video-Ausgang, der sich auf PAL oder NTSC einstellen lässt. Der Sucher der D200 zeigt 95 % des tatsächlichen Bildausschnittes und ermöglicht eine Verstellung von −2 bis +1 sphärischen Dioptrie. Zylindrische Fehlsichtigkeiten können nicht korrigiert werden. Die Suchervergrößerung beträgt 0,94-fach bei 50 mm Brennweite. Das in der D200 verwendete 2,5″-TFT-LCD besitzt 230.000 Punkte, deren Helligkeit sich durch eine Hintergrundbeleuchtung anpassen lässt. Die Stromversorgung wird von einem 1500 mAh starken Lithium-Ionen-Akku mit 7,4 V übernommen. Im Zusammenhang mit dem optional erhältlichen Hochformatgriff können auch zwei Lithium-Ionen-Akkus oder sechs handelsübliche Mignonzellen-Akkus (AA) eingesetzt werden. Gesteuert wird die D200 von zwei Prozessoren, einer für die Bildverarbeitung (er entspricht dem der Nikon D2X), ein weiterer für die restlichen Aufgaben. Die Zuordnung der Bedienelemente zu Funktionen lässt sich in Grenzen vom Benutzer umdefinieren. Neben dem großen Objektivangebot von Nikon und anderen Herstellern existiert ein reichhaltiges Zubehörangebot, unter anderem mit: GPS-Anschluss, Wireless-LAN-Anschluss, Winkelsuchern, Hochformatgriff, Fernauslösern, externer Stromversorgung, verschiedensten Blitzlichtern und vielem mehr. Technische Daten Kameratyp Digitale Spiegelreflexkamera mit Anschluss für Wechselobjektive Auflösung 10,2 Mio. Pixel Typ des Bildsensors CCD Größe des Bildsensors 23,6 × 15,8 mm Bildgröße (Pixel) 3.872 × 2.592 Bilddaten NEF (RAW) mit 12 Bit Farbtiefe pro Kanal (15,8 MB) NEF mit nahezu verlustfreier Komprimierung (ca. 8 MB) JPEG mit 8 Bit Farbtiefe pro Kanal, drei Bildgrößen, zwei Komprimierungsstufen, drei Qualitätsstufen (alles frei kombinierbar) NEF und JPEG gleichzeitig Speichermedien CompactFlash-Speicherkarten (Typ I, II und III), Microdrives Pufferspeicher rund 25 JPEG-Bilder Kapazität des Pufferspeichers bei Serienbildaufnahmen Objektivanschluss Nikon-F-Bajonett (mit AF-Kupplung und AF-Kontakten) Formatfaktor (Crop-Faktor) 1.5 (genauer: 1.5234) (um diesen Faktor ändert sich der Bildausschnitt gegenüber dem Kleinbildformat) Sucher Optischer Pentaprismensucher Einstellscheibe mit Fokusmessfeldmarkierungen und einblendbaren Gitterlinien Sucherbildfeld ca. 95 % Monitor (an der Rückseite) Farb-TFT-LCD mit 2,5 Zoll und 230.000 Pixeln Display auf der rechten Kameraoberseite S/W-LCD mit Informationen über rund 30 verschiedene Einstellungen, beleuchtbar Autofokus Modul Nikon Multi-CAM1000 Messbereich −1 bis +19 LW Fokusmessfelder 7 oder 11 Messfelder Fokussierung S = Einzelautofokus C = kontinuierlicher Autofokus M = manuell Belichtungsmessung 3D-Color-Matrixmessung II mit 1.005-Segment-RGB-Sensor Mittenbetont, Kreisdurchmesser wählbar Spotmessung, in der Mitte des aktiven Fokusmessfelds Messbereich 0 bis 20 LW (mittenbetonte und Matrixmessung) 2 bis 20 LW (Spotmessung) Belichtungssteuerung Programmautomatik mit Programmverschiebung Blendenautomatik Zeitautomatik manuell Belichtungskorrektur −5 bis +5 LW, Schrittweite wählbar Belichtungsreihen Belichtungsreihen und Blitzbelichtungsreihen, 2 bis 9 Aufnahmen, Schrittweite wählbar Aufnahmebetriebsarten S = Einzelbild CL = Serienbilder mit langsamer Bildfolge (1 bis 4 Bilder/Sekunde, einstellbar) CH = Serienbilder mit hoher Geschwindigkeit (bis ca. 5 Bilder/Sekunde) Selbstauslöser = elektronisch gesteuert, 2 bis 20 Sekunden Vorlaufzeit MUP = Spiegelvorauslösung („Mirror Up“) Verschluss elektronisch gesteuerter, vertikal ablaufender Schlitzverschluss Verschlusszeiten 30 bis 1/8000 Sekunde, Langzeitbelichtung (Bulb) ISO-Empfindlichkeit 100 bis 1600, zusätzlich bis 3200 Weißabgleich 6 Voreinstellungen automatisch Weißabgleich-Messwertspeicher Weißabgleichsreihen 2 bis 9 Aufnahmen, Schrittweite wählbar Blitz integriert, aufklappbar, Leitzahl ca. 12 Blitzanschluss X-Kontakt Standard-ISO-Normschuh Blitzsteuerung i-TTL (mit externen Blitzgeräten z.B. SB-600 und SB-800) Blitzsynchronisation auf den ersten Verschlussvorhang auf den zweiten Verschlussvorhang Langzeitsynchronisation FP-Synchronisation (für Zeiten unter 1/250s, nur mit externem Blitz, z.B. SB-600/800) Blitzfunktionen Reduzierung des Rote-Augen-Effekts Einstelllicht Stroboskop: Frequenz, Anzahl und Leistung der Blitze wählbar (auch mit internem Blitz) Drahtlossteuerung von AWL-kompatiblen Blitzgeräten über 4 Kanäle (z.B. SB-600/800): 2 unabhängig konfigurierbare Slave-Gruppen aus beliebig vielen Blitzgeräten (Gruppen A und B) und internem Blitz als Master (M) Blitzleistungskorrektur −3 bis +1 LW, Schrittweite wählbar Videoausgang PAL oder NTSC, wählbar Datenschnittstelle USB 2.0 Stromversorgung Lithium-Ionen-Akku EN-EL3e mit 1.500 mAh, 7,4 V DC optionaler Handgriff MB-D200 mit ein oder zwei Akkus EN-EL3e oder sechs Mignonzellen optionales Netzgerät EH-6 AC Gehäuse Magnesium-Chassis mit Kunststoffhülle Gummidichtungen gegen Staub und Feuchtigkeit Abmessungen ca. 147 × 113 × 74 mm Gewicht ca. 830 g (ohne Akku und Speicherkarte) Sonstiges Die D200 ist die günstigste (Stand Mai 2007) digitale Spiegelreflexkamera von Nikon, die die fast uneingeschränkte Verwendung von Objektiven ohne CPU (AI, AI-S) ermöglicht. Bei Eingabe der Objektivdaten (Brennweite, größte Blendenöffnung) arbeitet die Matrixbelichtungsmessung mit höherer Präzision und Brennweite sowie eingestellte Blende werden korrekt in den EXIF-Daten abgelegt. Programm- und Blendenautomatik sind nicht möglich. Allerdings ist die eingebaute Mattscheibe (wie alle Mattscheiben, die für AF-Betrieb optimiert sind), zum manuellen Fokussieren relativ ungeeignet. Die D200 hat deshalb eine Fokuskontrollanzeige im Sucher. Nikon selbst bietet keine alternativen Mattscheiben an (Stand Mai 2007), es gibt aber mehrere Fremdhersteller, die klassische Mattscheiben mit Schnittbildindikator und Mikroprismenring anbieten. Manche dieser Mattscheiben haben jedoch den Nachteil, dass sie bei Verwendung von Objektiven mit kleineren Blendenöffnungen dunkler sind als die Originalmattscheibe und dadurch die Belichtungsmessung beeinflussen. Besonders die Spotbelichtungsmethode ist davon betroffen, weil sich das Schnittbild in der Mitte ab Blende 5.6 abdunkelt. Die Kamera kann dann bis zu zwei oder mehr Blendenstufen überbelichten. GPS-Anschluss Über das Kabel MC-35 kann die D200 an ein GPS-Gerät angeschlossen werden und so die genaue Position des Fotografen bei jedem Foto aufzeichnen. Von Dawn Technology und Solmeta werden spezielle GPS-Empfänger hergestellt, die ohne zusätzliches Kabel direkt an die Kamera angeschlossen werden. Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Nikon D200 " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar.   nach oben Olympus OM-1   Die Olympus OM-1 ist eine Kleinbild - Spiegelreflexkamera (35-mm-Film), mit manueller Fokussierung am Objektiv. Sie ist der Vorgänger der Olympus OM-2 und Vorgänger weiterer professioneller Olympus- SLRs ( Olympus OM-2SP , Olympus OM-4 / OM-4Ti ). Bei ihrer Vorstellung im Jahr 1972 galt sie als leichteste SLR-Kamera der Welt. Technische Daten Produktion: 1972-1987 von Olympus Optical Co., Japan Abmaße: 136 x 83 x 50 mm Gewicht: (Gehäuse allein) 510 Gramm Sucher: Pentaprisma-Sucher, 97 % der Negativfläche sichtbar; wechselbare Einstellscheiben Verschlusszeit: 1 - 1/1000 Sek. und B Verschlussart: Tuch-Schlitzverschluss, horizontal ablaufend Belichtungsmessung: rein manueller Modus (Nachführmethode mit Offenblendenmessung), Die Belichtungsmessung bei der Olympus OM-2 erfolgt durch die Linse, über das Prisma. Durch eine Galvanometernadel im Pentaprisma wird das Ergebnis im Sucher angezeigt. Blitz: anschraubbarer Blitzschuh über dem Prisma; Synchronzeit 1/60 sek.; PC-Buchse, von X auf FP umschaltbar. Selbstauslöser: mechanisch, 4 - 12 Sekunden Vorlauf Filmtransport: manuell bzw. mit angeschlossenem Winder (2,5 fps) oder Motor Drive (5 fps), Filmrückspulung manuell Stromversorgung: Quecksilber-Knopfzelle 1,35 Volt PX625 Weitere Besonderheiten: Der Spiegelschlag wurde durch pneumatische Stoßdämpfer auf ein Minimum reduziert, der Spiegel ist hochgeklappt arretierbar, ideal für Astrofotografie, da der Verschluss nahezu erschütterungsfrei abläuft. Kameravarianten M 1: Diese Kamera hatte schon alle Ausstattungsmerkmale der OM1, nur noch nicht den Namen. Da Leica auch Kameras mit dem Namen M im Sortiment hatte und man Verwechslungen befürchtete, wurde der Name auf OM 1 geändert OM 1: Es wurde nur der Name geändert, ansonsten mit der M 1 identisch. OM 1 MD: Diese Kamera hatte einen eingebauten Motoranschluss. Jede normale OM 1 konnte auf eine OM 1 MD upgegradet werden. OM 1n: Die letzte Version der OM1: der Motoranschluss wurde bei jeder ausgelieferten Kamera eingebaut, als weiteres Novum wurde eine Blitzbereitschaftsanzeige im Sucher integriert. Darum wurde die OM 1 n mit dem selben Blitzschuh wie die OM 2 n ausgestattet (Shoe 4). Jedoch werden nur zwei der drei vorhandenen Kontakte für den Betrieb benötigt. Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Olympus OM-1 " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar.   nach oben Pentax K1000 Die Pentax K1000 ist eine 35-mm- Spiegelreflexkamera mit TTL-Belichtungsmessung . Sie kam bereits 1975 auf den Markt und wurde bis 1997 hergestellt. Die K1000 gehört zu den voll mechanischen Kameras, die Batterien nur als Energieversorgung für den eingebauten Belichtungsmesser benötigt. Die Kamera verwendet das Pentax-K-Bajonett. Die K1000 ist die einfachste Version der K-Serie. Somit besitzt sie keinen Winderanschluss und auch keinen Selbstauslöser. Daten Der Objektivanschluss ist das Pentax-K-Bajonett . Der Verschluss ist ein Tuchverschluss, der horizontal abläuft. Die Verschlusszeiten sind einstellbar von 1 s bis 1/1000 s und B. Die Maße des Gehäuses sind 143 mm × 91,5 mm × 49 mm und dessen Gewicht 620 g bis 525 g (ohne Objektiv). Als Belichtungsmesser-Batterie wird eine 1,5-V-Silberoxidbatterien des Typs A76, SR44 o. ä. verwendet. Pentax K 1000 Bedienelemente auf der Oberseite Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Pentax K1000 " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar.   nach oben Practica BX 20 Die Praktica BX 20 ist eine einäugige Spiegelreflexkamera der Praktica-B-Baureihe des Herstellers Pentacon . Die in der DDR gefertigten Fotoapparate wurden auch ins Ausland exportiert. Sie ist die Nachfolgerin der Praktica BC 1, gegenüber dieser verfügt sie über eine elektronische Blitzinnenmessung und -dosierung ( TTL-Blitzmessung ), einer anderen Tageslicht-Messcharakteristik sowie einem Voll-Kunststoffgehäuse mit ersten ergonomischen Merkmalen (Handgriff). Sie wurde von Dezember 1987 bis Dezember 1990 in einer Stückzahl von mehr als 200.000 Exemplaren produziert. Praktica BX20 von vorne Praktica BX20 von oben Ein Modell des Sucherbildes Technische Merkmale elektronisch gesteuerter Elektromagnet-Metalllamellenverschluss mit stufenloser Belichtungszeit zwischen 1/1000 und 40 Sekunden manuell einstellbare Zeiten: 1/1, 1/2, 1/4, 1/8, 1/15, 1/30, 1/60, 1/125, 1/250,1/500, 1/1000 Praktica-Bajonettanschluss, EDC (elektronische Blendenkontrolle) zur TTL-Belichtungsmessung (Innenlichtmessung) mittels Silicium-Fotodiode Filmempfindlichkeit einstellbar von ASA 12 bis 3200 bzw. DIN 12 bis 36 Einspiegelung der gewählten Blende mit Information über den Spannzustand Belichtungskorrektur um +/- 2 Blendenstufen einstellbar, Anzeige der Belichtungskorrektur durch rote LED pentaprismischer Sucher mit 95 % Sichtfeld, dreifache Scharfstellmöglichkeit durch diagonales Schnittbild, Mikroprismenring und Einstellscheibe, LEDs zur Anzeige der gewählten (blinkend) und gemessenen (konstant) Belichtungszeit Belichtungsspeicherknopf (Auto Exposure Lock, AEL), Anzeige durch grüne LED, mechanischer Selbstauslöser(ca. 10 s), Abblendhebel Blitzschuh X-Synchronisation (1/90 s), Blitzbereitschaftsanzeige und Blitz-„O.K.“-Signal im Sucherbild TTL-Blitzsteuerung mit SCA-systemkonformen Blitzgeräten (z. B. Praktica BC 222) mittels extra Photodiode unterhalb des Spiegels Anschlussmöglichkeit für Motorwinder beim Öffnen der Rückwand rückstellendes Bildzählwerk, Auslösesperre Batterie V 28PX (6 Volt), alternativ mit Adapter 4x LR 44 Tricks Spiegelvorauslösung: Wer sich ein bisschen näher mit der Fotografie mit Spiegelreflexkameras beschäftigt hat, der weiß, dass die Funktion der Spiegelvorauslösung (Mirror up) ein besonders (seltenes) Ausstattungsmerkmal bei Spiegelreflexkameras aller Art ist und nur bei sehr wenigen, teueren Kameras vorhanden ist. Durch die Spiegelvorauslösung wird vermieden, dass der im Moment der Aufnahme hochklappende Spiegel Schwingungen im Kameragehäuse verursacht und somit verwackelte Bilder hervorruft (das tritt vor allem bei der Verwendung von längeren Brennweiten (z. B. 200 mm) in Verbindung mit längeren Belichtungszeiten – man sagt im Bereich von 1/15 s bis 1/2 s – auf). Generell ist bei diesen Verschlusszeiten ein Drahtauslöser und ein Stativ empfehlenswert. Und so funktioniert der Spiegelvorauslösungstrick bei der BX20: Die Kamera darf nicht aufgezogen sein. Sinnvollerweise misst man jetzt die Belichtung, fokussiert und stellt Blende und Verschlusszeit ein. Dann muss man die Kamera spannen, während man gleichzeitig die Abblendtaste gedrückt hält. Danach ist der Spiegel hochgeklappt und der Verschluss noch geschlossen. Nun muss man am Belichtungszeiteneinstellrad eine Festzeit im Bereich von 1/1000 s bis 1 s wählen (der Trick funktioniert nicht bei Stellungen Blitz, B, Automatic). Während man die Kamera nun auslöst ist gleichzeitig der Knopf für die Messwertspeicherung zu drücken. Ergebnis: Der Verschluss wird nun bei bereits hochgeklappten Spiegel geöffnet. Da es kein ab Werk vorgesehenes Ausstattungsmerkmal ist, funktioniert die Spiegelvorauslösung nicht mit jeder BX 20 und eventuelle Schäden an der Kamera sind nicht auszuschließen. Man sollte ohne Film vorher prüfen, ob das eigene Exemplar sich austricksen lässt oder ob nicht: Es gibt einige BX 20, bei denen beim Aufziehen mit gedrückter Abblendtaste der Spiegel nicht hochklappt. Bei einigen Modellen lässt sich zwar während des Aufziehens der Spiegel hochklappen, beim Betätigen des Auslösers klappt er jedoch wieder herunter, ohne dass der Verschluss sich geöffnet hat. Dies prüft man am besten mit einer langen Belichtungszeit (1/15 s bis 1 s), bei der man sowohl das Öffnen als auch das Schließen des Verschlusses akustisch wahrnehmen kann. Wenn die Spiegelvorauslösung nicht genau nach Anleitung herbeigeführt wird, so kann es passieren, dass sich der Verschluss ebenfalls nicht öffnet. Bei eingelegtem Film kann man sich dann dadurch behelfen, indem man den Filmtransportmechanismus durch Drücken des Rückspulknopfes während des Aufziehens gedrückt hält und die Rückspulkurbel so festhält, dass sich der Film nicht mehr weiter bewegt (es ist zu beachten, den Film VOR Drücken des Rückspulknopfes so aufzuziehen, dass er durch festhalten der Kurbel wirklich am Weitertransport gehindert wird). Über den Sinn der Spiegelvorauslösung bei der BX 20 kann man streiten, da die Kamera beim (normalen) Auslösen nach dem hochklappen des Spiegels ohnehin stets 1/15 Sekunde wartet, bis der Verschluss geöffnet wird. Bei Verwendung eines stabilen Stativs besteht demnach keine Notwendigkeit einer Spiegelvorauslösung bei dieser Kamera, sie ist aus diesem Grund für Aufnahmen mit Stativ unter den Praktica-Kameras mit Bajonett zu bevorzugen. Unterschiede zwischen BX20 und BX20s Pentacon entwickelte eine Verbesserte Version der BX20 als Prototyp, die BX21. Dieser Typ wurde nur 29 Mal hergestellt. Pentacon entwickelte dann die BX21 zur fertigen BX20s um. Die wesentlichen Unterschiede der BX20 und der BX20s sind: Verbessertes Design/Verbesserter Bedienbarkeit zur BX21 bzw. BX20 DX-Codierung der Filme wurde erkannt (war bereits bei BX21) Ansonsten genauso wie BX20 Die BX20s wurde in DDR-Zeiten von VEB Pentacon nur 37 Mal gebaut. Allerdings kaufte Schneider-Kreuznach GmbH nach der politischen Wende Pentacon auf und nahm die Produktion der BX20s bis 2001 in einer hohen Stückzahl wieder auf. Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel " Practica BX 20 " aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist unter dieser Seite verfügbar.   nach oben Rolleiflex  Die zweiäugige Rolleiflex   Rolleiflex ist die Markenbezeichnung für eine Reihe von Mittelformatkameras der Firma Rollei Fototechnic GmbH. Die Modellreihe umfasst hauptsächlich ein- und zweiäugige Spiegelreflexkameras, die Rollfilm im 6×6-cm-Format belichten. Geschichte der Rolleiflex-Kameras Im Jahre 1920 gründeten der Kaufmann Paul Franke (* 30. November 1888 in Mühlhausen; † 18. März 1950 in Braunschweig) und der Techniker Reinhold Heidecke (* 2. Januar 1881 in Aschersleben; † 26. Februar 1960 in Braunschweig) in Braunschweig die Fa. Franke & Heidecke. Die zuerst gefertigten Stereokameras (Heidoscope) verschaffen der Firma in den ersten Jahren ihres Bestehens die Voraussetzung für die Entwicklung der "Rolleiflex". Die ersten Rolleiflex-Prototypen wurden bereits 1928 entwickelt.  Das zweite Serienmodell: Die Rolleiflex Standard (1932-1938) FirmengeschichteBezeichnungZeitraumFranke & Heidecke1920–1962Rollei-Werke Franke & Heidecke1962–1979Rollei-Werke Franke & Heidecke GmbH & Co KG1979–1981Rollei Fototechnik GmbH & Co KG1981–2004Rollei GmbH und Rollei Produktion GmbH2004Franke & Heidecke GmbH2005   Zweiäugige Rolleiflex-Modelle Rolleiflex 3,5 Modelle (einschl. T und Magic)ModellProduktionszeitraumBeschreibungPrototypen1928Rolleiflex 1/4,51929–1932Markteinführung der RolleiflexRolleiflex Standard 620/6211932–1935/1938Rolleiflex Automat1937–1945Rolleiflex 3,51949–1951Rolleiflex 3,5 A1951–1954Rolleiflex 3,5 B1954–1956Rolleiflex 3,5 C1956–1959wahlweise mit eingebautem BelichtungsmesserRolleiflex 3,5 F 1. Mod.1958–1960mit eingebautem BelichtungsmesserRolleiflex 3,5 F 2. Mod.1960mit eingebautem BelichtungsmesserRolleiflex 3,5 F 3. Mod.1960–1976mit eingebautem BelichtungsmesserRolleiflex 3,5 E2 1. Mod.1959–1960vorbereitet für BelichtungsmessereinbauRolleiflex 3,5 E2 2. Mod.1961–1962vorbereitet für BelichtungsmessereinbauRolleiflex 3,5 E31961–1965vorbereitet für BelichtungsmessereinbauRolleiflex T 1. Mod.1958–1961wahlweise mit oder ohne BelichtungsmesserRolleiflex T 2. Mod.1961–1966wahlweise mit oder ohne BelichtungsmesserRolleiflex T 3. Mod.1966–1976wahlweise mit oder ohne BelichtungsmesserRolleimagic1960–1962mit Belichtungsautomatik im Bereich von 1/30 bis 1/300 sRolleimagic II1962–1968mit Belichtungsautomatik im Bereich von 1/30 bis 1/500 s Rolleiflex 2,8 ModelleModellProduktionszeitraumBeschreibungRolleiflex 2,8 A1949–1951erste Rolleiflex mit Lichtstärke 2,8 nur für den US-amerikanischen MarktRolleiflex 2,8 B1952–1953nur für den US-amerikanischen MarktRolleiflex 2,8 C1952–1955Rolleiflex 2,8 D1955–1956Rolleiflex 2,8 F1960–1981Rolleiflex 2,8 E21959–1960Rolleiflex 2,8 E2Mitte der 1950erPrototypen der Rolleiflex mit Wechseloptiken Zeiss Distagon 5,6/60 mm und Zeiss Sonnar 4/135 mm. Die Kamera erschien nie auf dem Markt.Rolleiflex 2,8 E31962–1965Rolleiflex 2,8F Aurum1982 / 83Version mit goldener NamensplatteRolleiflex 2,8F Platin Edition 19841984 / 85 1989 / 1990 Platin Gold Japan EditionModell mit PlatinRolleiflex 2,8GX1987–2002Erste Rolleiflex mit TTL-Belichtungs- und -BlitzmessungRolleiflex 2,8GX Edition1989–1990Rolleiflex 2,8GX "80 Jahre Rollei"2000Sondermodell zum FirmenjubiläumRolleiflex 2,8GX Helmut NewtonSondermodell, Hommage an den Fotografen Helmut NewtonRolleiflex 2,8FXab März 2002 Weitere Rolleiflex-ModelleModellProduktionszeitraumBeschreibungTele-Rolleiflex1959–1975Version mit Teleobjektiv Carl-Zeiss Sonnar 4/135 mmWeitwinkel-Rolleiflex1961–1967Modell mit Weitwinkelobjektiv Carl-Zeiss Distagon 4/55 mmRolleiflex 4,0 FW2002–Modell mit Weitwinkelobjektiv Super-Angulon 4/50 mmRolleiflex 4,0 FT2007–Version mit Teleobjektiv Schneider Tele-Xenar 4/135 mm     Zubehör Rolleikin – ein Umbausatz um Kleinbild-Filme in der Rolleiflex zu verwenden, Rolleimeter – optischer Entfernungsmesser (Mischbildverfahren) bei Benutzung des Rahmensuchers, Rolleimarin – Unterwassergehäuse bis 100 m Tauchtiefe, Rolleinar – Vorsatzlinsen für Nahaufnahmen, Rolleimot – elektrischer Fernauslöser, Rolleifix – Schnellbefestigung für die Stativmontage. Pistolengriff – mit integriertem Rolleifix zur Benutzung der Kamera in Augenhöhe. Plattenadapter – zur Verwendung von Platten oder Planfilm. Panoramakopf – zur Erstellung von 360°-Panoramen aus 10 Einzelbildern. Prismenaufsatz – zur Verwendung der Kamera in Augenhöhe (Pistolengriff), liefert ein seitenrichtiges Mattscheibenbild. Lupenlichtschacht – zur Betrachtung der Mattscheibe oh. Nebenlicht, 2,5fache Vergrößerung des Mattscheibenbildes, verstellbar von -2,1 bis +0,6 Dioptrien. Tele Mutar – Tele-Vorsatz 1,5 fach. Weitwinkel Mutar – Weitwinkel-Vorsatz 0,7 fach. Rollei-Mag 150 – Ansatzmagazin für bis zu 150 Aufnahmen, Fremdentwicklung Fa. Flashphot, Paris. Einäugige Mittelformatkameras Neben den zweiäugigen Kameras gibt es auch zwei Reihen einäugiger Mittelformat-Spiegelreflexkameras mit Wechselmagazinen. Die erste Baureihe ist die vollständig mechanisch gesteuerte SL-66-Baureihe, die sich durch die Verwendung von Schlitzverschluss und in die Kamera eingebauten Balgen auszeichnet. In dieser Baureihe wurden neben dem Originalmodell ohne eingebauten Belichtungsmesser noch weitere drei Modelle mit Blitzlicht-Innenmessung, zwei davon zusätzlich mit Dauerlichtmessung gebaut. Die neuere Rollei-6000-Baureihe ist dagegen vollständig elektrisch/elektronisch gesteuert und verwendet direkt mit Linearmotoren angesteuerte Zentralverschlüsse und Blenden. Es findet eine ausschließlich elektrische Übertragung von Objektivparametern von und zur Kamera statt. Ein motorisches Spannen des in den Objektiven angeordneten Zentralverschlusses wie bei Kameras anderer Herstellern entfällt, da der Verschluss ohne mechanisch gespeicherte Energie auskommt. Die erste Rollei in dieser Baureihe war die SLX. Alle Modelle bieten motorischen Filmtransport. Bei Folgemodellen gibt es Wechselmagazine, die mit einer Art Jalousie statt eines einfachen Schiebers verschlossen werden. Basierend auf diesen neuen Prinzipien entwickelte Rollei eine ganze Produktpalette von Kameras, die mit der Rollei 6008AF mit Autofokus endete. Die Nachfolgerin wird die vollständig digital gesteuerte Hy6, die gemeinsam mit Jenoptik entwickelt wurde und die die bisherigen Rollei-Objektive und einige Wechselmagazine verwenden kann. Das neue Modell ist für digitale Rückteile optimiert. Weitere Modelle Die Rolleicord-Modelle stellen eine Produktreihe ebenfalls zweiäugiger Spiegelreflexkameras dar, die technisch einfacher aufgebaut sind als die Rolleiflex-Modelle. Sie waren preislich unter den Rolleiflex-Modellen angeordnet. Verkleinerte Rolleiflex-Modelle Die Rolleiflex 4×4 (Baby-Rolleiflex) wurde 1931 als verkleinerte Version der Rolleiflex eingeführt. Sie belichtet im Format 4×4 cm auf 127er-Film. Im Jahr 1957 wurde erneut eine 4×4-Rolleiflex auf den Markt gebracht. Die Rolleiflex 2,8F Mini ist eine aktuelle Miniaturversion der Rolleiflex 2,8F. Sie belichtet im Format 8×11 mm auf Kleinstbildfilm. Die Kamera ist voll funktionsfähig und wiegt nur 117 Gramm. Die Rolleiflex MiniDigi folgt dem Trend zur Digitalisierung der Fotografie. Sie ist ebenfalls eine verkleinerte zweiäugige Rolleiflex, zeichnet aber die Bilder digital auf. Die Bildgröße beträgt maximal 1760×1760 Pixel. Markteinführung war Oktober 2004 Neben den verkleinerten Rolleiflex-Modellen gab es in der Vorkriegszeit auch eine vergrößerte Rolleiflex, allerdings nur als Prototypen; diese belichtete im Format 9 x 9 cm. 4 x 4 Rolleiflex-ModelleModellProduktionszeitraumBeschreibungRolleiflex 4 x 4ab 1931Rolleiflex 4 x 4ab 1938Änderung gegenüber dem Vorgängermodell: Bajonettfassung am AufnahmeobjektivRolleiflex 4x4ab 1957 bis 1968neue Konstruktion           GNU Free Documentation License Version 1.2, November 2002 Copyright (C) 2000,2001,2002 Free Software Foundation, Inc. 51 Franklin St, Fifth Floor, Boston, MA 02110-1301 USA Everyone is permitted to copy and distribute verbatim copies of this license document, but changing it is not allowed. 0. PREAMBLE The purpose of this License is to make a manual, textbook, or other functional and useful document "free" in the sense of freedom: to assure everyone the effective freedom to copy and redistribute it, with or without modifying it, either commercially or noncommercially. Secondarily, this License preserves for the author and publisher a way to get credit for their work, while not being considered responsible for modifications made by others. This License is a kind of "copyleft", which means that derivative works of the document must themselves be free in the same sense. It complements the GNU General Public License, which is a copyleft license designed for free software. We have designed this License in order to use it for manuals for free software, because free software needs free documentation: a free program should come with manuals providing the same freedoms that the software does. But this License is not limited to software manuals; it can be used for any textual work, regardless of subject matter or whether it is published as a printed book. We recommend this License principally for works whose purpose is instruction or reference. 1. APPLICABILITY AND DEFINITIONS This License applies to any manual or other work, in any medium, that contains a notice placed by the copyright holder saying it can be distributed under the terms of this License. Such a notice grants a world-wide, royalty-free license, unlimited in duration, to use that work under the conditions stated herein. The "Document", below, refers to any such manual or work. Any member of the public is a licensee, and is addressed as "you". You accept the license if you copy, modify or distribute the work in a way requiring permission under copyright law. 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These Warranty Disclaimers are considered to be included by reference in this License, but only as regards disclaiming warranties: any other implication that these Warranty Disclaimers may have is void and has no effect on the meaning of this License. 2. VERBATIM COPYING You may copy and distribute the Document in any medium, either commercially or noncommercially, provided that this License, the copyright notices, and the license notice saying this License applies to the Document are reproduced in all copies, and that you add no other conditions whatsoever to those of this License. You may not use technical measures to obstruct or control the reading or further copying of the copies you make or distribute. However, you may accept compensation in exchange for copies. If you distribute a large enough number of copies you must also follow the conditions in section 3. You may also lend copies, under the same conditions stated above, and you may publicly display copies. 3. 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It is requested, but not required, that you contact the authors of the Document well before redistributing any large number of copies, to give them a chance to provide you with an updated version of the Document. 4. MODIFICATIONS You may copy and distribute a Modified Version of the Document under the conditions of sections 2 and 3 above, provided that you release the Modified Version under precisely this License, with the Modified Version filling the role of the Document, thus licensing distribution and modification of the Modified Version to whoever possesses a copy of it. In addition, you must do these things in the Modified Version: A. Use in the Title Page (and on the covers, if any) a title distinct from that of the Document, and from those of previous versions (which should, if there were any, be listed in the History section of the Document). You may use the same title as a previous version if the original publisher of that version gives permission. B. 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To do this, add their titles to the list of Invariant Sections in the Modified Version's license notice. These titles must be distinct from any other section titles. You may add a section Entitled "Endorsements", provided it contains nothing but endorsements of your Modified Version by various parties--for example, statements of peer review or that the text has been approved by an organization as the authoritative definition of a standard. You may add a passage of up to five words as a Front-Cover Text, and a passage of up to 25 words as a Back-Cover Text, to the end of the list of Cover Texts in the Modified Version. Only one passage of Front-Cover Text and one of Back-Cover Text may be added by (or through arrangements made by) any one entity. If the Document already includes a cover text for the same cover, previously added by you or by arrangement made by the same entity you are acting on behalf of, you may not add another; but you may replace the old one, on explicit permission from the previous publisher that added the old one. The author(s) and publisher(s) of the Document do not by this License give permission to use their names for publicity for or to assert or imply endorsement of any Modified Version. 5. COMBINING DOCUMENTS You may combine the Document with other documents released under this License, under the terms defined in section 4 above for modified versions, provided that you include in the combination all of the Invariant Sections of all of the original documents, unmodified, and list them all as Invariant Sections of your combined work in its license notice, and that you preserve all their Warranty Disclaimers. The combined work need only contain one copy of this License, and multiple identical Invariant Sections may be replaced with a single copy. If there are multiple Invariant Sections with the same name but different contents, make the title of each such section unique by adding at the end of it, in parentheses, the name of the original author or publisher of that section if known, or else a unique number. Make the same adjustment to the section titles in the list of Invariant Sections in the license notice of the combined work. In the combination, you must combine any sections Entitled "History" in the various original documents, forming one section Entitled "History"; likewise combine any sections Entitled "Acknowledgements", and any sections Entitled "Dedications". You must delete all sections Entitled "Endorsements". 6. COLLECTIONS OF DOCUMENTS You may make a collection consisting of the Document and other documents released under this License, and replace the individual copies of this License in the various documents with a single copy that is included in the collection, provided that you follow the rules of this License for verbatim copying of each of the documents in all other respects. You may extract a single document from such a collection, and distribute it individually under this License, provided you insert a copy of this License into the extracted document, and follow this License in all other respects regarding verbatim copying of that document. 7. AGGREGATION WITH INDEPENDENT WORKS A compilation of the Document or its derivatives with other separate and independent documents or works, in or on a volume of a storage or distribution medium, is called an "aggregate" if the copyright resulting from the compilation is not used to limit the legal rights of the compilation's users beyond what the individual works permit. When the Document is included in an aggregate, this License does not apply to the other works in the aggregate which are not themselves derivative works of the Document. If the Cover Text requirement of section 3 is applicable to these copies of the Document, then if the Document is less than one half of the entire aggregate, the Document's Cover Texts may be placed on covers that bracket the Document within the aggregate, or the electronic equivalent of covers if the Document is in electronic form. Otherwise they must appear on printed covers that bracket the whole aggregate. 8. TRANSLATION Translation is considered a kind of modification, so you may distribute translations of the Document under the terms of section 4. Replacing Invariant Sections with translations requires special permission from their copyright holders, but you may include translations of some or all Invariant Sections in addition to the original versions of these Invariant Sections. You may include a translation of this License, and all the license notices in the Document, and any Warranty Disclaimers, provided that you also include the original English version of this License and the original versions of those notices and disclaimers. In case of a disagreement between the translation and the original version of this License or a notice or disclaimer, the original version will prevail. If a section in the Document is Entitled "Acknowledgements", "Dedications", or "History", the requirement (section 4) to Preserve its Title (section 1) will typically require changing the actual title. 9. TERMINATION You may not copy, modify, sublicense, or distribute the Document except as expressly provided for under this License. Any other attempt to copy, modify, sublicense or distribute the Document is void, and will automatically terminate your rights under this License. However, parties who have received copies, or rights, from you under this License will not have their licenses terminated so long as such parties remain in full compliance. 10. FUTURE REVISIONS OF THIS LICENSE The Free Software Foundation may publish new, revised versions of the GNU Free Documentation License from time to time. Such new versions will be similar in spirit to the present version, but may differ in detail to address new problems or concerns. See http://www.gnu.org/copyleft/ . Each version of the License is given a distinguishing version number. If the Document specifies that a particular numbered version of this License "or any later version" applies to it, you have the option of following the terms and conditions either of that specified version or of any later version that has been published (not as a draft) by the Free Software Foundation. If the Document does not specify a version number of this License, you may choose any version ever published (not as a draft) by the Free Software Foundation. ADDENDUM: How to use this License for your documents To use this License in a document you have written, include a copy of the License in the document and put the following copyright and license notices just after the title page: Copyright (c) YEAR YOUR NAME. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the GNU Free Documentation License, Version 1.2 or any later version published by the Free Software Foundation; with no Invariant Sections, no Front-Cover Texts, and no Back-Cover Texts. A copy of the license is included in the section entitled "GNU Free Documentation License". If you have Invariant Sections, Front-Cover Texts and Back-Cover Texts, replace the "with...Texts." line with this: with the Invariant Sections being LIST THEIR TITLES, with the Front-Cover Texts being LIST, and with the Back-Cover Texts being LIST. If you have Invariant Sections without Cover Texts, or some other combination of the three, merge those two alternatives to suit the situation. If your document contains nontrivial examples of program code, we recommend releasing these examples in parallel under your choice of free software license, such as the GNU General Public License, to permit their use in free software.